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Oranienburg Wo das Frühstück Frauensache ist
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15:42 13.10.2016
Edelgard Müller aus Friedrichsthal organisiert das Frauenfrühstück von Anfang an. Quelle: Heike Bergt
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Malz

Zwei dicke Ordner packt Edelgard Müller auf den Tisch. Abgeheftete Erinnerungen. Liebevoll gestaltete Texte, Fotos, Bilder – Zeugnisse von 20 Jahren Malzer Frühstücksrunden, die weit mehr waren als gemeinsam einen morgendlichen Kaffee samt Brötchen zu genießen. Die monatliche Runde im Malzer Dorfclub ist längst eine Institution, zu der anfangs zwölf, in Hochzeiten vor Weihnachten 40 bis 50 Frauen aus Malz und Friedrichstal im Dorfclub zusammenkommen.

Alles begann am 17. Dezember 1996. Edelgard Müller aus Friedrichsthal, selbst lange von Arbeitslosigkeit betroffen, wollte etwas tun für die Frauen aus dem Ort und der Nachbargemeinde Malz. Sie an einen Tisch bringen, aus ihren Häusern holen, in die sich manche wegen plötzlicher Arbeitslosigkeit verkrochen hatte, um gemeinsam etwas zu unternehmen, zu reden, zu erleben. „Wir wollen über unseren Tellerrand hinausschauen. Nicht nur um Kinder oder Küche sollen sich die Themen drehen.“ Zusammen mit Ruth Stein habe sie erste Handzettel entworfen und in den Dorfklub eingeladen, erinnert sich Edelgard Müller. Die Gebrauchswerberin war selbst 1990 entlassen worden, betreute zwei Jahre lang beim Kirchenkreis Oranienburg die Öffentlichkeitsarbeit, später auch fürs Asylbewerberheims in Hennigsdorf. Später absolvierte sie eine Fernstudium zum Kommunikationswirt und zur PC-Grafikerin im Print-Bereich. All das kam der Mitbegründerin des Frauenfrühstücks zugute.

„Klar war, wir wollten nicht einfach nur frühstücken, sondern uns interessante Menschen einladen.“ Nachdem die Frauen ihre Wünsche geäußert hatten, kam regelmäßig eine Kosmetikerin zu Besuch, es ging um gesunde Ernährung, mehrfach berichtete Horst Tschammer über die Geschichte der Ortsteile, der Eine-Welt-Laden in Oranienburg kam nach Malz, Fachleute einer Suchtberatungsstelle aus Berlin. Die Frauen feiern traditionell ihr Sommerfest im Garten von Renate Taege, luden sich Autoren zu Lesungen ein, bastelten, radelten, brachen zu Kremserfahrten auf, waren zu Gast im Bundestag und im Willy-Brandt-Haus in Berlin, im Landtag in Potsdam. Sie gingen mit einem Fachberater in die Pilze, kochten Marmelade oder warfen mit Gerd Lippert den Holzbackofen auf dem Malzer Dorfanger an. Maler Brunolf Metzler war ebenso zu Gast wie Historiker Hans Biereigel und die Kräuterkennerin Angelika van der Borght.

Als „Ableger“ des Frauenfrühstücks gibt es seit 1998 eine Sportgruppe für Frauen, die sich an den anderen drei Dienstagen im Monat im Dorfklub trifft. Längst hat sich das alles rumgesprochen, und es kommen auch Frauen aus Freienhagen oder Berlin, die in Malz und Friedrichsthal „übersommern“ zum Frühstück. Damit die Tafel stets gedeckt ist, bringen immer andere Frauen aus der Runde etwas für Büfett mit.

Ob nicht auch schon mal die Männer dabei sein wollten? Das schon, antwortet Edelgard Müller, aber alles sind sich einig, das Frauenfrühstück soll rein weiblich bleiben. Als Helfer, ob am Backofen oder bei Vorbereitungen zu Adventsfeier, sind sie immer dabei und auch herzlich willkommen.

Am Dienstag, 8. November, ist der nächste Treff ab 9.45 Uhr im Malzer Dorfklub. Und zur Adventsfeier 2016 wird auch das runde Jubiläum besonders gefeiert.

Von Heike Bergt

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