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Oranienburg Zwei Jahre lang kinderpornografische Bilder empfangen
Lokales Oberhavel Oranienburg Zwei Jahre lang kinderpornografische Bilder empfangen
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01:15 03.08.2018
Vorm Amtsgericht in Oranienburg wurde am Dienstag ein brisanter Fall verhandelt. Quelle: Michael Hübner
Oranienburg

„Wer pornografische Schriften, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben …….. bezieht, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft“, heißt es im Strafgesetzbuch (StGB).

In 27 Fällen Bilder und Dateien heruntergeladen

Genau deshalb saß Frank R. am Dienstag vor dem Strafrichter des Amtsgerichtes Oranienburg. Er hatte von 2013 bis 2015 nachweislich in 27  Fällen Bilder und Dateien aus dem Internet auf zwei Handys her­untergeladen. Auf den Videos und anderen Darstellungen waren eindeutige pornografische Handlungen an Minderjährigen – zum Teil acht- bis neunjährige Mädchen – zu sehen.

Angeklagter zeigt sich reumütig

Schwer atmend, mit gesenktem Kopf gab der 40-jährige Hennigsdorfer den Vorwurf zu. Reumütig sagte er: „Ich gebe alles zu und schäme mich zu Boden. Ich bin nicht pädophil, ich stehe auf Frauen. Ich weiß nicht, was mich geritten hat.“ Er habe über einen entsprechenden Bezahlfernsehsender übers Internet Kontakt mit einem Mann bekommen, der ihm kinderpornografische Bilder schickte. So habe es angefangen und er könne sich bis jetzt nicht erklären, weshalb er über zwei Jahre weiter in diesem schmutzigen Metier hängengeblieben wäre. „Ich habe mir das eingebrockt und muss dafür geradestehen“, unterstrich er sein Geständnis.

Staatsanwältin emphiehlt Therapie

„Das sagen alle, die vor mir auf der Anklagebank sitzen!“, konterte die Staatsanwältin, die für solche Fälle vom Sonderdezernat aus Cottbus angereist war. Es fiele ihr schwer zu glauben, dass beim Angeklagten keine pädophilen Neigungen vorhanden seien. „Was halten Sie von einer Therapie?“ „Ich mache alles, was Sie von mir verlangen“, beteuerte Frank R. und fügte hinzu: Ich kann gut mit Kindern, habe selbst zwei Enkeltöchter, die zwei und viereinhalb Jahre alt sind.“

Handys beschlagnahmt

Die Anklägerin begründete, weshalb es erst jetzt zur Verhandlung gekommen sei. Es ist sehr zeitaufwendig, alle diese Bilder und Dateien auszuwerten und die meist dahinter stehenden Netzwerke trockenzulegen. So sei es ja auch zu der Festnahme und Verurteilung seines anfänglichen Anbieters gekommen und zur Wohnungsdurchsuchung und Beschlagnahme der beiden Handys des Angeklagten am frühen Morgen des 3. März 2015.

Nicht vorbestraft und geständig

Ein Jahr Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden kann, beantragte die Staatsanwältin. Sie berücksichtigte dabei strafmildernd, dass der Bauhelfer bisher nicht vorbestraft und geständig ist. Als Bewährungsauflage müsse sich der Angeklagte nunmehr einer Therapie unter Aufsicht eines Bewährungshelfers unterziehen.

Zehn Monate auf Bewährung und 1000 Euro für die „Pur“

Der Richter beließ es in seinem Urteil bei zehn Monaten auf Bewährung. Aber als Auflagen muss Frank R. 1000 Euro an die „Pur“ Hennigsdorf zahlen. Weiterhin muss er sich solange einer Therapie unterziehen, bis von der entsprechenden Einrichtung bestätigt wird, dass eine Behandlung nicht mehr nötig ist und dass er ohne Beobachtung mit Kindern zusammen sein darf. Zur Kontrolle bekommt er einen Bewährungshelfer.

Angeklagter nimmt Urteil erleichtert an

„Was mir in diesem Verfahren zu kurz gekommen ist – denken Sie an die Kinder, die hilflos diesen Verbrechern ausgesetzt sind“, schloss der Richter die Urteilsbegründung. „Ich möchte mich für das Verständnis bedanken“, sagte der Angeklagte erleichtert „und nehme das Urteil an.“ Es ist somit rechtskräftig.

Von Helmut Schneider

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