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Wochenmarktbetreiberin schmeißt hin

Oranienburg Wochenmarktbetreiberin schmeißt hin

Seit Anfang des Jahres betreibt Priska Krüger den Oranienburger Wochenmarkt. Ein Minusgeschäft, wie sie sagt. Jetzt hat sie gekündigt und erhebt schwere Vorwürfe, gegen die sich Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke vehement wehrt.

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Der Wochenmarkt war anfangs noch sehr gut besucht.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Regionale Produkte. Frische. Vielfalt. Direkt am Schlossplatz. Die Verheißung eines Basars immer freitags mitten in Oranienburg, wenn auch nicht direkt auf dem Boulevard, war groß. In den letzten Wochen zeigte sich ein anderes Bild: Nur zwei bis drei Händler, Leere, ein bisschen Trostlosigkeit, kaum Laufkundschaft. Woran liegt das?

Seit Anfang des Jahres betreibt Priska Krüger den Wochenmarkt. Momentan sei Ferienzeit, erklärt sie die wenigen Stände. Wurst-, Fleisch- und Käseverkäufer seien mit ihren Kindern in den Urlaub gefahren, die Bio-Gemüsefrau habe ein Baby bekommen. „Doch den Markt zumachen wollte ich nicht, die paar Händler kommen gerne“, erklärt sie auf MAZ-Nachfrage.

Markt ist „dickes Minusgeschäft“

Ein großes Aber folgt: „Aber ich habe es eh satt.“ Gemeint ist alles: Der Markt, die Kunden, die Stadt. „Der Markt war ein Hobby für mich, jetzt ist es ein dickes Minusgeschäft.“ Seit über 17 Jahren ist sie Markthändlerin. „So etwas wie in Oranienburg habe ich noch nie erlebt.“ Die Kunden würden die ganze Zeit meckern, die Stadt ihr nicht unter die Arme greifen, einige Händler seien unzuverlässig, mal kommen sie, mal eben nicht.

Gerade von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und der Stadt fühle sie sich im Stich gelassen. „Unterstützung, die mir zugesichert wurde, habe ich nie bekommen, auch keine Wertschätzung.“ Hans-Joachim Laesicke wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe, weist sie als unhaltbar zurück. „Ich habe versprochen, dass Frau Krüger von den Vorzugskonditionen der Stadt profitieren wird, und genau das macht sie auch“, sagt er. 100 Euro zahlt sie pro Monat für den Markt. „Das ist ein großes Entgegenkommen meinerseits“, so Laesicke. Solche Konditionen sind sonst nirgends zu finden. „Das ist unschlagbar günstig.“

Selbst auf Aktionspreise wollen Kunden noch Rabatte

Priska Krüger sieht ferner die Oranienburger in der Verantwortung. Sie hätten große Töne gespuckt, wie sehr sie sich einen solchen Markt wünschen – aber kaufen wollen sie dort scheinbar nichts. „Sie haben nur gefeilscht“, regt sich Priska Krüger auf, „und wollten immer weniger zahlen.“ Französische Spezialitäten hatte sie da, Eier, Korbwaren, Mediterranes. Doch die Händler machten keinen Umsatz. „ Oranienburger Kunden wollen anscheinend nichts als Billigwaren kaufen. Selbst auf einen Aktionspreis wollten sie noch Rabatte! Das ganze Projekt war das Undankbarste, was ich je erlebt habe.“

Dabei habe sie sich bemüht, eben keinen Markt voller asiatischer Kleiderständer mit aufdringlichen Verkäufern zu schaffen. Aus familiären Gründen musste sie nun umziehen. „Der Fahrtweg nach Oranienburg ist sehr weit“, erklärt sie einen weiteren Grund ihres „Rücktritts“. Bis Ende August wird sie den Markt noch betreiben, der „Marktehre“ halber.

Die Stadt Oranienburg ist gerade dabei, den Betreiberwechsel zu vollenden. Bürgermeister Laesicke hält an der Idee des Marktes fest, geht selbst gerne dort einkaufen. „Wir haben als Stadt großes Potenzial für einen Wochenmarkt“, sagt er. An der Marktzeit sollte sich nichts ändern, das Konzept bleibt bestehen. Laesicke würde es als „riesigen Verlust“ empfinden, sollte der Markt eingestampft werden. „Ich wünsche mir einen Betreiber, der mit mehr Engagement hinter der Sache steht“, sagt er.

Diskussion : Braucht Oranienburg einen Wochenmarkt, lohnt sich das? Uns interessiert Ihre Meinung. Schreiben Sie uns eine E-Mail an oranienburg@MAZ-online.de oder eine Nachricht auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/MAZOberhavel.

Von Marco Winkler

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