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Oranienburg Verzögerungen bei der Schuluntersuchung
Lokales Oberhavel Oranienburg Verzögerungen bei der Schuluntersuchung
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20:05 16.04.2019
Schuluntersuchung Quelle: Landkreis Oberhavel
Oranienburg

Der Leiter des Fachbereichs Gesundheit, Amtsarzt Christian Schulze, informiert darüber, dass die Schuleingangsuntersuchungen nicht wie vorgeschrieben bis zum 30. April abgeschlossen sein werden. Grund hierfür ist eine Häufung gesundheitsbedingter Ausfälle im Bereich des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. „Auch mit viel zusätzlichem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war es bisher nur bedingt möglich, den personellen Engpass zu überbrücken“, so Schulze. Trotz einer zusätzlichen Ärztin in Weiterbildung, die das Team unterstützt, werden die Schuleingangsuntersuchungen im Landkreis Oberhavel voraussichtlich bis Ende Juni 2019 andauern“, so der Mediziner.

Verständnis für Verärgerung

Schulze drückt sein Bedauern über die gegenwärtige Situation aus und zeigt Verständnis für die Verärgerung auf Seiten der Schulen, Gemeinde- und Stadtverwaltungen und im Besonderen bei den betroffenen Eltern. Insgesamt werden auch in diesem Jahr circa 2100 Kinder untersucht. Dafür stehen regulär fünf Teams mit insgesamt zehn Mitarbeiterinnen bereit. „Bis zu 200 Untersuchungen pro Woche können wir nach landeseinheitlichem Standard gewährleisten, wenn alle Kollegen zur Verfügung stehen. Doch dieses Pensum war in diesem Jahr nicht zu halten“, so der Amtsarzt.

Rund 800 Kinder noch nicht untersucht

Noch immer warten rund 800 Kinder auf ihre Untersuchung. Nach dem Brandenburgischen Schulgesetz ist bei allen Kindern vor Beginn ihrer Schulpflicht eine Schuleingangs-untersuchung zur Feststellung der gesundheitlichen Schulfähigkeit durchzuführen. In der Regel findet diese zwischen Januar und April eines jeden Jahres statt und wird durch den Fachbereich Gesundheit in Absprache mit den Schulen organisiert, damit die Schulen in der Lage sind, die entsprechenden Zuweisungsbescheide zu versenden.

Das staatliche Schulamt Neuruppin wurde über den Verzug informiert, dieses wiederum informiert die betroffenen Schulen.

Über die Schuleingangsuntersuchungen

Für die Kinder ist die Schuleingangsuntersuchung ein großer Tag, aber auch die Eltern sind häufig aufgeregt. In rund 45 Minuten werden nach einheitlichem Standard in ganz Brandenburg verschiedene Entwicklungsbereiche beleuchtet.

Zur Schuluntersuchung gehören unter anderem auch verschiedene Sehtests. Quelle: Landkreis Oberhavel

So werden Größe und Gewicht gemessen, motorische Fähigkeiten wie grobmotorische Geschicklichkeit und Kraft sowie das Handgeschick beurteilt. Die Feststellung einer Links- oder Rechtshändigkeit ist bedeutsam für die zukünftige Sitzposition sowie die Schreibhaltung und die Auswahl von Arbeitsmaterialien. Auch ein Hör- und verschiedene Sehtests werden durchgeführt, denn wer schlecht hört oder sieht, kann dem Unterricht nur unzureichend folgen.

Ärzte beraten Eltern und Lehrer

Körperliche Beeinträchtigungen und chronische Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, Diabetes, Herzfehler oder Krampfleiden können den Alltag eines Schulanfängers erheblich verändern. Die Erkrankung selbst aber auch die Nebenwirkungen von Medikamenten können für den Schulalltag relevant sein, manchmal sind spezifische Hilfen in der Schule für einzelne Kinder notwendig. Die Ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes beraten Eltern und Lehrer über mögliche schulische Maßnahmen.

Sprechen und Verstehen sind wichtig

Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt ist die sprachliche und geistige Entwicklung der Schulanfänger, denn gutes Sprechen und Verstehen gehören zu den Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schulstart. Wie gut sind der Wortschatz und der Satzbau des Kindes entwickelt? Welches Interesse zeigt das Kind an den Angeboten der Vorschule? Sind Farbenkenntnisse und ein beginnendes Mengenverständnis vorhanden? Für diese und andere Fragen interessieren sich die Kinderärzte.

Kinder müssen Kontakte knüpfen können

Die Herausforderungen des Schulalltags erfordern nicht zuletzt soziale Kompetenzen und eine ausreichende emotionale Stabilität. Anders gesagt: Kinder müssen Kontakte knüpfen können, Freunde finden, Anforderungen und Anregungen vom Lehrer annehmen, eigene Bedürfnisse aufschieben, neugierig auf Rechnen, Lesen und die Dinge sein, die es in der Schule zu lernen gibt. Die Beurteilung dieser Kompetenzen ist im Rahmen der Einschulungsuntersuchung nicht immer einfach. Manchmal haben die Schulanfänger einen „schlechten Tag“ und machen nicht sehr bereitwillig mit. Das Gespräch mit den begleitenden Eltern und die Erfahrung der Mitarbeiter helfen jedoch oft weiter.

Impfstatus muss erfasst werden

Das Gesundheitsamt ist gesetzlich gehalten, beim Schuleintritt den Impfstatus zu erfassen und wird die Eltern gegebenenfalls über fehlende Impfungen informieren, die baldmöglichst beim niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt nachgeholt werden sollten.

Endgültige Entscheidung fällt die Schulleitung

Bei der Schuleingangsuntersuchung wird also nicht nur beurteilt, ob die Kinder rein körperlich für die Schule geeignet sind, sondern es entsteht ein Gesamtbild über Fähigkeiten, Stärken und Schwächen für jedes künftige Schulkind. Die Ergebnisse der Untersuchung werden mit den Eltern besprochen, sie erhalten Hinweise zu Förder- und Therapiemaßnahmen, die vor Schulbeginn noch angeraten sind. Anhand der Untersuchungsergebnisse erstellen die Ärzte eine schulärztliche Empfehlung, die ein Baustein im Aufnahmeverfahren der Schulanfänger ist. Die endgültige Entscheidung, ob ein Kind eingeschult wird, fällt die Schulleitung.

Von MAZonline

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