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Platz für mehr Integration

Borgsdorf Platz für mehr Integration

Noch ist die Asylunterkunft in der Borgsdorfer Margeritenstraße noch nicht fertig. Doch die Zahl der aktuell ankommenden Flüchtlinge lässt vermuten, dass die Einrichtung zunächst nicht komplett belegt wird. Landkreis und Stadt gehen deshalb einen ungewöhnlichen Weg.

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Das rechte Gebäude könnte für eine Vereinsnutzung zur Verfügung stehen, erfuhr der Fotograf auf der Baustelle.

Quelle: Enrico Kugler

Borgsdorf. 21 Vereine hatten Anfang September Post aus dem Rathaus. Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) informierte in dem Schreiben, dass die im Bau befindliche Asylunterkunft in der Borgsdorfer Margeritenstraße voraussichtlich nicht sofort voll belegt wird. Vor diesem Hintergrund habe der Landkreis als Bauherr angefragt, ob die Stadt oder Vereine Interesse an einer vorübergehenden Nutzung des Gebäudes hätten. Die Angeschriebenen bekamen Gelegenheit, ihren Raumbedarf bis zum 30. September anzumelden.

In der Gemeinschaftsunterkunft, die im kommenden Monat fertiggestellt und in Betrieb genommen werden soll, wird Platz für 194 Bewohner geschaffen. Vier zweigeschossige Gebäude entstehen auf der Fläche. Eines der Häuser werde voraussichtlich vorerst nicht mit Geflüchteten belegt.

1443 Menschen waren für dieses Jahr im Landkreis angekündigt, sagte der für Flüchtlingsfragen zuständige Dezernent Matthias Rink (CDU) auf Nachfrage. Eingetroffen seien bislang aber lediglich 411 Personen. Die Kreisverwaltung melde ihre Objekte auf dieser Basis beim Land frei. Dort liege dann auch die Entscheidung, ob das Platzangebot angenommen wird oder nicht. „Wir haben keinen Einfluss darauf“, sagte Rink. Deshalb bemühe sich der Landkreis darum, eine praktikable Lösung zu finden und quasi „Plan B“ in der Schublade zu haben.

„Wir verfolgen dabei natürlich ein gewisses Ziel“, begründet Bürgermeister Apelt seine Initiative: „Wir wollen Integration organisieren“. Deshalb seien vorrangig Borgsdorfer Vereine angeschrieben worden.

Die Gemeinschaftsunterkunft in Borgsdorf

Insgesamt entstehen in Borgsdorf an der Margeritenstraße vier zweigeschossige Gebäude als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Am 10. Juli waren die ersten der in Gransee vorgefertigten Gebäudemodule aufgebaut worden.

Die Maximalkapazität der geplanten Flüchtlingsunterkunft beträgt 194 Personen. Die Planungen sehen nach wie vor eine Übergabe im November dieses Jahres vor.

Der Landkreis bietet in seinen Gemeinschaftsunterkünften derzeit Platz für rund 2200 Menschen.

Bis Ende nächsten Jahres will der Landkreis nach derzeitigem Planungsstand insgesamt 2446 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften bereithalten.

Interesse an einer Einmietung hätten der Verein ALEP, die Kindervereinigung Hohen Neuendorf mit ihrem „Lücke“-Treff, die Willkommensinitiative Borgsdorf und der Verein Nordbahngemeinden mit Courage. Bei der Borgsdorfer Ortsgruppe der Volkssolidarität werde noch überlegt. „Von den anderen Empfängern gab es keine Rückmeldung“, informierte Verwaltungssprecherin Susanne Kübler.

Über konkrete Vermietungsbedingungen oder etwaige Kosten wollte sich Matthias Rink am Dienstag nicht äußern. „Wir werden marktüblich Maßstäbe anlegen“, sagte er. Die Nachfrage müsse zunächst sondiert werden, bevor darüber verlässliche Aussagen möglich seien.

Dass aber grundsätzlich an der Absicht festgehalten werde, die Borgsdorfer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbwerber zu nutzen, betonte Kreissprecher Ronny Wappler. Erstens würden in Oberhavel Plätze laut dem Aufnahmesoll von 1443 Personen vorgehalten. Zweitens solle das Borgsdorfer Objekt auch dazu dienen, zu einer gerechteren Verteilung der Flüchtlinge innerhalb des Kreisgebietes zu kommen und die Vollbelegung der Zimmer in Lehnitz, Hennigsdorf oder Bärenklau etwas zu reduzieren.

Bevor allerdings die ersten Geflüchteten in Borgsdorf einziehen, werde es dort einen „Tag der offenen Tür“ geben kündigte Wappler an. Einwohner sollen so Gelegenheit erhalten, sich eine Bild von den Gegebenheiten zu machen. Darüber hinaus seien Landkreis und Stadt im Gespräch miteinander, um „mögliche und denkbare“ Alternativen für eine Nutzung der nicht benötigten Räume auszuloten.

Von Helge Treichel

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