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Oberhavel Peter Leys: Entwicklung hat ihre Grenzen
Lokales Oberhavel Peter Leys: Entwicklung hat ihre Grenzen
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10:44 27.02.2018
Peter Leys (BfO), Bürgermeister von Oberkrämer Quelle: Robert Tiesler
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Oberkrämer

Vor dem Jahresempfang der Gemeinde Oberkrämer am Freitagabend sprach Bürgermeister Peter Leys (BfO) mit der MAZ über aktuelle Themen.

Eines der wichtigsten Themen in der Gemeinde dürfte momentan die Sanierung der Vehlefanzer Kita sein.

Peter Leys: Das ist ein wichtiges Thema. Da haben wir die Kuh vom Eis. Die Schimmelfreiheit für das Gebäude ist uns bestätigt worden, so dass wir Ende Januar mit den Arbeiten beginnen konnten. Ich gehe davon aus, dass wir bis Mitte des Jahres fertig sind. Da kann uns jetzt kaum noch was stoppen.

Im Gutachten ist von Baumängeln die Rede.

Ohne die Baumängel wäre das sicherlich in dem Maße nicht zu Schäden gekommen. In jedem Fall hatten wir in den Jahren davor auch schon Probleme. Es war aber nie hundertprozentig geglückt, die Ursache zu finden.

Wen kann man dafür verantwortlich machen?

Das wird schwierig sein. Das Gebäude ist von 2000, die Gewährleistung ist schon lange weg. Ein Ingenieurbüro ist mit der fachlichen Betreuung betraut worden. Aber die Baubetreuung kann nicht jederzeit vor Ort sein. Und da ist offensichtlich die Bauzeit das Entscheidende gewesen.

Wurde in der Verwaltung damals nicht aufgepasst?

Der Vorwurf würde mich als erstes treffen, ich war damals Bauamtsleiter. Aber ich würde das klar von mir weisen. Dazu zahlen wir ja richtig viel Geld für die Bauüberwachung. 30 Prozent der Ingenieurkosten werden für die Bauüberwachung aufgewendet. Ein von uns befragtes, renommiertes Anwaltsbüro hat klar darauf hingewiesen, dass es kaum möglich sein wird, 18 Jahre danach sich noch Geld zurückzuholen.

Wie ist der Stand beim Hortbau in Bötzow?

Ich gehe davon aus, dass wir Anfang März mit den Tiefbauarbeiten beginnen. Das Grundstück muss erst eingeebnet werden- Entsprechend dem Bauplan, der mir vorgelegt worden ist, werden wir damit aber erst im Februar 2019 fertig werden. Wir haben aber noch mal überlegt, wo man straffen und optimieren kann, aber vor Ende des Jahres werden wir damit auf keinen Fall fertig.

Es gibt immer mehr Zuzüge. Wird es langsam kritisch in Sachen Kitaplätze?

Ich denke, wir werden das hinkriegen. 2017 haben wir den Anbau an der Bötzower Kita fertiggestellt, das sind 40 Plätze mehr. Wir schaffen 220 Hortplätze, die derzeit in den Kitas und Schulen betreut werden. Wenn wir die aus den Kitas rausholen, haben wir dort Kapazitäten.

Es knirscht auch an der Grundschule Bötzow.

Noch nicht, das ist aber absehbar. Die Klassen sind voll. Wenn weitere Klassen dreizügig werden, haben wir ein weiteres Problem. Durch den Hortbau werden dann auch dort Kapazitäten frei. Damit kommen wir dann erst mal über die Runden. Aber dennoch: In der Marwitzer Heide sind 185 Grundstücke verkauft, über 50 Baugenehmigungen schon erteilt. Aber nicht nur dort wird gebaut. Bei den Grundstücksgeschäften beobachten wir sehr intensive Bewegungen, auch in der „Parkstadt Velten“ in Marwitz gibt es 32 Grundstücke, und dann sind da noch viele Lücken. Das ist unberechenbar. In jedem Fall wird es kritisch, aber wir haben einen Plan, wie wir reagieren.

Und wie?

Vielleicht 2020 werden wir ernsthaft über den Bau von weiteren Schulräumen nachdenken müssen.

Ist Oberkrämer da in einer Spirale?

