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Zuzug: „Ein Potpourri von guten Gründen“

Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes, im Interview Zuzug: „Ein Potpourri von guten Gründen“

Der Bürgermeister äußert sich im Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung über den demographischen Wandel, Flüchtlinge, Bauen und Wohlfühlen in der Gemeinde.

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Bürgermeister Bernd-Christian Schneck.

Quelle: FOTO: Stefan Blumberg

Löwenberg. Bernd-Christian Schneck ist im 24. Dienstjahr als Gemeindeoberhaupt tätig. Im Interview zum Jahreswechsel spricht er über demographische Zahlen, Infrastruktur und Pläne für das neue Jahr.

MAZ: Herr Schneck, vor einigen Tagen wurden Zahlen veröffentlicht zur Bevölkerungsentwicklung. Die stimmen nicht mit den tatsächlichen in der Gemeinde überein. Was sagen Ihre Zahlen aus?

Bernd-Christian Schneck: Alte Prognosen besagen, dass wir jetzt in etwa 7000 Einwohner haben müssten. Wir liegen aber bei 8101 – ein gegenläufiger Trend. Seit drei Jahren steigen die Zahlen um durchschnittlich ein Prozent. Unsere Kitas sind voll. Die Geburten- und Sterberate hält sich in etwa die Waage.

Woran liegt das?

Schneck : Am Mut der Menschen, wieder mehr Kinder zu bekommen. Aber auch an gezielten Investitionen, speziell in Kindertagesstätten und die Schule. Die Qualität der Einrichtungen spielt eine Rolle. Die P&&R-Anlage in Grüneberg, günstiges Bauland, eine gute Anbindung – es ist ein Potpourri von Gründen.

Nassenheide wächst besonders stark – sehen die Zahlen ohne den Ortsteil auch so aus?

Schneck: Ja, auch ohne Nassenheide legen wir zu, insbesondere in den Ortsteilen, die an der Bahn liegen.

Die Flüchtlinge sind das große Thema des Jahres, auch in Oberhavel. Im Löwenberger Land gibt es noch keine Unterkunft, auch keine Notunterkunft. Wird sich das ändern?

Schneck: Natürlich müssen wir damit rechnen, dass der Landkreis auf uns zukommt. Wir sind nicht die einzige Kommune, in der noch kein Flüchtling untergebracht wurde. Das hat damit zu tun, da sich bei uns keine Immobilie befindet, die dem Kreis, dem Land oder dem Bund gehört. Vertreter vom Landkreis reden mit privaten Anbietern. Natürlich stellen wir uns der Verantwortung, sollte es im Löwenberger Land zur Unterbringung von Asylbewerbern kommen.

Die Gemeinde hat im abgelaufenen Jahr eine Menge Geld in die Hand genommen. Welche sind die wichtigsten Investitionen?

Schneck: Wir haben viel gemacht, aber nichts Spektakuläres. Dass die beiden Radwege von Linde nach Grieben und vom Grüneberger Knick nach Teschendorf fertig sind, freut uns alle sehr. Das waren jahrelange Kämpfe. 1,2 Millionen Euro flossen in die Abwasser-Erschließung des alten Dorfes von Nassenheide. Der Straßenbau in der Waldsiedlung von Nassenheide wurde vervollständigt. Abgehakt ist der Fünfrutenweg in Teschendorf oder der Wendehammer in Falkenthal. Dass die Wege auf den Friedhöfen in Löwenberg und Grüneberg gemacht wurden, finde ich genauso wichtig.

Wofür wird im nächsten Jahr Geld ausgegeben?

Schneck: Das Radwegenetz wird weiter ausgebaut; erst in Teschendorf. Wir hoffen, das Stück von Teschendorf nach Nassenheide hinzubekommen. Dann hätten wir neben dem Radweg Berlin-Kopenhagen eine zweite Anbindung von Berlin in unsere Gemeinde. In Kitas, Hort und Schule wird weiter investiert. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Teschendorf beginnt 2016. Und dann muss man sagen, dass wir jetzt an einem Punkt angekommen sind, wo wir das erhalten müssen, was in all den Jahren gebaut wurde. So gibt es eine Summe von zirka 80 000 bis 100 000 Euro, die wir in die Sanierung von Straßen und Gehwegen stecken.

Die Versorgung mit Ärzten auf dem Lande wird häufig beklagt. Wie schätzen Sie die Situation in der Gemeinde ein?

Schneck: Gut, dass der junge Herr Ordel bei seinen Eltern eingestiegen ist. Mit der Physiotherapie von Jeanette Ordel sind wir gut aufgestellt. Ich denke, die Grundversorgung ist gewährleistet. In Häsen und Neulöwenberg praktizieren übrigens seit einiger Zeit zwei Psychologen. Sorge bereitet mir bei den steigenden Kinderzahlen der Erhalt der Stelle für einen Kinderarzt in unserer Gemeinde.

Warum fühlen sich die Menschen im Löwenberger Land wohl?

Schneck: Wir haben etwa 40 Vereine, in denen 3000 bis 4000 Menschen aktiv sind: Chöre, Sportvereine, die Christliche Bürgerhilfe. Für das Schlossfest wurde ein Ersatz geschaffen, wir haben Erntefeste, Kirchengemeinden, Ortsbeiräte, Feuerwehren, Unternehmen, die sich alle engagieren. Es gibt kein Parteiengezänk. Das alles trägt dazu bei, dass es hier angenehm ist. Ihnen möchte ich danken und allen ein erfolgreiches und gesundes, neues Jahr wünschen.

Von Stefan Blumberg

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