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Politik begrüßt Wohnungsbauprojekt

Birkenwerder Politik begrüßt Wohnungsbauprojekt

Das Vorhaben, auf dem Gelände der Haas Fertigbau GmbH 150 Wohnungen zu bauen, wurde im jüngsten Ortsentwicklungsausschuss von Birkenwerder grundsätzlich begrüßt. Fragen gab es unter anderem zur Dichte und Höhe der Bebauung sowie zur Straßenbreiten.

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Das ehemalige Industriegelände in Birkenwerder aus der Luft.

Quelle: Vorhabenträger

Birkenwerder. Das seit langem größte Wohnungsbauvorhaben in Birkenwerder wurde am Dienstagabend im Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde vorgestellt. Auf dem 6,6 Hektar großen Gelände der ehemaligen Haas Fertigbau GmbH im Eck zwischen Industriestraße und Havelstraße sollen rund 150 Wohnungen entstehen (MAZ berichtete). Den Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 37-2 präsentierte die ortsansässige Planerin Anke Ludewig.

Nach ihren Worten wird eine gemischte Bebauungsstruktur angepeilt. Die Hälfte der Wohnungen soll in Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern entstehen und zum Verkauf stehen, die andere Hälfte in Mehrfamilienhäusern, wovon wiederum ein Drittel barrierefrei sei. Das entspricht 25 Wohnungen. Variabel ist auch die vorgesehene Geschossigkeit. Zweigeschosser sind ebenso geplant wie Drei- und vereinzelt Viergeschosser. Waren durch Industriebauten und Betonflächen bislang 37 400 Quadratmeter der Flächen versiegelt, so sollen es künftig 7000 Quadratmeter weniger sein, so Anke Ludewig. Um die Ortsüblichkeit der geplanten Gebäude zu unterstreichen, präsentierte die Planerin als Beispiele die Höhe und Geschossigkeit von Häusern in der Umgebung. Im Vergleich zu bestehenden Wohngebieten wie in ­Birkenwerder-Nord sei die neue Anlage ­deutlich großzü­giger geplant, was sie anhand der sogenannten Grundflächenzahl verdeutlichte. Einen „großen Bedarf an Wohnungen“ konstatierte Ex-Bürgermeister Kurt Vetter (Fraktion Birke). Jedoch stellte er sogleich die Frage nach der notwendigen Infrastruktur und nach einem noch vertraglich zu regelnden Erschließungskonzept. Und er hinterfragte, ob die alten Konzepte von 1997 und 2011, die in dem Plangebiet eine deutlich höhere Bebauungsdichte vorsahen, tatsächlich „eingestampft“ werden sollten. Aus seiner Sicht sei das vorgestellte Vorhaben „nicht für junge Familien geeignet“. Planerin Anke Ludewig widersprach heftig. Zudem schlug Vetter vor, die höhergeschossigen Gebäude direkt an der Havelstraße zu platzieren – als Lärmschutz.

Den grünen Charakter von Birkenwerder stellte dagegen Klaus-Günther Schnur (Fraktion Birke) angesichts viergeschossiger Gebäude in Frage. Die zuzulassen, würde ihm „Bauchschmerzen“ bereiten. Außerdem forderte er Nahversorgung und Gastronomie. Die Planerin verwies auf das Einzelhandels- und Zentrumskonzept, das eine konkrete Richtung für das Gebiet zwischen Rathaus und Bahnhof weist, aber nicht für die Peripherie. Daran würden auch 150 Wohnungen zusätzlich nichts ändern, weil nicht genügend Zulauf für eine Gastronomie erzeugt wird. Umzusetzen wäre so etwas angesichts der multifunktional ausgelegten Gebäude jedoch, sagte Dirk Stettner als Gesellschafter der Havelaue Birkenwerder GbR, dem Vorhabenträger.

Eine ausreichende Breite der Erschließungsstraßen in dem Wohngebiet mahnte Katrin Gehring (CDU) mit Blick auf die nötigen Fahrzeugstellplätze an. Bei zu schmalen Fahrbahnen könnte die Gemeinde eine Übernahme in die kommunale Zuständigkeit ablehnen. Dass die Straßen 5,5 Meter breit sind und der Straßenraum sogar acht beziehungsweise zehn Meter messe, erläuterte Anke Ludewig.

„Viele gute Ideen“, resümierte Dorothea Trebs (IOB/B.i.F.) in dem Konzept. Jedoch wirke die Bebauungsdichte so, als wollte der Investor „wirtschaftlich das Maximale herausholen“. Man müsse über eine Entzerrung reden. Das Vorhaben an sich werde Birkenwerder aber vor-anbringen. Auch Henrik Lehmann (SPD) begrüßte das Beseitigen der Brache. Allerdings stellte er Abweichungen von den Vorgaben der Gemeinde fest. Bauamtsleiter Jens Kruse forderte eine politische Entscheidung darüber ein, ob nun an alten Beschlüssen festgehalten wird – oder nicht. Die Planerin reagierte auf die Anmerkungen unmissverständlich: „Ein solches Vorhaben muss auch wirtschaftlich sein, sonst findet es nicht statt.“

Von Helge Treichel

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