Das täuscht nicht. Klar ist aber auch, das hat Oberkrämer ein bisschen auch selbst in der Hand. Wenn man jetzt jeden Acker beplanen würde mit entsprechendem Zuzug – wir würden mit der Infrastruktur nicht hinterher kommen. Die Entwicklung hat Grenzen, eine Zahl von maximal 13 000 Einwohnern geistert da durch unsere Köpfe.

Haben Sie noch Hoffnung für eine Oberschule in Oberkrämer?

Wenn ich der Landkreis wäre, würde ich erst mal ähnlich reagieren. Wenn man eine Schule bau, hat man ja ein bestimmtes Risiko, dass sie vielleicht in fünf bis sieben Jahren nicht mehr erforderlich ist. Und dann zu überlegen, wo man eine Schule schließt, wäre fatal. Da gibt es ein Verständnis. Aber wenn die Entwicklung so weitergeht, dass unsere Kinder Plätze in Mühlenbeck oder Löwenberg bekommen, das ist vom Fahren her aber nicht zumutbar. Hier wird man mit Sicherheit noch mal reden müssen, wir haben Zahlen, die konnte der Landkreis nicht widerlegen. Da wollen wir mal abwarten.Wenn alle Argumente auf dem Tisch liegen, müssten wir zu einem Ergebnis kommen. Es wird nicht ohne den Bau einer weiteren Oberschule gehen, ob nun in Oberkrämer wird man sehen.

Nach den starken Regenfällen ist der Hörstegraben in Schwante immer noch voller Wasser. Was ist da los?

Wir hatten mehr als die doppelte Niederschlagsmenge, die wir sonst im Jahr haben. Und es hat nicht aufgehört zu regnen. Auch der Schichtenwasserstand ist sehr hoch. Die Gräben und das Entwässerungssystem haben ihre Grenzen. Aber sie haben gut funktioniert. Es gibt ja in Bärenklau die Forderung, die Durchlässe zu vergrößern, aber die sind groß genug. Wenn das Wasser ungebremst weiterfließen würde, gäbe es zudem Probleme in Vehlefanz. Ich kann nicht Probleme an einer Stelle lösen und an anderer Stelle schaffen. Wir sind aber dran und haben einige Ideen, wie man größere Probleme wie in Bärenklau lösen kann. Wir haben auch noch die Vorstellung, wie man einen Großteil des Wassers unmittelbar an Vehlefanz und Schwante vorbeileiten kann, vielleicht ist das gar nicht so aufwendig.

Der Ausbau der Autobahn wird seine Schatten voraus. Wie sieht es mit dem Lärmschutz aus?

Es gibt gesetzliche Regelungen, bei den Planungen ist das berücksichtigt worden. Aber das subjektive Befinden bei Betroffenen ist ja ganz anders. Bärenklau wird gut bei wegkommen, aber Vehlefanz und gerade Neu-Vehlefanz, da wird es nicht besser werden. Für Anwohner ist das teilweise eine Zumutung, aber dagegen stehen Grenzwerte, die klar festgelegt sind und eingehalten werden. Allerdings wird ja meistens nicht mal genau gemessen, sondern nur berechnet. Das ist ein Problem. In den nächsten vier Jahren wird es verkehrlich chaotisch werden, damit rechnen wir. Aber wir werden da relativ schlecht mit einbezogen.

Erika Kaatsch wird Anfang März ihren Posten als Chefin des Seniorenbeirates abgeben.

Eine zweite Frau Kaatsch sehe ich nicht im Hintergrund. Was sie heute noch leistet, ist enorm, das kann man sich nicht vorstellen. Sie ist eine wichtige Person für Oberkrämer. Auch im Ortsbeirat in Vehlefanz ist sie ständig aktiv und immer optimistisch. Ihre Nachfolgerin im Seniorenbeirat, Kerstin Laatsch, ist aber schons seit vielen Jahren engagiert und macht schon jetzt viel mit den Senioren. Aber die Fußstapfen sind riesig groß.

Am Freitag laden Sie zum Jahresempfang. Welche Bedeutung hat er?

Das ist die Möglichkeit, Rückschau zu halten und einen Ausblick zu geben. Das ist auch eine Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit. Wir zeichnen drei für ihr ehrenamtliches Engagement aus. Wir laden alle Vereine ein und einige Gewerbetreibende. Das ist eine nicht ganz unwichtige Veranstaltung.

Von Robert Tiesler

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