Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Wunderschiff macht Kinder schlau
Lokales Oberhavel Oranienburg Wunderschiff macht Kinder schlau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 01.10.2018
Stefan Vens schippert das Wunder-Kammer-Schiff über Havel und Co. Quelle: Jeannette Hix
Oranienburg

Aufgeregte Kinderstimmen machten sich am Hafen Am Bollwerk breit. Hier war unten an der Havel das „Wunderschiff“ vertäut, das in seinem Inneren verschiedene Schätze birgt. Eine Schulklasse hatte sich für eine Führung angemeldet. Das Besondere: Schüler selbst führen die Kinder durch den schwimmenden, interaktiven Museumsraum. „Das hier ist eine Sanduhr aus dem 14 Jahrhundert“, erklärt „Museumsführer Alva (10) aus Berlin den interessierten Zuhörern. „Sie ist mit zerkrümelten Eierschalen gefüllt. Denn die rieseln besser durch das Glas – Sand würde nämlich zerklumpen.“

An Bord ist sogar ein Horn vom Einhorn. Dass der etwa 2 Meter lange Stoßzahn nicht vom Einhorn, sondern vom Narwal stammt, hat irgendwann mal ein Arzt herausgefunden“, sagt Museumsführerin Youanna (11) aus Berlin. „Aber lange Zeit dachte man, dass der Stoßzahn vom Einhorn stammt. Man hat den nachwachsenden Zahn pulverisiert und für viel Geld verkauft. Das Pulver sollte eine heilende Wirkung haben und Kraft verleihen.“

Der Narwal-Stoßzahn wurde damals für das Horn vom Einhorn gehalten

Rund 150 Ausstellungsstücke wie ein ausgestopfter Kakadu, ein Krokodil, Kompass oder ein Seefernrohr sind zu sehen. „Alles sind alte Sammelstücke aus einer privaten Sammlung, die der Stiftung Olbricht als Initiator der Aktion zur Verfügung gestellt wurden oder teils sogar gehören“, sagt Schiffsführer Stefan Vens (50) von der Helga-Breuninger-Stiftung, die das Schiff zur Verfügung stellt.

„Aber warum steht an dem Kahn das Wort „Wunderschiff“?, wollen immer viele Kinder wissen. „Weil alle Museumsstücke aus einer sogenannten Wunderkammer kommen“, sagt Vens. Wunderkammern sollen früher viele Fürsten und Könige gehabt haben. „Sie haben darin alles für sie Kostbare gesammelt, das Seeleute von ihren Reisen mitbrachten. Damals konnte man ja noch nicht reisen und Riesen-Muscheln und Co. waren wirklich ein Wunder“, sagt Vens. „Aus den sogenannten Wunderkammern entstanden später auch die ersten Museen.“

Kinder selbst sind auf dem Schiff die Museumsführer

Die kleinen Museumsführer wie Alva oder Youanna bleiben immer zwei, drei Tage an Bord. Dann heuern wieder neue kleine Museumsführer aus verschiedenen Schulen an, die mit der Stiftung zusammenarbeiten. Und wenn die Schüler nicht gerade kluge Reden für andere Schüler halten, wird auch an Bord geputzt, gekocht und geschlafen.

Das Projekt „Wunder-Kammer-Schiff“ gibt es schon seit 2016. „Damals wurde seitens der Stiftung überlegt, wie man Kindern Natur, Wissenschaft, Kunst und Geschichte näherbringen kann. Und weil der Transport der Ausstellungsstücke über Land mit dem Lkw schwierig ist und auch im Auto eine Ausstellung schwer zu zeigen ist, entschied man sich für die Schiffsvariante “, sagt Stefan Vens, der 15 Jahre als Binnenschiffer unterwegs war.

Das Wunderkammer-Schiff bleibt immer eine Woche an einem Ort. Mehr Informationen unter: www.wunderkammerschiff.de.

Von Jeannette Hix

Rund 50 Fördervereine von verschiedenen Bildungsträgern sowie Unternehmen wie die Verbraucherzentrale oder die Barmer-Krankenkasse trafen sich Mittwoch im Georg- Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg, um sich zu präsentieren und sich auszutauschen.

28.09.2018
Oberhavel Achtung, Blitzer! - Radarkontrolle am Freitag

Aufgepasst: Die Polizei in Oberhavel ist am Freitag wieder mit dem Radarmessgerät unterwegs und kontrolliert die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften.

27.09.2018

Gleich viermal haben unbekannte Anrufer am Mittwoch bei Senioren in Oranienburg versucht, Geld zu ergaunern. In einem Fall kam es zur Auszahlung einer Summe.

27.09.2018