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„Pionier“ macht den Abschluss

Forstmuseum in Fürstenberg bald gänzlich leergeräumt „Pionier“ macht den Abschluss

Das Brandenburgische Forstmuseum in Fürstenberg ist nur noch eine leere Hülle. In den Ausstellungsräumen steht nichts mehr, bis auf einen kleinen Traktor „Pionier“. Den holt sich demnächst der Verein zum Erhalt historischer Nutz- und Feuerwehrfahrzeuge der Feuerwehr Gransee.

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Es war einmal ein Forstmuseum.

Quelle: Anke Dworek

Fürstenberg. Im August 2013 wurde das Forstmuseum geschlossen. Der Trägerverein – Verein für Forstgeschichte, Regionalgeschichte und Umweltbildung – hatte das Handtuch geschmissen. Finanznot und der hohe Altersdurchschnitt der Mitglieder hatten zu dem Schritt geführt, den Betrieb des Museums aufzugeben. Eigentümer der Immobilie in der Rathenaustraße 16 ist die Stadt Fürstenberg, die das Haus daraufhin schloss.

Der in Liquidation befindliche Verein hat einen Erben, das ist der Landesbetrieb Forst. Die Leihgaben, die aus dem historischen Fundus der ehemaligen forstlichen Lehranstalt in Eberswalde für die Dauerausstellung nach Fürstenberg kamen, wurden von Mitarbeitern des Landesbetriebes und einigen Vereinsmitgliedern begutachtet. Sie wurden den forstlichen Einrichtungen des Landes Brandenburg angeboten und sind inzwischen abgeholt worden. Darüber ist die Stadt informiert worden. Kreuz und quer im Land fanden die Exponate Aufnahme, besonders dort, wo Forstgeschichte und Waldpädagogik eine Rolle spielen. Ganz in der Nähe, in der Landeswaldoberförsterei Steinförde, konnten die Mitarbeiter kein Ausstellungsstück gebrauchen. Aber im engeren Umkreis sind dennoch Sachen aus dem Forstmuseum geblieben, und zwar Einrichtungsgegenstände. „Wir hatten ja beispielsweise auch Tische und Stühle. Die Grundschule in Breder eiche und der Ort Altthymen haben Möbel bekommen“, sagt Vereinsmitglied Kristine Schlaefer, die das Museum als Honorarkraft betreut hatte.

Großzügig gefördert

Eröffnet wurde das Museum 2002, geschlossen im August 2013.
Der Umbau der ehemaligen Kinderkrippe der Stadt Fürstenberg wurde großzügig gefördert: 90 Prozent mit Fördermitteln für den ländlichen Raum und zehn Prozent über Leistungen im ABM-Sektor. Neben der Dauerausstellung im Parterre gab es im Obergeschoss viele Sonderschauen.
Besonders die regionalgeschichtlichen und kulturell-populärwissenschaftlichen Veranstaltungen fanden Anklang in der Stadt und der Region.

Natürlich standen in der Dauerausstellung auch Exponate, die private Leihgaben waren. Sie sind den Eigentümern zurückgegeben worden. Was der Landesbetrieb Forst nicht in seinen Einrichtungen unterbringen wollte, konnte der Verein verkaufen, so wie jetzt den Traktor „Pionier“. Was dann noch übrig blieb, ist im wahrsten Sinne des Wortes Schrott und liegt derzeit noch auf dem Hof des Museums: alte Pflüge, Sägeböcke und dergleichen.

Ist damit das Kapitel Forstmuseum beendet? „Ein Museum ohne Exponate ist natürlich kein Museum mehr“, sagt Kristina Schlaefer. Dennoch will sie nicht vollständig ausschließen, dass sich irgendwann die Sache reaktivieren ließe. Sie weiß schließlich, wo die Exponate zu finden wären. „Wir haben sehr darauf geachtet, dass sie in öffentliche Bereiche kommen, zu gemeinnützigen Vereinen beispielsweise“, erklärt sie.

Die Kommune jedenfalls kann kein Museum betreiben, das hat Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) oft genug betont und das wird auch von keinem Stadtverordneten anders gesehen. Auch Kristine Schlaefer ist klar, dass kleine Gemeinden so etwas nicht stemmen können. „Es sind genug Beispiele durch die Presse gegangen. Wir sind nicht das erste Museum in Deutschland, das schließen musste.“

Von Anke Dworek

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