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Ortsteile groß im Visier

Oranienburg Ortsteile groß im Visier

Die vergangenen zwei Wochen hat sich die MAZ verstärkt in den Ortsteilen von Oranienburg umgeschaut. Interessante Menschen mit ihren Geschichten kamen zu Wort. Dank der Hinweise der Einwohner wurden aber auch zahlreiche Probleme in den Dörfern aufgegriffen. Die MAZ wird weiter dranbleiben.

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Das Thema Wohnraum für junge Familien und ältere Menschen auf den Dörfern bewegt viele Einwohner, auch die in Germendorf.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. In den vergangenen zwei Wochen haben sich die MAZ-Redakteure besonders in den acht Ortsteilen von Oranienburg umgesehen. Innerhalb der Serie „MAZ zu Hause in ...“ lernten die Redakteure viele interessante Menschen kennen, hörten außergewöhnliche Geschichten und erfuhren, was an den Dörfern so liebenswert ist und welche Sorgen und Probleme die Menschen dort haben. Dies alles war möglich, weil sich viele Einwohner an der Fragebogenaktion beteiligten und der MAZ zahlreiche Anregungen gaben.

Die acht Ortsteile präsentieren sich zum Teil sehr unterschiedlich. Doch einige Sorgen bewegen die Einwohner gleichermaßen. Das ist zum Beispiel das Thema Wohnen auf den Dörfern. Oftmals gibt es keine Chance für junge Leute, sich in ihrem Heimatort eine Existenz aufzubauen, weil es einfach kein Bauland gibt. Andererseits würden die älteren Menschen gern ihre Höfe abgeben, aber trotzdem weiter im Ort wohnen bleiben. Doch wo sollen sie hin, wenn es keinen altersgerechten Wohnraum gibt in den Ortsteilen? Vielen bleibt nur, in die Kernstadt zu ziehen, wo sie oft aber nicht froh werden. Das Problem ist, dass die Priorität auf der Entwicklung der Innenstadt liegt. Nur dort, wo private Investoren den Bedarf erkannt haben, entstehen auch in den Ortsteilen altersgerechte Wohnungen, wie beispielsweise gerade in Sachsenhausen.

Auch der Öffentliche Personennahverkehr ist ein großes Thema auf vielen Dörfern, besonders bei den Senioren. Wer keine S-Bahnanbindung hat wie die Lehnitzer oder wenigstens noch einen Bahnhof wie die Wensickendorfer und die Sachsenhausener, der ist auf die Busse der Oberhavel Verkehrsgesellschaft (OVG) angewiesen. Doch die verkehren oft nur im Zweistundentakt. Da sie auch für die Schülerbeförderung zuständig sind, werden die Takte in den Ferien noch mehr ausgedünnt. Die Linien enden zudem oft am Bahnhof in Oranienburg. Wer einkaufen möchte, ins Krankenhaus muss oder zu Behördengängen in die Stadt kommt, muss noch mal in eine Stadtlinie umsteigen. Und dann aber auch genau planen, wann der Bus zurück ins Heimatdorf fährt. Hinzu kommt, dass der letzte Bus meistens schon kurz nach 20 Uhr zurückfährt. Das kulturelle Angebot der Stadt und die Abendveranstaltungen sind für ÖPNV-Nutzer tabu. Deshalb satteln doch viele Senioren aufs Auto um, obwohl sie sich in ihrem Alter gar nicht mehr gerne hinters Steuer setzen. Aber es bleibt ihnen nichts anderes übrig.

Die MAZ fragte auch nach, wie die Menschen mit der Infrastruktur zufrieden sind. Außer in Malz gibt es in allen Ortsteilen eine Kita. Auch die Grundschulen sind nicht das Problem. Die Kinder aus Wensickendorf und Zehlendorf kommen gut nach Schmachtenhagen. Die Malzer Kinder fahren nach Friedrichsthal. Auch das ist gut machbar. Was die Einwohner mehr beschäftigt, sind fehlende Einkaufsmöglichkeiten. Die Lehnitzer wünschen sich zum Beispiel nichts sehnlicher als wieder einen eigenen Supermarkt. Dieser Wunsch ist durchaus nachvollziehbar, zumal Lehnitz mit 3743 Einwohnern der größte Ortsteil von Oranienburg ist. Eine Einkaufsmöglichkeit in Wensickendorf, Zehlendorf oder Malz zu schaffen, mag ein verlockender Gedanke sein. Aber aus marktwirtschaftlicher Sicht wird es ein frommer Wunsch bleiben.

Die Ansichten, ob sich die Einwohner der Ortsteile gut in der Kernstadt integriert sehen, gehen ziemlich auseinander. Was wiederum zum Teil mit der Erreichbarkeit und der Infrastruktur auf den Dörfern zu tun hat. Manche fühlen sich gut integriert. Andere sehen sich total abgehängt und finden, dass zu viele Investitionen in die Kernstadt fließen und für die Dörfer zu wenig übrig bleibt. Immer wieder haben Bewohner auch angekreuzt, dass sie die Selbstständigkeit ihres Ortsteils wieder haben möchten.

Auch beim Thema Ortsbeirat scheiden sich die Geister. Die Palette reicht von der Meinung, der Ortsbeirat mache eine gute Arbeit bis hin zu der Aussage, die Mitglieder ihres Beirates gar nicht zu kennen. Am häufigsten wünschen sich die Einwohner aller Ortsteile, der Beirat möge sich mehr für ihre Interessen einsetzen.

Natürlich gibt es in jedem Ort Themen, die die Menschen zurzeit besonders bewegen. In Zehlendorf, Wensickendorf und Schmachtenhagen sind es die Pläne für eine Eierfabrik. Die protestierenden Einwohner sorgen sich um ihre Gesundheit und um die Lebensqualität auf ihren Dörfern. Die Lehnitzer brauchen mehr Platz in ihrer Schule. Und eigentlich auch in ihrer Kita. Beide Häuser platzen aus allen Nähten. Was wiederum einen erfreulichen Grund hat, denn Lehnitz gehört zu den Ortsteilen mit großen Zuzugszahlen. In Friedrichsthal überwiegt gerade die große Hoffnung, dass es in absehbarer Zeit einen Schulneubau geben wird. Den Malzern verhagelt zur Zeit das Thema Feuerwehr ein wenig die gute Laune. Eine Fusion mit Friedrichsthal, wo dann auch das neue Depot entstehen könnte, finden nicht alle Feuerwehrleute gut. Die Sachsenhausener würden sich mehr ausgebaute Wege wünschen. Nur ein Drittel der Straßen ist befestigt. Die Germendorfer hingegen haben andere Sorgen. Sie geben nicht auf im Kampf um Radwege.

Für die MAZ heißt das, es bleibt spannend in den Ortsteilen. Die Redakteure werden sich weiter um diese Themen kümmern.

Von Andrea Kathert

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