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Oranienburg Wo die Bürgerbewegten die Politik machen
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10:45 20.10.2016
Malz ist ein lebenswertes Fleckchen – das findet auch die Ortsvorsteherin. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Als neue Ortsvorsteherin von Malz ist Claudia Grochowski erst seit reichlich vier Wochen im Amt. Nach dem überraschenden Tod von Manfred Hartmann war die 50-Jährige auf der Sitzung des Ortsbeirates als Nachfolgerin gewählt worden. Claudia Grochowski stammt aus Oberhausen in Nordrhein-Westfalen und ist seit 1991 in Malz zu Hause. Die Diplomfinanzwirtin arbeitet bei der Steuerfahndung Potsdam, hat zwei Töchter und ist seit vielen Jahren im Ortsbeirat aktiv.

MAZ: In Malz gibt es eine starke Bürgerbewegung. Sie gehören zu den Mitbegründern. Mit welchem Ziel wurde der gemeinnützige Verein einst gegründet?

Grochowski: Gegründet wurde die Bürgerbewegung am 30. Mai 2006. Damals mit der Absicht, einen Backofen auf dem Dorfplatz mit Fördergeldern der EU zu bauen. Neben dem verstorbenen Manfred Hartmann, seiner Frau und mir gehören weitere fünf Bürger zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Mit dem Zweck aus der Taufe gehoben, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern, Solidarität untereinandern zu stärken, den Tourismus voran und den Besuchern die Natur nahe zu bringen, Umweltschutz zu praktizieren und historisches Brauchtum zu pflegen. Wir habe hier zum Beispiel den Gedenkstein für die letzte Nachtwächterin Emilie Müller im Dorf und das Denkmal zum Bau des Oder-Havel-Kanals zwischen Stettin und Berlin auf dem Gelände der Werft.

Was hat Malz, was andere nicht haben?

Grochowski: Unser Dorf hat über 350 Jahre gewachsene Strukturen. Es ist ein Schifferdorf, ursprünglich waren die meisten einheimischen Familien Fährschiffer. Malz ist von der Natur und der geografischen Lage, eingebettet in Wald, Wiesen und Wasser, einer der schönsten Ortsteile der Stadt. Und bietet Lebensqualität und hohen Freizeitwert.

Wofür macht sich die Bürgerbewegung stark? Welches sind die aktuellen Ziel?

Grochowski: Wir setzen uns politisch dafür ein, die Identität unseres Dorfes zu erhalten, wollen kein gesichtsloser Vorstadtwohnbezirk von Oranienburg sein. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir eine eigene Feuerwehr haben, einen Friedhof, eine gute Zusammenarbeit aller Vereine und politischen Parteien und daran arbeiten, dass unser Dorf lebens- und liebeswert bleibt. Wir feiern gemeinsam das Knutfest und es gibt ein Osterfeuer, Preisskat und Rommé im „Anker“ oder im Club Frauenfrühstück und Kinderfasching. Besonders erwähnen möchte ich unseren 81-jährigen Vorstandsvorsitzenden Gerd Lippert, der sich mit seiner Frau Wilma unermüdlich für den Verein einsetzt. Und die mit ihrem regelmäßigen Seniorenkaffee einen maßgeblichen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben im Ort beitragen. Samt selbst gebackenem Kuchen. Und wir wollen die Orte erhalten und pflegen, in denen man in Malz zusammenkommen, wie auf dem Spielplatz, auf dem von Malzer Bürgern neu angelegte Bouleplatz am Dorfclub, am Backofen auf dem Dorfplatz oder im Gasthof „Zum Anker“ mit seinen Gästezimmern und seinem Saal, in dem fast jeder Malzer schon eine Familienfeier ausgerichtet und gefeiert hat.

Sie könnten das auch für eine Partei auf den Weg bringen. Warum geht das als Bürgerbewegte besser?

Grochowski: Weil ich der Meinung bin, dass man als gewählter Vertreter im micro-kommunalen Bereich die Interessen von 571 Bürgern nur wahrnehmen kann, wenn man an keine Fraktionsbeschlüsse und Parteirichtlinien gebunden ist und frei, nach gesundem Menschenverstand, entscheiden kann. So hat es mein Vorgänger Manfred Hartmann zwölf Jahre praktiziert und so werde ich es fortführen.

Von Heike Bergt

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