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Perlen aus 43 Jahren

„City“-Konzert in Velten Perlen aus 43 Jahren

Die Rock-Band „City“ tritt am kommenden Sonnabend mit ihrem Programm „City- Das Beste unplugged“ in der Ofen-Stadt-Halle in Velten auf. Es sollen Lieder gespielt werden, die sonst bei Open-Air-Konzerten weniger zu hören sind. Band-Frontmann Toni Krahl berichtet im Interview, was „City“ ausmacht und was die Musiker vorhaben.

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Die Band „City“: Toni Krahl (sitzend), Fritz Puppel (v. l.), Georgi Joro Gogow, Manfred Hennig und Klaus Selmke.

Quelle: augen-blick./Manja Elsässer

Velten. Mit den schönsten Balladen aus 43 Jahren Bandgeschichte gehen die Musiker von „City“ in diesem Jahr auf große Tour und machen am kommenden Sonnabend, 30. Januar, Station in der Ofen-Stadt-Halle in Velten. Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Band-Chef Toni Krahl spricht darüber, was „City“ ausmacht und vorhat.

MAZ: Das Programm in Velten heißt City _ Das Beste unplugged. Was muss sich der Besucher darunter vorstellen?

Toni Krahl: Wir legen Wert auf akustische Instrumente. Die Tonerzeugung und Tonverstärkung erfolgt ohne Elektronik, also rein mechanisch. Wir sind das Gegenteil von Rammstein und verzichten auf elektronisch bearbeitete Musik.

Welche Stücke werden Sie in Velten spielen?

Krahl: Natürlich „Am Fenster“ und Lieder von unserem Album „Casablanca“ _ etwas anders arrangiert, mit mehr Akustik. Wir spielen Perlen, die weniger für Open-Air-Konzerte und große Hallen geeignet sind. Die es jedoch wert sind, nicht vergessen zu werden.

Also eher die leisen Lieder?

Krahl: Ein Schlafwagenprogramm wird das nicht, das geht schon richtig ab. Aber wir leisten uns den Luxus, mit den Leuten zu reden. Wir berichten, warum bestimmte Lieder entstanden sind. Wir servieren Klatsch und Tratsch aus dem Musikerleben, amüsant auf die Bühne gebracht.

Sie sagten mal, unplugged stecke in der DNA von „Am Fenster“, was meinen Sie damit?

Krahl: Na ja, eigentlich hat die Geige im klassischen Rock nichts zu suchen. Bei uns spielt sie nach wie vor die Hauptrolle in allen unseren Programmen.

Mit Ihrem Geiger Georgi Joro Gogow gab es mal Auseinandersetzungen, vertragen Sie sich wieder?

Krahl: Wir spielen schon seit 25 Jahren wieder zusammen. Die damaligen Streitereien waren unserer Jugendlichkeit geschuldet. Wir kommen sehr gut klar.

Worauf legen Sie wert bei Ihren Texten? Hat sich da etwas im Vergleich zur DDR-Zeit verändert?

Krahl: Nein, wir machen immer noch Message-Musik und wollen nach wie vor mit unseren Liedern die Welt verbessern. Wir sind kritisch und legen die Finger in Wunden.

Was sind Ihre Themen?

Krahl: Das sind zwischenmenschliche Dinge, zum Beispiel zwischen Mann und Frau. Aber auch politische Themen. Wir spüren, dass momentan die Kriegslüsternheit in der Welt zunimmt und eine verbale Aufrüstung im Gange ist. Da tut es gut, ein paar Gänge runterzuschalten. Wir spielen in Velten zum Beispiel „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner. Da stehen wir voll dahinter, das wird ein heimischer Hit im Programm.

Gibt es einen Unterschied, ob Sie ein Konzert im Osten oder im Westen aufführen?

Krahl: Eigentlich nicht. Na ja, einen kleinen Unterschied gibt es schon. Im Osten sind mehr Lieder bekannt. Da können die Konzertbesucher fast alle Lieder mitsingen. Im Westen ist immer „Am Fenster bekannt“ und noch drei, vier andere Lieder.

„Für immer Jung“ heißt das Album, das zum 40. Geburtstag der Band vor drei Jahren erschien. Ist dies als Motto von „City“ zu verstehen?

Krahl (lachend): Das zeigt einen gewissen Realitätsverlust. Wir sind zwischen 64 und 71 Jahre alt. Doch wir wollen zeigen, dass wir noch hellwach sind und nicht nur Rosen züchten.

Sind die Besucher Ihrer Konzerte in Ihrem Alter?

Krahl: Ein Großteil der Besucher ist mit uns erwachsen geworden, das stimmt schon. Doch es kommen auch viele, die deutlich unter 40 sind und einen schönen Abend haben wollen.

Sie planen in diesem Jahr noch die Tournee „Die Rocklegenden“, wer wird dabei sein?

Krahl: Wir treten mit den „Puhdys“ und „Karat“ auf großen Bühnen auf, wie zum Beispiel auf der Waldbühne in Berlin, zudem in großen Hallen und auf Plätzen im Freien. In Stuttgart, Hamburg und Frankfurt am Main sind wir ausverkauft. In Erfurt und Magdeburg haben wir Zusatzkonzerte angesetzt.

Was wünschen Sie sich für Velten?

Krahl: Eine volle Hütte.

Verlosung: Die MAZ verlost am Dienstag, 26. Januar, ab 15 Uhr unter Telefon 0 33 01/59 45 56 dreimal zwei Freikarten. Karten gibt es zudem in Velten, Telefon 0 33 04/50 23 17.

Von Marion Bergsdorf

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