Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Pflegeeltern für junge Flüchtlinge gesucht
Lokales Oberhavel Pflegeeltern für junge Flüchtlinge gesucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:46 02.10.2016
Ein 16-jähriger Flüchtling aus Eritrea am Fenster seines Zimmers in einer Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Quelle: Archivfoto/dpa
Anzeige
Oranienburg

Der Landkreis Oberhavel ist eine von bundesweit vier Modellregionen des Projektes „Gastfamilien – Vormundschaften – Patenschaften“ für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Die Unterbringung solcher jungen Flüchtlinge in Gastfamilien ist eine große Chance für eine gelungene Integration im familiären Rahmen, aber zugleich auch eine neue Herausforderung für unsere Arbeit“, sagt Jugenddezernent Dieter Starke. Deshalb hat sich die Kreisverwaltung mit dem Kompetenz-Zentrum Pflegekinder einen Partner gesucht. Gemeinsam mit dessen Mitarbeiterin Alexandra Szylowicki unterzeichnete Starke am Freitag einen Kooperationsvertrag.

Das Modellprojekt wird vom Kompetenz-Zentrum Pflegekinder in Zusammenarbeit mit der Diakonie Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend realisiert. Erklärtes Ziel ist es, Gastfamilien zu finden sowie Menschen, die ehrenamtliche Vormundschaften oder Patenschaften übernehmen. Zum wesentlichen Arbeitsinhalt gehört es, die Freiwilligen auf die jeweilige Aufgabe vorzubereiten. „Eine qualifizierte professionelle Begleitung wird von Experten als entscheidend für das Gelingen angesehen“, sagt Alexandra Szylowicki. Dabei gehe es unter anderem um die Themen Flucht, kulturelle Unterschiede, Religionen sowie Asyl- und Aufenthaltsrecht. „Das Projekt soll Aufschluss darüber bringen, wie dieses Vorhaben konkret gestaltet werden kann.“

Dieter Starke und Alexandra Szylowicki unterzeichneten den Kooperationsvertrag. Quelle: Helge Treichel

Im Landkreis leben derzeit 98 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Wir freuen uns immer über Interessenten, die die Pflege für ein Kind übernehmen möchten“, sagt Dieter Starke. Doch oft stelle sich heraus, dass falsche Vorstellungen vom Zusammenleben mit einem Pflegekind bestehen: „Ist es ein geflüchtetes und traumatisiertes Kind, bedarf es einer umfangreichen interkulturellen und religiösen Aufklärung.“

Genau da setzt das Modellvorhaben an. Im Juni 2016 hat eine Projektgruppe ihre Arbeit aufgenommen. Beteiligt sind Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), der Amtsvormundschaft und des Pflegekinderdienstes im Landkreis Oberhavel. Im Mittelpunkt steht das Erarbeiten eines Konzeptes für Gastfamilien. Grundfrage: Wie können Pflegeeltern gewonnen , qualifiziert und begleitet werden? Parallel werde das Konzept eines ersten Qualifizierungskurses für Interessenten an der Übernahme einer Pflegschaft erarbeitet.

Fünf Interessenten qualifizieren sich bereits

Es gebe in Oberhavel bereits fünf Interessentenpaare, mit denen die Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes bereits ausführliche Gespräche zu den Themen Motivation und Selbstverständnis als Pflegeeltern geführt haben. Sie schließen ihren Kurs Ende des Jahres ab und stünden dann für eine Vermittlung zur Verfügung. Die Schulungen beginnen am 27. Oktober, sagt Fachdienstleiter Robert Wolf. Hoffnung sei es, in den nächsten Jahren bis zu 15 Prozent der jungen Flüchtlinge zu vermitteln. Das Durchschnittsalter liege bei rund 16 Jahren. Es komme nicht auf die Masse an: „Jugendhilfe ist Hilfe im Einzelfall“, so Wolf. Das Projekt vergleicht er mit einer Orchidee. „Das ist was Seltenes, was wir hier machen.“

Hier finden Interessenten Kontakt

Der Pflegekinderdienst des Landkreises Oberhavel sucht Pflegepersonen, die Kindern und Jugendlichen in schweren Lebenslagen eine stabile Familienstruktur bieten können.

Neben der Aufnahme in Pflegefamilien sind auch ehrenamtliche Vormundschaften sowie Patenschaften möglich, um das Potenzial des zivilgesellschaftlichen Engagments auszuschöpfen.

Nähere Informationen unter:

Tel.  03301/6 01 48 24

E-Mail: FB-Jugend@oberhavel.de

www.oberhavel.de/pflegekinderdienst

Von Helge Treichel

Das Freizeitangebot in der Stadt soll verbessert werden. Aus diesem Grund haben die Stadtverordneten die Verwaltung auf Vorschlag der CDU-Fraktion am Donnerstagabend mehrheitlich beauftragt, die Möglichkeiten zu prüfen – insbesondere an der Havel.

02.10.2016

Die schönen lauen Sommertage gehen langsam zu Ende. Jetzt könnte eigentlich die Pilzsaison starten. In diesem Jahr sieht es in den Wäldern der Region allerdings mau aus. Für die Pilze ist es zu trocken. Trotzdem, wer sucht, der findet leckere Pilze im Wald. Die MAZ hat mit einem Pilzberater gesprochen – er gibt wertvolle Tipps für die Pilzsuche und das Danach.

03.10.2016

Früher sei es völlig normal gewesen, dass Firmen Kultur und Künstler unterstützten, erklärt Thomas Grellner, Geschäftsführer des Hennigsdorfer Softwareunternehmens Sinfonie. Das will er nun auch in Hennigsdorf erreichen. Mit der Ausstellung des Tatort-Schauspielers Henning Peker hat er ein bekanntes Gesicht an die Havel geholt.

02.10.2016
Anzeige