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Plan 2016: „Zügige Bearbeitung“ der Steuerfälle

Neuer Chef des Finanzamtes Oranienburg Plan 2016: „Zügige Bearbeitung“ der Steuerfälle

Der neue Vorsteher des Finanzamtes Oranienburg setzt auf Fortbildung seiner Leute und auf bessere Bedingungen im Neubau. Dieser entsteht gleich neben dem bisherigen Sitz der Behörde am Heinrich-Grüber-Platz in Oranienburg. Hier sollen 2017 alle Außenstellen des Amtes unter einem Dach vereint werden.

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Der neue Vorsteher des Finanzamtes Oranienburg, Michael Fehlauer.

Quelle: ENRICO KUGLER

Oranienburg. Das erste Vierteljahr liegt hinter ihm. Der neue Vorsteher des Finanzamtes Oranienburg, Michael Fehlauer, schaut aus dem Fenster seines Büros am Heinrich-Grüber-Platz und blickt nach links auf die große Baustelle. Der Neubau des Finanzamtes soll in anderthalb Jahren fertiggestellt sein und wird den neuen Vorsteher sehr in Beschlag nehmen. Denn in diesem Neubau sollen die vielen Außenstellen des Finanzamtes Oranienburg vereint werden. Diese befinden sich in der Havelpassage Oranienburg, an der Bernauer Straße 18 und 57 sowie an der Sachsenhausener Straße. Sie zu verwalten, beschert derzeit etlichen Verwaltungsaufwand. Jeder Akte, die für einen Steuerfall als Ganzes steht, ist hin- und her zu befördern. Ebenso die Post, die erst im Hauptsitz der Behörde sortiert und dann auf die Außenstellen verteilt wird. „Alles verlorene Zeit“, sagt Fehlauer.

Das soll sich ab 2017 ändern. Dann befindet sich das Finanzamt nur noch in zwei Häusern: im bisherigen T-Gebäude am Heinrich-Grüber-Platz und im Neubau daneben. Das T-Gebäude nutzt das Finanzamt gemeinsam mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, denn ab 1938 war die Inspektion der Konzentrationslager, eine Dienststelle der SS, hier untergebracht. Fehlauer muss nicht nur entscheiden, welche Bereiche seines Amtes er wo unterbringt, sondern er will auch dafür sorgen, dass sich die Arbeitsbedingungen seiner Leute im Altbau verbessern. Insbesondere die Dämmung des Dachgeschosses sei ein Problem, sagt er. Im Winter schaffe es die Heizung nicht, die Räume warm zu kriegen, im Sommer sei es extrem heiß. Zumindest Außenjalousien müssten an die Fenster.

Der studierte Jurist und Betriebswirt Michael Fehlauer (58) bringt Erfahrungen aus diversen Bereichen in seinen neuen Job als Behördenleiter ein. Er war in den Kreisverwaltungen Bernau und Barnim tätig, im Oberbergamt in Cottbus und als Referatsleiter für Personal sowie Aus- und Fortbildung in den Brandenburgischen Ministerien für Wirtschaft und zuletzt für Finanzen. Doch er wollte noch einmal etwas Neues machen, bewarb sich und absolvierte ein Einweisungsjahr für den höheren Steuerverwaltungsdienst. Durch gute Personalführung möchte er dafür sorgen, dass das „routinierte Finanzamt Oranienburg“ eine „zügige Bearbeitung“ der Steuerfälle leistet und „die Anträge der Bürger zuvorkommend und hilfreich“ bearbeitet. Außerdem liegt ihm als ehemaliger Personaler die Fortbildung im Amt am Herzen. „Denn kein Steuerfall ist mehr ohne Technik zu bearbeiten.“ Fehlauer will permanente Schulungsinseln einrichten und dafür Personal aus dem Amt gewinnen. Hier soll Mitarbeitern der Neu- oder Wiedereinstieg, zum Beispiel nach der Babypause, durch unterstütztes Arbeiten erleichtert werden. Fehlauer: „Wir haben häufig Neuerungen bei Programmabläufen. Aus meiner Erfahrung können Mitarbeiter entspannter arbeiten, wenn sie nicht das Gefühl haben, etwas nicht zu verstehen.“

Mit seinen 330 Beschäftigten ist das Finanzamt Oranienburg nicht nur für die steuerlichen Angelegenheiten des Landkreises Oberhavel zuständig. Gemeinsam mit dem Finanzamt Cottbus kümmert es sich bundesweit um die Umsatzbesteuerung von in Deutschland tätigen Unternehmern aus Polen und Slowenien sowie die Ertragsbesteuerung von polnischen und slowenischen Bauunternehmen und deren Beschäftigten. Weil die Fallzahlen stark zugenommen haben, das Personal jedoch nicht weiter aufgestockt werde, soll die Hälfte der Steuerfälle an Behörden in Bayern und Niedersachsen abgegeben werden. Fehlauer will die Akten in elektronischer Form übergeben, weil sie ansonsten komplett neu erfasst werden müssten. Auch dies eine Riesenaufgabe für seine Leute. Der Vorsteher schätzt, dass die Übergabe im ersten Quartal 2017 über die Bühne gehen könnte.

Der in Berlin geborene und lebende Michael Fehlauer, der mit Oranienburg und Oberhavel in seinen früheren Jobs zu tun hatte, geht seine neuen Aufgaben mit Elan an. Fit hält er sich mit Sportstudio und Radfahren im Sommer.

Von Marion Bergsdorf

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