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Oberhavel Füße tragen uns durch’s ganze Leben
Lokales Oberhavel Füße tragen uns durch’s ganze Leben
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19:34 24.09.2018
Orthopädieschuhmacher-Meister Stephan Heidrich aus Birkenwerder bei der Arbeit. Quelle: Nadine Bieneck
Birkenwerder

„Ich hab’s sofort am Knie, laufe ich mal drei Tage ohne Einlagen“, berichtet Jürgen Becker. Der 76-Jährige ist eigens aus Berlin-Reinickendorf nach Birkenwerder gereist, um seine nagelneuen Schuhe in

Jürgen Becker lässt seine Füße vermessen, anschließend passt Stephan Heidrich neue Einlagen für den Berliner an. Quelle: Nadine Bieneck

versierte Hände zu geben und anpassen zu lassen. Seit über zehn Jahren ist für den Berliner Orthopädieschuhmacher-Meister Stephan Heidrich aus Birkenwerder dafür der richtige Mann. Der 48-Jährige übernahm das Unternehmen 2001 als Geschäftsführer. Zuvor hatte Vater Franz Heidrich die vor sechzig Jahren in Velten als Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) gegründete Institution über viele Jahre aufgebaut und erfolgreich durch die Wogen der Vor- und Nachwendezeit gesteuert. Dass die Orthopädie-Schuhtechnik GmbH am kommenden Sonntag ihr 60. Jubiläum feiert, macht den Birkenwerderaner “schon stolz. Das hört man heute ja nicht mehr so oft.“Am Donnerstag gibt es einen großen Aktionstag für die Kunden, am Freitag für die Belegschaft.

Leidenschaft für sein Handwerk

Heidrich liebt vor allem die Vielseitigkeit seines Berufes: „Ich arbeite mit Kunden, aber auch in der Werkstatt. Am Ende des Tages sehe ich, was ich mit meinen Händen geschaffen habe“, schwärmt er. „Mit unserer Arbeit können wir Menschen zu einem besseren Leben verhelfen. Wenn wir ein Problem lösen konnten, macht mich das glücklich.“ Insgesamt 16 Mitarbeiter sind an den beiden Standorten tätig, die über eigene Werkstätten verfügen. „Dadurch sind wir flexibel und können schnell auf Wünsche der Kunden reagieren.“

Hand- und Maßarbeit: In der eigenen Werkstatt werden die Schuhe in Handarbeit angefertigt. Quelle: Nadine Bieneck

Gearbeitet wird durchweg mit Materialien aus Deutschland, denn Heidrich legt nicht nur großen Wert auf die Qualität der Arbeit, sondern auch der dafür benutzten Stoffe. Der 48-Jährige strahlt große Leidenschaft für seinen Beruf aus. Das merken die Kunden. Die Meister-Sprechstunden – montags in der Hennigsdorfer Feldstraße 26, dienstags in der Hauptstraße 44 in Birkenwerder – sind stets gut besucht. Dann nimmt der Chef persönlich Maß, berät und begibt sich auf Lösungssuche. Die muss „nicht immer mit einem neuen Schuh enden“, sagt er. „Manchmal genügt auch eine physiotherapeutische Behandlung.“

Unzählige Lieblingsschuhe in der Werkstatt gerettet

Neben der Maßanfertigung von Schuhen und Einlagen setzt Heidrichs Team auch Reparaturen an Schuhen sowie Lederbekleidung um und hält umfangreiches Schuh-Zubehör in den Geschäften vor. „Die Menschen werden im Alter zunehmend vitaler und achten mehr und mehr auf ihre Füße, die sie durchs ganze Leben tragen“, weiß er. Unzählige „Lieblingsschuhe“ haben seine Mitarbeiter in den vergangenen sechs Jahrzehnten gerettet, sei es durch neu gesetzte Nähte oder den Austausch durchgelaufener Sohlen.

Stephan Heidrich bei der Arbeit. Quelle: Nadine Bieneck

In die Zukunft schaut Stephan Heidrich daher positiv: „Kranke Füße gibt es immer, der Bedarf für unser Handwerk ist da.“ Daher bildet er seit vielen Jahren regelmäßig aus. „Unser Beruf ist krisensicher.“ Eine Azubistelle soll im kommenden Jahr wieder neu besetzt werden, die Chancen für eine anschließende Übernahme stehen gut. Denn: „Wir wollen uns verjüngen.“ Momentan liegt das Durchschnittsalter im Team bei 40 Jahren.

Mehr als tausend Modelle sind in der Werkstatt aufgereiht, jeder Kunde hat seine speziell angepasste, individuelle Vorlage. Quelle: Nadine Bieneck

Von Nadine Bieneck

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