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Ostern als Zeit der Einsamkeit und Hoffnung

Schlosskapelle Hoppenrade Ostern als Zeit der Einsamkeit und Hoffnung

Die Hoppenrader Schlosskapelle beherbergt das Altarbild „Jesus in Gethsemane“. Es erinnert an die Bedeutung der Ostertage. Jesus hadert dort mit Gott. Ein Engel stützt ihn, gibt ihm Hoffnung. Den Kommerzgedanken zu Ostern will sich Pfarrer Tobias Ziemann nicht unterordnen.

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Das bläuliche Altarbild in der Hoppenrader Schlosskapelle .

Quelle: Marco Winkler

Hoppenrade. Von einem goldenen Rahmen flankiert hängt es mitten im Altar, das Gemälde von „Jesus in Gethsemane“. Bläulich wirkt es, fast etwas unscheinbar. Und doch verbirgt sich hinter der Geschichte des Abbildes in der Hoppenrader Schlosskapelle das ganze Spektrum der kirchlichen Ostertage.

Pfarrer Tobias Ziemann erklärt: „Es ist der Punkt, an dem Jesus hadert – mit Gott.“ Zu sehen ist Jesus knieend, etwas gebeugt, den Kopf nach unten gerichtet. Der Vollmond am Horizont, ein Lichtstrahl auf Gottes Sohn gerichtet. Der Ort: Gethsemane (auch: Getsemani), der Garten am Ölberg in Jerusalem. Die Darstellung zeigt Jesus am Gründonnerstag.

Er schenkt den Jüngern „eine Form der Erinnerung“ und merkt danach: er ist alleine. „Die Jünger sind zu schwach, um Jesus zu unterstützen“, so Pfarrer Ziemann, der im evangelischen Pfarramt Gutengermendorf die Kirchengemeinden Gutengermendorf, Häsen mit Klevesche Häuser und Neuhäsen, Großmutz und Hoppenrade betreut. Die Jünger schlafen immer wieder ein, dreimal insgesamt. Jesus ist verzweifelt, weiß nicht weiter. „Er wird sich seiner Einsamkeit bewusst, ist in dem Moment sehr menschlich“, sagt der 33-jährige Pfarrer.

„Lass diesen Kelch an mir vorübergehen!“

Dann ruft Jesus den Vers, den fast jeder kennt: „Lass diesen Kelch an mir vorübergehen!“ Nicht sein Wille solle geschehen, sondern der Gottes, so Tobias Ziemann. Bis Jesus schließlich ein am Himmelszelt Engel erscheint. Auf dem Altarbild hat er dunkles Haar, Flügel, einen Kelch und reicht Jesus die Hand; er baut ihn wieder auf. Nach der Darstellung auf diesem Bildnis folgt die Passion: Gefangenschaft, Tod am Karfreitag. „Jesus lässt sich ein auf den Weg“, erzählt Tobias Ziemann. In die Lamenti, Ostern sei doch nur noch ein Kommerzfest, ein Produkt der Werbung, will er nicht einstimmen. Für die Kirche sei Ostern als Festtagswoche noch wichtiger als Weihnachten. „Die Geburt Jesu haben die Menschen damals nicht miterlebt, dafür aber seinen Tod Karfreitag umso eindrucksvoller.“

Es folgt: Die Auferstehung an Ostersonntag. Von der gesamten Karwoche kündet also das Bild im Altar der Schlosskapelle. Von Einsamkeit, von Hader und Verzweiflung. Aber – am wichtigsten – eben auch von Hoffnung.

Neue Kanzelsanduhr und „Stille Tage“

Die Schlosskapelle Hoppenrade wurde 1724 erbaut. Eben erst beschlossen wurde die Restaurierung einer Kanzelsanduhr. „Im 18. Jahrhundert verkündete der König, dass eine Predigt nicht länger als eine Stunde dauern soll“, erklärt der 33-jährige Pfarrer. Das Holzgestell fällt beinahe auseinander. Kommende Woche schätzt ein Restaurator die Kosten.

Stille Tage (auch stille Feiertage genannt) werden laut Feiertagsgesetzt die Tage genannt, an denen besondere Einschränkungen gelten. Das Tanzverbot am Karfreitag ist wohl am bekanntesten. Auch der Volkstrauertag als staatlich angeordneter Gedenktag gilt als „Stiller Tag“.

Von Marco Winkler

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