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Politiker beschließen erneute Kurskorrektur

Gehölzschutz mit Obstbäumen Politiker beschließen erneute Kurskorrektur

Zum zweiten Mal binnen eines Jahres will die Gemeindevertretung im Mühlenbecker Land die Gehölzschutzsatzung aus dem Jahr 2007 ändern und aufweichen. Obstbäume sollen in den Kanon der für Ersatzpflanzungen zulässigen Gewächse aufgenommen werden.

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Obstbaum in voller Blüte.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Mühlenbecker Land. Schon einmal waren die Regelungen der seit 2007 gültigen Gehölzschutzsatzung Anfang März gelockert worden, jetzt will die Gemeindevertretung zum zweiten Mal binnen eines Jahres nachbessern: Bei der Definition der für eine Ersatzpflanzung nicht geeigneten Pflanzen entfällt demnach das Wort „Obstbaum“. Diese Nutzbäume sei „in den Kanon der zugelassenen Ersatzpflanzen aufzunehmen“, beschlossen die Gemeindevertreter mehrheitlich auf Antrag der Fraktion SPD-B 90/Grüne. Obstbäume gehören zu den typischen Bäumen im Gemeindebild, heißt es in der Begründung: Sie seien im Vergleich zu anderen Baumarten als Brutstätte für Vögel und Nahrungsquelle für Vögel und Insekten „gleichermaßen ökologisch wertvoll“. Einheimisches Obst mit seiner Sortenvielfalt werde für viele Menschen immer wertvoller. „Die Gemeinde sollte diese Entwicklung und den Trend zur Eigenversorgung nachhaltig unterstützen“, heißt es weiter. Um den Bestand der Ersatzpflanzungen mit Obstbäumen zu schützen und zu sichern, sollen alle Bestimmungen für Ersatzpflanzungen vollinhaltlich auch für Obstbäume gelten.

Ex-Bürgermeister Klaus Brietzke (CDU/FDP-Fraktion) begrüßte die aus seiner Sicht „sehr elegante“ neue Regelung. Die bisherige Reglementierung werde von vielen Menschen als unsachgemäß empfunden. Die Linken dagegen sprachen sich gegen ein weiteres Aufweichen der Gehölzschutzsatzung aus – wie übrigens bereits im März, als selbst Bündnisgrüne von einer „Knebelsatzung“ sprachen. Seinerzeit war der Umfang schützenswerter Bäume von 60 auf 150 Zentimeter heraufgesetzt worden (Eichen, Buchen, Ulmen, Linden und Tannen). Ausdrücklich nicht mehr geschützt sind seitdem Weiden, Pappeln und Fichten.

Für Erstaunen sorgte der Beschluss in der Verwaltung, die in ihrer Stellungnahme empfohlen hatte, den Antrag zunächst zur Beratung in den Umweltausschuss zu verweisen. Vizebürgermeisterin Kerstin Bonk wies darauf hin, dass die geltende Satzung mit dem Beschluss noch nicht geändert sei. Ziel sei es nun, den überarbeiteten Satzungstext zur nächsten Beratungsrunde im Januar vorzulegen, sagte Baufachbereichsleiter Hanns-Werner Labitzky. Dabei werde Augenmerk darauf gelegt, „dass die Satzung in sich schlüssig bleibt“.

Von Helge Treichel

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