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Oberhavel Paddler lassen die Stadt links liegen
Lokales Oberhavel Paddler lassen die Stadt links liegen
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17:57 10.06.2016
Mehr Kajak- und Kanufahrer sollten auf den Oranienburger Gewässern zu sehen sein. Ein Rundkurs würde sie anziehen. Quelle: Robert Roeske
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Oranienburg

Auf den Gewässern von Oranienburg einen Paddler vor die Linse zu bekommen, ist nicht so einfach. Am Freitag bevölkern zwar viele Drachenboote die Havel zwischen Schlossbrücke und Bollwerk. Aber das ist die Ausnahme – es ist Stadtfest. Eines der Aushängeschilder von Oranienburg, mit dem die Stadt um Touristen buhlt, ist die Havel, der Lehnitzsee, der Oranienburger Kanal. Für Motorboote alles schick und schön. Aber Freunde der muskelbetriebenen Wasserfahrzeuge lassen Oranienburg oft links liegen.

Dabei ist im hinteren Teil des Schlosshafens ein Supersteg für Paddler gebaut worden. Sogar eine Rampe für Rollstuhlfahrer gibt es. Einsam und verlassen blitzt der Edelstahl-Steg in der Sonne, kein einziges Paddelboot ist zu sehen. Zehn Schritte entfernt zeigt ein großes Schild mit der Aufschrift „Wasserwanderrastplatz“, dass die Kanufahrer ein wunderbares Plätzen für ihr Zelt hätten und in der ehemaligen Laga-Halle daneben ganz moderne Duschen, WCs, Waschmaschinen und Kochgelegenheiten finden. Mehr Komfort für Paddler geht nicht. Doch auf dem Wasserwanderrastplatz stehen nur jede Menge Wohnwagen und Caravane. Kein einziges, kleines Zelt. Von einem Kanuverleih ist auch nichts zu sehen oder zu lesen. Die TKO überlegt schon seit langem, ob sie im Hafen so was anbieten soll. Bis jetzt gibt es keine Pläne dafür.

Im Schlosshafen gibt es einen Extrasteg für Paddler. Er ist sogar barrierefrei. Quelle: Robert Roeske

Wer sich aber vorgenommen hat, den idyllischen Malzer Kanal im Naturschutzgebiet weiter nördlich zu erreichen, der muss auf der Havel vom Schloss aus einfach weiter paddeln und sich auf eine abenteuerliche Reise einstellen. Sobald die Industriebauten an der Sachsenhausener Straße verschwunden sind, wird’s romantisch. Bis zum Haveleck. Gerade aus weiter zu fahren, macht nur für eine kurze Strecke Sinn. Dann stoßen die Paddler auf die Sachsenhausener Rolle, schon das Rauschen des Wassers und die Strömung bedeuten: Hier ist umkehren ratsam. Der Wasserlauf endet später vor dem großen blauen Wehr an der B 96 in Sachsenhausen. Besser ist der Weg am Haveleck links abbiegend in Richtung großes Wasserkreuz, wo sich der Oranienburger Kanal und die Bundeswasserstraße nach Neuruppin treffen.

Am Wasserkreuz treffen die Havel, der Oranienburger und der Ruppiner Kanal zusammen.

Doch für die Paddler ist genau an der Abbiegung Schluss. Hier wurde die alte Friedenthaler Schleuse zugeschüttet. Das Abenteuer beginnt. Auf der linken Seite klappt es gerade noch so, die Boote aus dem Wasser zu hieven. Dann müssen sie über unwegsames, zugewuchertes Gelände geschleppt werden. Etwa 50 Meter durch Brennnesseln. Dabei ging es an dieser Stelle für Paddler schon mal einfacher. Unter Gras und Unkraut sind noch die verbogenen Schienen einer Bootsschleppe zu sehen. Auch das Einsetzen auf der anderen Seite erfordert einige Muskelkraft, doch es funktioniert. Nach kurzer Zeit kommt das Wasserkreuz in Sicht. Geradeaus würde es in die Ruppiner Gewässer gehen, über einen schnurgeraden Kanal bis zum Kremmener See. Nach links führt der Oranienburger Kanal bis zur Pinnower Schleuse. Eher eine Strecke für Motorboote. Nach rechts aber führt die Havel in Richtung Malz durch pure Natur. Aber leider nur bis zur Schleuse Sachsenhausen, die stillgelegt ist. Wer sie überwinden will, muss ordentlich Muckis haben, um die Boote eine steile Böschung hochzuziehen.

Die Schleuse in Sachsenhausen ist stillgelegt. Paddler könnten den Höhenunterschied überwinden, wenn eine Fisch-Kanu-Rutsche eingebaut wird.

Und wer sich dann noch todesmutig mit seinem Boot über die B 96 bewegt, kann hinter dem Schleusengelände wieder einsetzen. Das Naturschutzgebiet und die Idylle beginnen. Unter den wenigen Brücken kommen die Paddler gut durch. Bis zum Malzer Kanal. Die Fahrt endet wieder an einer stillgelegten Schleuse – dieses Mal die Malzer. Wer immer noch Lust hätte, an dieser Stelle umzutragen, könnte aus der Tour einen Rundkurs machen und in Richtung Süden über den Oder Havel-Kanal, die Lehnitschleuse und den Lehnitzsee zurück zum Schloss kommen.

Allein die Havel vom Lehnitzsee bis Malz könnte eine sehr romantische Tour sein, wenn nicht gar so viele Hindernisse für die Paddler lauern würden. Dieser Meinung sind auch die Grünen in Oranienburg und wollen daran etwas ändern. Und das sähe so aus: An der Friedenthaler Schleuse sollte eine Umtragemöglichkeit entstehen wie eine Bootschleppe oder zumindest ein Plattenweg für kleine Bootswagen. Die Schleusenbecken in Sachsenhausen und Malz könnten zu Fisch-Kanu-Rutschen wie in Fürstenberg umgebaut werden. Noch vorhandene Stege und Anlegestellen wieder herzurichten, wäre sicher machbar. Und schon wäre der Rundkurs perfekt. Wassersportler aus Oranienburg und Wasserwanderer würden sich freuen. In der Touristeninformation Oranienburg treffen solche Vorschläge auf offene Ohren. „Das können wir touristisch gesehen nur befürworten“, sagt Axel Petersen, selbst ein begeisterter Paddler.

Von Andrea Kathert

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