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Parkplatzprojekt ist unerwünscht

Glienicke Parkplatzprojekt ist unerwünscht

Listen mit 260 Unterschriften haben Anwohner des Sanddornweges gestern im Glienicker Rathaus übergeben. Trotz Parkplatzmangels wenden sich damit gegen den geplanten Neubau von Parkplätzen in ihrer Straße.

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Unterschriften-Übergabe: Fachbereichsleiterin Jana Klätke, Anwohner Uwe Jessen, Gemeindevorsteher Martin Beyer, Anwohner Horst Langschied und Bürgermeister Oberlack.

Quelle: privat

Glienicke. Frei zugängliche Parkplätze sind im Sonnengarten absolute Mangelware. Dennoch haben zwei Anwohner am Donnerstag Listen mit insgesamt 260 Unterschriften an Gemeindevorsteher Martin Beyer (CDU) übergeben, die sich gegen ein Projekt zum Schaffen neuer Parkplätze in dem Glienicker Wohngebiet richten.

Der scheinbare Widerspruch ist schnell erklärt: Einerseits haben die meisten Bewohner zu ihrer Wohnung auch einen Fahrzeugstellplatz erworben, andererseits sehen sie in den geplanten zwölf Stellplätzen eine „Pseudolösung“, die durch den dann einsetzenden Parksuchverkehr zusätzliche Gefahrenpotenziale nach sich zöge.

45-minütiger Austausch der Beteiligten im Rathaus

45-minütiger Austausch der Beteiligten im Rathaus.

Quelle: privat

Was ist geplant? Angeregt durch die SPD-Fraktion und den chronischen Parkplatzmangel war in der Verwaltung nach Lösungen gesucht worden, beschreibt Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP) den Ausgangspunkt. Das Ergebnis ist der Vorschlag der Verwaltung, zwölf zusätzliche und öffentliche Stellplätze im Sanddornweg zu schaffen – fünf südlich der Eichenallee, sieben nördlich davon. Dafür soll die an die Fahrbahn angrenzende Grünfläche in einer Breite von 2,5 Metern genutzt werden. Da die Gemeinde nur das nördliche Grundstück besitzt, soll damit bereits in diesem Jahr begonnen werden. Die übrigen Stellplätze sollen nach dem Eigentumsübergang im Jahr 2018 gebaut werden. Gesamtinvestition: 91 500 Euro. Anliegerbeiträge: 54 900 Euro. Diese Lösung hätte den Charme, dass die betreffenden Flächen bereits als Straßenland ausgewiesen seien, begründet Oberlack den Vorschlag.

Für die Bewohner ist diese Lösung jedoch inakzeptabel. Die Wohnungseigentümer hatten schließlich bereits gut 3000 Euro für einen eigenen Außenstellplatz bezahlt, sogar rund 15 000 Euro für einen Tiefgaragenplatz. Alle 260 Unterzeichner bitten die Kommunalpolitiker darum, „ihre Argumente bei der Entscheidung angemessen zu berücksichtigen und fordern entschieden, auf die Baumaßnahme vollständig zu verzichten“.

Parkplätze statt Grün

Parkplätze statt Grün: An der kleinen Böschung neben dem Sanddornweg sind die Fahrzeugstellplätze vorgesehen.

Quelle: privat

Nach Ansicht von Bürgermeister Oberlack sind jetzt die Mitglieder des Ausschusses für technische Infrastruktur und Gewerbe am Zug: Sie hatten sich nach den Einwänden von Uwe Jessen Mitte Mai darauf geeinigt, zunächst in den einzelnen Fraktionen Standpunkte zu bilden. Die sollen nun in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 12. Juli, zur Sprache kommen (Beginn: 18.30 Uhr im Neuen Rathaus). Entweder das Parkplatzprojekt könne dann gleich zu den Akten gelegt werden – oder die Gemeindevertretung müsse sich danach noch einmal mit der Petition der Anlieger befassen, so Oberlack.

Uwe Jessen und seine Nachbarn hoffen und drängen genau auf erstere Möglichkeit – eine schnelle und klare Entscheidung. Bürgermeister Oberlack sieht ohnehin eine ganz andere Lösung für das Parkplatzproblem: einen attraktiven Personennahverkehr, damit Familien auf Zweitwagen oder sogar generell auf ein Auto verzichten.

Von Helge Treichel

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