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Oberhavel Oranienburger Powerfrau
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13:29 20.05.2015
Ruth Ade (links) hat die Fußpflegepraxis nach der Wende gegründet. Jennifer Gummelt wird sie bald übernehmen. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Mit dem Mauerfall 1989 war auch ihr Job als Krankenschwester bei der Nationalen Volksarmee im Regiment in Lehnitz weg. Doch Ruth Ade, damals 41 Jahre alt, wusste schon kurze Zeit später, was sie beruflich machen will. Denn bei einem Hilfseinsatz im Pflegeheim in Oranienburg hatte sie gesehen, wie es um die Füße der alten Menschen bestellt war.

Sie sei nach Hause gekommen und habe zu ihrem Mann gesagt: „Ich mach mich selbstständig, du musst mir unser Kellergeschoss zur Praxis umbauen.“ Gesagt, getan. Am 1. Juni 1990 eröffnete sie ihre Fußpflegepraxis im Souterrain ihres Einfamilienhauses an der Werrastraße in Oranienburg-Süd, ein Jahr später kamen der Kosmetiksalon und vier Jahre später die öffentliche Sauna dazu – eine der ersten nach der Wende in Oranienburg.

Als Ausbilderin nach China

Ihr handwerklich geschickter Mann und ihr Sohn, der gerade Fliesenleger lernte, bauten so, wie sie es wollte und hielten ihr den Rücken frei. Sie legte los. Und was Ruth Ade beginnt, das macht sie richtig. Sie absolvierte Lehrgänge in Farb- und Stilberatung und für Visagisten. Weil sie erkannte, dass wegen der vielen Diabetiker eine medizinische Fußpflege dieser Patienten notwendig war, ließ sie sich 2004 zur Podologin ausbilden. Ihr guter Ruf sprach sich offensichtlich herum. Denn als die Firma Gerlach, die die Gehwohl-Fußpflegeprodukte herstellt, deutschlandweit Podologen als Ausbilder für China suchte, wurde Ruth Ade als eine von zweien genommen.

In Peking schulte Ade dortige Fußpfleger in Medizintechnik und in Spangentechnik. Man schickte bewusst zwei Podologinnen aus dem Osten nach China. Denn so wie im Osten Deutschlands war auch in China die Spangentechnik völlig unbekannt. Mit dieser Technik werden einwachsende Fußnägel mit Hilfe einer Spange auf den Nagelecken am Einwachsen ins Nagelbett gehindert. Eine Operation kann dadurch vermieden werden.

Anderen Kulturen gegenüber immer offen

Ruth Ade ist ein Mensch, der fachlich Neuem und auch anderen Kulturen immer offen begegnet. Zur chinesischen Dolmetscherin hat sie heute noch engen Kontakt. Sie drängte die damalige Germanistikstudentin, ein Auslandsstudienjahr in Göttingen zu absolvieren. Alle Semesterferien in jenem Jahr verbrachte die junge Chinesin natürlich bei Ades in Oranienburg-Süd.

Das ist nicht der einzige Kulturenmix bei Ades. Der Sohn lebt in der Schweiz mit einer Kasachin zusammen. Die Enkelkinder Dima und Stefanie sind ebenfalls regelmäßig in den Ferien zu Besuch.

Ende Mai feiert Ruth Ade mit Berufskollegen, Ärzten und langjährigen Patienten das 25-jährige Bestehen ihrer Praxis. Die 66-Jährige bereitet so langsam ihren beruflichen Ausstieg vor. Doch die Praxis wird weiterhin im Privathaus der Ades an der Werrastraße bleiben. „So kann ich mit meinem geliebten Job verbunden bleiben und bei Urlaub oder Krankheit stets einspringen“, sagt Ade.

Jennifer Gummelt ist Nachfolgerin

Ihre Mitarbeiterin Jennifer Gummelt (25) wird in diesem Jahr die zweijährige Direktausbildung zur Podologin beginnen und die Praxis später übernehmen. Ruth Ade hat ein Händchen für junge Leute. Bereits acht Podologen hatten sich bei ihr Praxiserfahrungen geholt. Alle kommen zu ihrer Jubiläumsfeier. Ade: „Ich hatte auch so tolle Ausbilder, als ich Krankenschwester lernte. Ich möchte, dass jede Auszubildende alles kann.“

Von Marion Bergsdorf

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