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Oranienburg Für Zehn-Minuten-Takt bei S-Bahn sind Investitionen nötig
Lokales Oberhavel Oranienburg Für Zehn-Minuten-Takt bei S-Bahn sind Investitionen nötig
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01:16 16.07.2018
Die S-Bahn S1 bei der Ausfahrt in Oranienburg Quelle: Enrico Kugler
Oberhavel

Alle 20 Minuten fährt die S-Bahn von Oranienburg in Richtung Berlin. Das ist zu wenig, finden viele Pendler. Im Juni ist eine Petition an den Landtag übergeben worden. Rund 6500 Menschen haben per Unterschrift für einen dichteren Takt der S-Bahn plädiert – im Idealfall alle zehn Minuten sollen die Bahnen nach Oranienburg und zurück fahren. Der Petitionsausschuss des Landtages wird sich damit beschäftigen müssen.

Doch was bedeutet das eigentlich, wenn die S-Bahn alle zehn Minuten fährt? Das Problem: Mit den momentanen baulichen Gegebenheiten ist der Zehn-Minuten-Takt gar nicht möglich.

Hinter Oranienburg fehlt ein Gleis

So gibt es zwischen Oranienburg und Lehnitz streckenweise nur ein Gleis für die S-Bahn. Probleme gäbe es auch am Bahnhof in Borgsdorf. Mit einem Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn in beiden Richtungen würde sich die Schranke in der Bahnhofstraße vermutlich so gut wie gar nicht mehr öffnen – immerhin müssen dort auch der Regional- und Fernverkehr sowie die Güterzüge durch.

Auf dem Bahnhof in Birkenwerder würde ein Bahnsteig nicht mehr ausreichen. Denn für die Regionalbahn RB 20, die auch den S-Bahnsteig mitnutzt, wäre dann kein Platz mehr. Der Zeittakt wäre zu eng, als dass dort noch der Regionalverkehr bedient werden könnte.

Engstelle auf dem Weg nach Frohnau

Die nächste Engstelle wäre der komplette Bereich zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau. Durch den Wald, an der Invalidensiedlung vorbei und das Frohnauer Gartengebiet führt nur ein Gleis für beide Richtungen. Ob die dortigen Anwohner über den Ausbau begeistert werden, ist mehr als fraglich.

Die Oranienburger CDU-Chefin Nicole Walter-Mundt hat sich für die Petition für den Zehn-Minuten-Takt mitengagiert. „Mario Schulz hat vor einem halben Jahr eine Online-Petition ins Leben gerufen die ich als Mitpetentin aktiv unterstütze“, sagt sie. „Wir müssen schon heute die Weichen für den Nahverkehr der Zukunft stellen.“ Betrachte man allein die Bevölkerungsprognosen sowie die Entwicklung der Pendlerzahlen für Oranienburg und die S-Bahngemeinden Birkenwerder und Hohen Neuendorf, dann wäre die Region schon jetzt am Limit .

„Derzeit fehlt den politischen Entscheidungsträgern auf Landesebene vor allem der Mut, die notwendigen Dinge im Mobilitätssektor anzupacken.“ Nicole Walter-Mundt befürchtet, dass der Nahverkehr konsequent an die Wand gefahren werde. „Für ein attraktives und zukunftsfestes Angebot in der Region müssen wir das Geld dann auch mal zielgerichtet in die Hand nehmen. Vor allem der Wirtschaftsstandort Oberhavel würde davon profitieren.“ Die Maßnahmen für die Umsetzung des Zehn-Minuten-Taktes müssten Schritt für Schritt erfolgen.

Landesregierung grundsätzlich für Ausbau

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann unterstützt die Forderung, „zumindest in den Stoßzeiten“. Die Landesregierung habe sich grundsätzlich dazu bekannt, den Zehn-Minuten-Takt auf den so genannten „Außenästen“ anzustreben. Einen genauen Zeitplan gebe es aber noch nicht. „Ich bin aber sehr optimistisch, dass die Zählungen und die wachsende Dynamik unserer Region die Notwendigkeit von Taktverbesserungen deutlich machen wird.“

Wegen der verschiedenen nötigen Baumaßnahmen „sollte man auch ehrlich sagen, dass der Zehn-Minuten-Takt kein kurzfristig zu erreichendes Ziel ist“, so Björn Lüttmann. „Als Abgeordneter für unsere Region setze ich mich aber für dieses ein, wohlwissend, dass wir auch im starken Konkurrenzkampf mit anderen Orten und Regionen stehen.“

Von Robert Tiesler

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