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Oberhavel Oranienburger Lebensfreude
Lokales Oberhavel Oranienburger Lebensfreude
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19:46 04.06.2016
Das Kurfürsten-Paar in der Kutsche. Quelle: Andrea Kathert
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Oranienburg

Unvergessliche Schnappschüsse und Erinnerungen, die sind am Sonnabend wohl zu Tausenden entstanden: Mit dem Festumzug haben die Oranienburger ihre Stadt zum 800. Geburtstag und wohl auch sich selbst beschenkt. Es war ein zweistündiger Tross voller Lebensfreude: Bunt, laut, voller Ideen, modern. Und wer nicht bei einem der 63 Bilder als Akteur dabei war, der feierte das Ganze am Straßenrand. Jubelte Familie, Freunden, Enkeln zu.

Rockte den Umzug: Caritas-Wohnbereitsleiterin Gerlinde Fielitz (M). Quelle: Andrea Kathert

So wie Christine Masurowski, die zwar in Zühlsdorf lebt, aber 20 Jahre bei der Polizei in Oranienburg gearbeitet hat. „800 Jahre, das gibt es nur einmal“, sagt sie und hat es sich in der Hitze auf dem Bordstein mit der Wasserflasche bequem gemacht. „Man muss das doch würdigen, was alle auf die Beine gestellt haben“, findet sie. „Außerdem sind zwei meiner sechs Enkel dabei“, sagt sie.

Ähnlich sieht es auch Heidi Krüger. Die Kindergärtnerin der Fröbel-Kita ist eine der Ordnerinnen in Orange am Straßenrand. Dass sie nicht nur Zuschauer ist, sondern auch noch einen Job am Festtag übernommen hat, „das tue ich gern für meine Stadt“, sagt sie.

Förster Hardy Schobel (r.) mit Beifahrer und Dackeldame Pia. Quelle: Andrea Kathert

Derweil rollt Wagen für Wagen an den Zuschauern vorbei. Schwitzen ist angesagt in der Prallsonne. Der guten Laune tut das keinen Abbruch. Immer wieder jubeln sich Leute zu, winken: Ach, Du bist auch dabei?!

Geschäftsleute haben ihre Schaufenster mit bunten Ballons geschmückt, auf der „Paradestrecke“ schauen die Bewohner der Bernauer Straße aus den Fenstern. Sonst haben sie es nur ziemlich laut, am Sonnabend saßen sie mal in der ersten Reihe, hatten die besten Plätze beim Festumzug.

Uta Gerber, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Oberhavel-Süd.. Quelle: Andrea Kathert

Vorneweg marschierte ein gut gelaunter Bürgermeister mit Strohhut. Die Stadtverordneten und Gäste der Partnerstätte an der Seite. Dann ging es Schlag auf Schlag: Das Kurfürstenpaar im Landauer rauscht vorbei, Kapellen, Sänger, Pferdekutschen, Tieflader, der Alte Fritz, Trommler, Trabis, eine riesige Burg, Boote, Ballons, ein Schulleiter als Zirkusdirektor, ein Lehrer im FDJ-Hemd, Nonnen und ein Saurier – sie alle gaben ihr Bestes. Es gibt frisch gezapftes „Oranienbier“ vom Fass. 100 Liter im Laufen. Der Schankwirt schwitzt. Innenmister „Kalle“ Schröter schreitet mit der SPD und singt „wann wir schreiten Seit an Seit.“ Fahrradhändler Ulrich Hebestreit kurvt mit dem Hochrad umher. Bloß nicht anhalten! Und der Interregio auf dem Bahngleis über der Stralsunder Straße grüßt den Festumzug mit einem lauten Tuten. 800 Jahre Stadtgeschichte im Zeitraffer und unterhaltsam dargeboten.

Auch Barbara Luxner ist begeistert. Obwohl sie schon vor 24 Jahren von Stuttgart nach Berlin und schließlich nach Friedrichsthal gezogen ist, bleibt sie sofort am schwäbischen Dialekt zu erkennen. „Ich bin aber längst Oranienburgerin“, betont sie. Friedrichsthal sei traumhaft schön „und 800 Jahre sehr wohl ein Grund, hier mit zu feiern“.

Kaja Wojak registrierte am Park-&-Ride-Platz die Teams. Quelle: Andrea Kathert

Nach zwei Stunden ist der Umzug vorbei. Räder, Rollifahrer, Fußgänger schließen sich an, bevölkern die Schlossbrücke. Technik des Stadthof sorgt für einen schnellen Kehraus. Die Feiermeile leert sich. Es geht ans Feiern auf dem Schlossplatz. Den Durst mit einem Bier löschen. Ein Nachmittag und Abend mit Musik ist angesagt.

Genießen auf dem Bürgersteig: Christine Masurowski.. Quelle: Andrea Kathert

Von Heike Bergt

Durch die Innenstadt von Oranienburg (Oberhavel) zog sich am Sonnabend der zwei Kilometer lange Festumzug. Der Höhepunkt der 800-Jahr-Feier hatte bei bestem Wetter rund 1700 Teilnehmer und etwa 15.000 Besucher. Die MAZ war mit mehreren Reportern vor Ort. Lesen Sie im Liveticker die Höhepunkte des Tages nach.

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