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Plätze auf der Oberschule sind rar

Bötzower Kinder häufig abgelehnt Plätze auf der Oberschule sind rar

Mindestens sechs Kinder aus Bötzow haben einen Ablehnungsbescheid bekommen. Weder ihr Erst- oder der Zweitwunsch für eine Oberschule in Hennigsdorf oder Falkensee ist angenommen worden. Am Montag trafen sich die Eltern zu einem Infoabend. Eine Mutter, die vergangenes Jahr betroffen war, rät dazu, einen Anwalt einzuschalten.

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Die Goethe-Oberschule in Kremmen wird den Bötzower Eltern als Alternative angeboten.

Quelle: Robert Tiesler

Bötzow. Für die betroffenen Sechstklässler ist es das erste Mal, dass sie mit einer Ablehnung zu kämpfen haben, und obwohl es nichts mit ihrer persönlichen Leistung zu tun hat, ist es ihnen peinlich und unangenehm.

Die Eltern von sechs Bötzower Kindern trafen sich am Montagabend zum Informations- und Meinungsaustausch. Es handelt sich um Kinder von der Grundschule Bötzow, die vor dem Wechsel auf eine Oberschule stehen. Allerdings ist ihnen weder der Erst- noch der Zweitwunsch gewährt worden. Dabei ging es um die Albert-Schweitzer- und Diesterwegschule in Hennigsdorf sowie um die Kant-Gesamtschule in Falkensee.

Der Brief mit der Absage lag bei den Betroffenen in der vergangenen Woche im Briefkasten. „Viele Eltern haben die Post aber noch nicht bekommen, vielleicht auch durch den Streik. Es könnte also noch weitere Betroffene geben“, sagte Ortsbeiratsmitglied Wolfgang Geppert (Freie Wähler). Für die Kinder sind alternative Schulplätze in Oranienburg, Kremmen, Gransee, Zehdenick und Löwenberg angeboten worden. Die Eltern befürchten, dass ihren Kindern später ein Platz an der Kremmener Oberschule zugewiesen wird.

„Kremmen ist vom Fahrtweg für uns nicht tragbar“, sagte Carsten Posner. Zwar fährt am Morgen um 6.11 Uhr ein Schulbus in diese Richtung, dies sei aus Sicht der Eltern jedoch sehr früh. Laut Landesamt für Schule und Lehrerbildung sei dieser Weg jedoch zumutbar. Auf der Rückfahrt nach Hause jedoch müssten die Schüler in Schwante umsteigen – was sich, so die Erfahrungen in der Vergangenheit – oft nicht als machbar erwies. „Damit hätten die Kinder letztlich einen längeren Arbeitstag als wir“, sagte Petra Feldt, die ebenfalls an dem Treffen teilnahm.

Aber auch psychologisch sei das für die Kinder gerade nicht einfach. „Für sie ist das eine Schmach“, so Petra Feldt am Montagabend. Obwohl sie an der Situation keine Schuld haben, müssten sie Hänseleien über sich ergehen lassen. „Die denken dann: Mich will keiner. Das hat mich als Mutter schon erschrocken.“ Sie sei in dieser Hinsicht ziemlich hilflos, ergänzte sie.

Janine Aljic aus Bötzow-West hat dieses Drama im vergangenen Jahr erlebt (MAZ berichtete). Sie musste sich im Sommer 2014 einen Anwalt nehmen, damit ihre Stieftochter nicht jeden Tag den Weg von Bötzow nach Kremmen auf sich nehmen musste.

Im vergangenen Jahr seien 15 Kinder in Bötzow betroffen gewesen – alle diese Fälle seien auf anwaltlichem Wege geklärt worden. Aljic erzählte den Eltern am Montag, wie sie diese Lage erlebt hat. „Es hat alles nichts gebracht“, erinnert sie sich. Sie hatte Bundes- und Landtagsabgeordnete angesprochen, hat dort auch Hilfe bekommen, es ist eine Petition in Gang gesetzt worden, sie hat Beschwerden geschrieben, rumtelefoniert. Ohne Erfolg. „Da hilft nur, sich einen Anwalt zu nehmen“, sagte sie.

So berichtete die MAZ im vergangenen Jahr

So berichtete die MAZ im vergangenen Jahr.

Quelle: MAZ-Archiv

So sieht das auch der Kreistagsabgeordnete Jörg Ditt (Grüne). „Das ist kalkuliert“, vermutet er. Aus Angst, kein Geld für einen Anwalt zu haben, würden viele Eltern an dem Punkt keine weiteren Schritte unternehmen, so der Politiker. Es müsse seitens der Eltern Druck aufgebaut werden.

Janine Aljic riet den Eltern dazu, auf jeden Fall an den Schulen und beim Amt Einsprüche zu erheben. Für sie und ihre Tochter sei es ein langer Weg gewesen, aber am Ende konnte die Siebtklässlerin dann doch auf die Hennigsdorfer Wunschschule.

Jörg Ditt wies auf die Bürgersprechstunde im Oranienburger Kreistag hin. Die nächste ist am 15. Juli um 18 Uhr. Die Bötzower Eltern beraten, ob sie diese nutzen wollen.

Von Robert Tiesler

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