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Parkplatznot in Hennigsdorf-Nord

Hennigsdorf Parkplatznot in Hennigsdorf-Nord

Weil es in der Alsdorfer Straße in Hennigsdorf-Nord ab dem späten Nachmittag kaum freie Parkplätze gibt, muss Mike Sitte oft weite Wege zu Fuß gehen. Und das, obwohl der 41-jährige Platzwart des FC 98 schwerbehindert ist und ihm oft jeder Schritt wehtut. Die Nachbarn haben offenbar wenig Verständnis.

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Mike Sitte fällt das Gehen oft schwer. Doch weil es in der Alsdorfer Straße kaum Parkplätze gibt, muss er oft weite Wegen gehen.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Es wird wärmer, der Frühling kommt allmählich. Für Mike Sitte ist das eine gute Nachricht, denn dann kann der Platzwart des FC 98 Hennigsdorf wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Wird es aber nass und kalt, nehmen Sittes Schmerzen zu. Der 41-Jährige ist zu 50 Prozent schwerbehindert, er leidet unter Morbus Recklinghausen. Eine Krankheit, die immer neue Tumore unter seiner Haut sprießen lässt. Etwa 50-mal musste er schon unters Messer. Zudem hat Sitte eine Wirbelsäulenverkrümmung. „Bei schlechtem Wetter fällt mir das Gehen schwer, da holt mich meine Frau mit dem Auto von der Arbeit ab.“ Umso ärgerlicher findet er es, dass in Hennigsdorf-Nord ab 16 Uhr kaum noch ein Parkplatz zu finden sei. Speziell in der Alsdorfer Straße sei es kaum möglich, eine freie Stelle in der Nähe zu finden.

Mike Sitte muss mitunter mehrere hundert Meter laufen, wenn seine Frau Carolin irgendwo einen Parkplatz gefunden hat. Die Variante, dass sie ihn vor der Wohnung absetzt und dann alleine einen Parkplatz sucht, kommt für Sitte aber meistens nicht in Frage. „Bei dem, was aktuell in Hennigsdorf los ist, lasse ich sie nicht allein laufen.“ Das Pärchen lebt in einem Plattenbau in der Alsdorfer Straße, direkt davor gibt es in einer Kurve einige Parkplätze. Doch die Nachbarn zeigen nicht mal dann Verständnis, wenn Carolin Sitte dort eine Lücke findet. Des öfteren hätten zuletzt Zettel am Auto gehangen, auf denen Beschwerden standen, machmal werde sie auch regelrecht zugeparkt „Einige Mieter nehmen sich das Recht heraus, zu behaupten, es sei ihr Parkplatz“, so Sitte. Zudem wird auf den Zetteln häufig kritisiert, dass Carolin Sitte beim Parken Platz für zwei Autos einnimmt. Diesen Vorwurf bestreiten die Sittes. Sie sehen einen gnadenlosen Konkurrenzkampf um die freien Plätze als Ursache für die anonymen Zettelchen. Es sei sogar so schlimm, dass regelmäßig ein Behindertenparkplatz für eine Mieterin im Rollstuhl zugeparkt werde.

Die Sittes wünschen sich mehr Parkplätze für Hennigsdorf-Nord. Eine Grünfläche unweit ihrer Wohnung etwa gäbe einen prima Parkplatz ab, das Problem wäre gelöst. Doch die Stadtverwaltung plant keine neuen Parkplätze im Stadtteil. Die einzige Möglichkeit sei ein Behindertenparkplatz für Mike Sitte, heißt es aus der Pressestelle. Doch deshalb hat er beim Landkreis längst angefragt. Der Grad seiner Behinderung reiche dafür nicht aus, habe er als Antwort erhalten.

Von Marco Paetzel

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