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Pappeln sollen Feuerholz werden

Hennigsdorf Pappeln sollen Feuerholz werden

Eigentlich sollten sich Künstler um die 24 gefällten Pappeln vom Platz der Maueropfer kümmern, die Bäume sollten etwa als Bänke auf den Platz zurückkehren. Doch nun plant die Stadtverwaltung, die altehrwürdigen Bäume im Biomasseheizkraftwerk zu verbrennen. Die Grünen sind von diesen Plänen nicht begeistert.

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24 Pappeln wurden auf dem Platz der Maueropfer gefällt. Eigentlich sollten sie zu Kunst verarbeitet werden, nun landen sie wohl im Ofen.

Quelle: Foto:R. Roeske

Hennigsdorf. Der Platz vor dem ehemaligen Grenzturm war ein Baumfriedhof: 24 Pappeln mussten Ende 2015 dort gefällt werden. Neun Pappeln wurden bereits in den vergangenen Jahren dort geschlagen, das Holz war teils durchgefault. Auch von den restlichen Bäumen hätten etwa Äste herunterfallen können, deshalb entschieden Mitglieder des Hauptausschusses im Juni 2015 den radikalen Kahlschag. Die SPD hatte beantragt, dass das Holz später künstlerisch verwertet werden soll. Das stelle einen würdigen Umgang mit den mächtigen und bedeutenden Bäumen dar, hieß es damals. Nun aber schlägt die Stadtverwaltung vor, die gefällten Stämme im Biomasseheizkraftwerk – wie es im schönsten Hennigsdorfer Amtsdeutsch heißt – „zur energetischen Verwertung freizugeben“. Im Klartext: Das Pappelholz soll im Biomasseheizkraftwerk verbrannt werden.

Für Grünen-Chefin Petra Röthke-Habeck ist das ganz und gar nicht akzeptabel. „Es war verabredet, dass wir die Bäume künstlerisch verwerten, wenn dafür noch Geld da ist. So würden sie noch mal eine Würdigung bekommen, wenn sie schon gefällt werden mussten“, erklärte die Grüne dazu. Sie wolle das Thema im ersten Koalitionsausschuss im neuen Jahr gemeinsam mit der SPD beraten und zum nächsten Bauausschuss einen entsprechenden Antrag zur Rettung des Pappelholzes vorlegen. Udo Buchholz vom Koalitionspartner SPD verweist indes darauf, dass im Antrag zur Verwertung des Holzes ausdrücklich geschrieben steht, dass über die künstlerische Verwendung des Holzes „nach Abschluss des Projektes innerhalb des Budgetrahmens entschieden wird.“ Und der sei nun mal mehr als ausgeschöpft.

Tatsächlich hatte die Verwaltung für die Sanierung des Platzes inklusive der neuen Rasenfläche und 16 junger Silberweisen 75 000 Euro eingeplant. Nun pendeln sich die Kosten laut Verwaltung sogar bei rund 95 000 Euro ein. Für die künstlerische Verwertung der Pappeln, die etwa als Bänke auf den Platz zurückkehren sollten, ist also offenbar kein Geld mehr da.

Birgit Tornow-Wendland (CDU) kann damit leben, dass die Pappeln wohl in den Ofen wandern. „Da nutzen sie unserer Fernwärme, und davon haben wir alle etwas.“ Das Budget sei ausgeschöpft, und Pappelholz eigne sich gar nicht, um es etwa in Form einer Bank draußen aufzustellen. Dafür sei das Holz zu weich, erklärt die CDU-Frau. Auch Anja Friedrich (Linke) sieht das so. „Mein Gott, es sind Pappeln, die wachsen wie nichts.“ Sie erinnert auch daran, dass die Stadt sparen müsse.

Doch selbst wenn die Pappeln verbrannt werden, wird es eine Erinnerung geben. Mit der Eröffnung des Grenzturms im April 2017 wird es auf dem Platz eine Fotodokumentation über die historische Pappelallee am alten Nieder Neuendorfer Kanal geben. Zu sehen sein werden auch die Pappeln, die Fällarbeiten und die Neupflanzungen.

Von Marco Paetzel

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