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Oberhavel Oranienburger Innenstadt mit wenig Anziehungskraft
Lokales Oberhavel Oranienburger Innenstadt mit wenig Anziehungskraft
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00:40 02.03.2018
Viele Oranienburger vermissen in Oranienburgs Innenstadt, wie hier auf der Bernauer Straße, attraktive Angebote auch für die Jüngeren. Quelle: Bert Wittke
Oranienburg

Die Oranienburger wünschen sich eine attraktive Innenstadt. Das ist nicht neu und es ist auch kein Geheimnis. Die Liste ihrer Vorschläge ist lang, angefangen von kostenlosen Parkplätzen über attraktive Geschäfte auch für die jüngere Zielgruppe bis hin zu Eisdielen, Cafes und Restaurants, in denen die Besuchern nach dem Bummeln noch gemütlich verweilen können.

Oranienburger wünschen sich Einkaufscenter, Eisdiele und Cafés

Hans Peter lebt seit 15 Jahren in Oranienburg. Er findet: „Die Innenstadt müsste belebter werden. Beim jetzigen Zustand braucht man sich nicht wundern, wenn die Leute nach Berlin zum Einkaufen fahren.“ Oft schon sei es ihm zudem passiert, dass er gerade rund um den Schlossplatz von Besuchern gefragt werde, ob es in der Stadt ein Cafe oder eine Eisdiele zum Verweilen gibt. Stets könne er diese Frage „dann nur mit nein beantworten“. Martina Popiena stimmt ihm zu, und ergänzt: „Ich würde mir ein tolles Einkaufscenter wünschen. Mal nach getaner Arbeit mit der Familie shoppen, schlendern, Eis schleckern und zu Abend essen“, schwärmt die Oranienburgerin. In der Realität allerdings ist „großes Shoppen in Oranienburg ein No Go“. Sie fahre daher nach Berlin, denn dort bekomme sie immer, was sie suche.

Schnelle Lösungen gibt es nicht

Es sind Aussagen, die Stefan Wiesjahn kennt. Er kümmert sich bei der Stadt um das Geschäftsstraßenmanagement Oranienburgs. Als sich in der vergangenen Woche auf der MAZ-Facebookseite eine Diskussion der Leser zur Attraktivität der Innenstadt entspann, verfolgte er diese intensiv und „freudig. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Leute sich Gedanken machen, sich äußern und Argumente bringen, um etwas zu verbessern. Das hält die Diskussion am Laufen“. Ein wichtiger Punkt, denn „schnelle Lösungen, für die Innenstadt gibt es nicht“. Gefragt seien Geduld, Hartnäckigkeit und viel Überzeugungsarbeit. Wiesjahn ist in vielerlei Hinsicht stets im Gespräch – mit Händlern, Hausbesitzern, Geschäftsleuten, Investoren, aber auch Oranienburgern. Und dem neuen Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos). Im März sitzen beide zusammen. Einen „intensiven Austausch über seine Gedanken zur Entwicklung der Innenstadt“ erhofft sich Wiesjahn vom neuen Stadtoberhaupt. „Und dann gucken wir mal, was wir gemeinsam mit der Stadt bewirken können.“

Aufenthaltsqualität erhöhen, Erlebnisse schaffen

Großes Ziel, so Wiesjahn, sei es, die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen und Erlebnisakzente zu setzen. Ein Einkaufszentrum, welches sich viele Oranienburger als zentrale Anlaufstelle für Shoppingausflüge wünschen, sei nicht abwegig. Vorstellbar sei es auf der freien Fläche in der Rungestraße gegenüber der alten Fleischerei. „Dieser Bereich wird für den Handel auch freigehalten.“ Neben städteplanerischen Aspekten, die eine Rolle spielen („Solch ein Zentrum sollte von der Bernauer Straße aus sichtbar sein.“), muss auch ein Investor für solch ein Projekt gefunden werden.

Parkplatzsituation im Zentrum nervt potenzielle Kundschaft

Es ist Zukunftsmusik, von der Wiesjahn ebenso wie die Oranienburger träumen. Vorerst gilt es, pragmatische Lösungen für die drängendsten Probleme zu finden. Stefanie Gilz bringt es auf den punkt: „Es fängt ja schon damit an, dass ich ewig zum Suchen eines Parkplatzes brauche. Finde ich einen, muss der bezahlt werden.“ Viele Besucher sind ähnlicher Meinung wie die Oranienburgerin – gemütliches Bummeln sei kaum möglich, wenn im Hintergrund die Parkuhr ticke. Wiesjahn ist die Thematik wohlbekannt. Er verweist auf die jüngst geplanten Anpassungen des Parkraumbewirtschaftungskonzepts, nachdem beispielsweise zukünftig im 30-Minuten-Rhythmus statt im Stundentakt abgerechnet werden kann (MAZ berichtete). Grundsätzlich jedoch „besteht das Konzept nun mal, damit müssen wir alle leben“.

Immer mehr Dienstleistungsunternehmen

Dass zahlreiche Dienstleistungsunternehmen ähnlicher Art das Stadtzentrum zunehmend fluten, ist auch in den Augen des Geschäftsstraßenmanagers nicht immer die beste Lösung. „Die Innenstadt ist leider überladen von China-Restaurasst und Friseur-Läden“, findet beispielsweise Anne-Marie Schwenkhoff. Gut fand die junge Frau die „Stempelsammlung anlässlich eines Fests. Man musste in jedes Geschäft gehen, um sich Stempel zu holen. Bei einer vollen Karte konnte man an einem Gewinnspiel teilnehmen. So hat man wirklich alle Geschäfte mal kennengelernt.“

Der nächste Innenstadt-Treff, bei dem Wiesjahn erneut Händler, Gewerbetreibende und Dienstleister zum Austausch zusammenbringen will, ist im Mai/Juni 2018 geplant.

Kommentar: „Ein Teufelskreis“

Das Angebot einer attraktiven Innenstadt unterliegt einem Teufelskreis. Viele Einwohner und Besucher möchten liebend gern in Oranienburg bummeln, schauen, durch Geschäfte stöbern und einen erfolgreichen Shoppingausflug in einem Café gemütlich ausklingen lassen. Vieles davon bietet das Zentrum jedoch nicht. Das muss sich ändern. Denn so weichen die potenziellen Kunden oft in die nahe Metropole Berlin aus. Doch genau sie fehlen der Stadt, wenn es darum geht, attraktive Geschäfte neu in die Stadt zu holen. Denn natürlich rechnen Unternehmer genau durch, ob sich für sie der Standort Oranienburg lohnt. Die Stadt wächst. Schlägt sich dieses Wachstum auch in den Kundenzahlen rund um den Boulevard nieder, gewinnt die Innenstadt an Attraktivität. Für Unternehmen und für Shoppingfreunde.

Von Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

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