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Oberhavel Politiker hören Betroffenen zu
Lokales Oberhavel Politiker hören Betroffenen zu
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00:26 02.04.2018
Bundesministerin Franziska Giffey hört genau zu, was Margit Diel zu sagen hat. Quelle: Enrico Kugler
Velten

Dass dieser Besuch im Seniorenzentrum St. Elisabeth am Gründonnerstag stattfindet, sei ein „gutes Omen“, sagte Caritas-Vorstand Rolf Göpel. „Uns brennen einige Themen auf der Seele“ – und im christlichen Kalender sei dies der „Tag des Aufbruchs“.

Anlässlich ihres Antrittsbesuches in Brandenburg war Bundesfamilien- und -seniorenministerin Franziska Giffey ( SPD) in Velten zu Gast. Begrüßt und begleitet wurde sie von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und natürlich von Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD).

Zahlreiche Kameras waren in Velten auf die Gäste gerichtet, darunter Bürgermeisterin Ines Hübner. Quelle: Enrico Kugler

„Die Entscheidung war richtig, schnell nach Brandenburg zu kommen“, sagte Woidke. Zwei Dinge seien entscheidend, um Menschen für die wichtige, mental und körperlich aber anstrengende Tätigkeit in der Altenpflege zu begeistern: eine angemessene und gute Bezahlung sowie gute Arbeitsbedingungen.

„Wir müssen soziale Berufe attraktiver machen“, nannte auch Franziska Giffey das Ziel und verwies auf ein Sofortprogramm für 8000 neue Pflegestellen. Hunderte Pflegekräfte benötige allein die Caritas in den nächsten Jahren, hatte zuvor Maren Gienapp als Geschäftsführerin der Caritas-Altenhilfe gesagt. Und zwar allein, um die zu ersetzen, die in Rente gehen.

Sie sei nicht gekommen, um die Welt zu erklären, so die 39-jährige Bundesministerin, die in Frankfurt (Oder) aufwuchs und sich somit als gebürtige Brandenburgerin vorstellte. „Gute Politik beginnt mit der Betrachtung der Möglichkeiten“, erklärte Franziska Giffey ihre kurz gefasste Ansprache. Und das habe für sie schon als Neuköllner Bezirksbürgermeisterin bedeutet, ’rauszugehen und zuzuhören. Daraus müsse Politik abgeleitet werden. „Es ist etwas sehr Wertvolles, mit den Leuten zu sprechen.“ Und davon machte sie in Velten ausgiebig Gebrauch.

Detlef Reinicke aus Velten im Gespräch mit der Ministerin. Quelle: Enrico Kugler

Als pflegender Angehöriger schüttete Detlef Reinicke aus Velten der Ministerin sein Herz aus. Die Mutter des 62-Jährigen wird seit 2015 stationär betreut, sein Vater im altersgerechten Wohnen. Sein größter Kritikpunkt: „dass die Betroffenen so hohe Eigenanteile zahlen müssen“. Seine Mutter zahle rund 1400 Euro monatlich. „Bei einer Rente von 900 Euro ist die Grenze erreicht“, so Reinicke. Angesichts der Rentenentwicklung sei künftig eine zunehmende Zahl von Sozialfällen zu erwarten. Sein Vorschlag: „Fixe Kostensätze. Und den Rest übernimmt der Steuerzahler.“

„Mehr Personal“ und ein besserer Betreuungsschlüssel, lautete der Wunsch von Margit Diel. „Sonst laufen sie doch alle weg.“ Die 77-Jährige wohnt seit fast acht Jahren im Seniorenzentrum St. Elisabeth und engagiert sich im Heimbeirat. Der Wegfall der Zivildienstleistenden sei ein für die Bewohner merklicher Einschnitt gewesen. Da seien „viele Tätigkeiten weggefallen“.

Aus Sicht der Auszubildenden ergriff Eva-Maria Henze aus Oranienburg das Wort. Die 31-Jährige hatte ihre Ausbildung als Pflegefachkraft im Oktober beendet. Auch sie wünschte sich eine bessere Ausbildungsvergütung, insbesondere für Quereinsteiger. Die bekämen zwar oft Bestnoten, könnten aber ihre Familie kaum ernähren, hieß es in der Diskussionsrunde mit der Ministerin. Manche seien sogar gezwungen, die Ausbildung abzubrechen und als Pflegehilfe weiterzuarbeiten.

Dietmar Woidke gratuliert Eva-Maria Henze zur abgeschlossenen Ausbildung – und zur Übernahme. Quelle: Enrico Kugler

Von den 960 Euro Ausbildungsvergütung im ersten Jahr habe sie nur gut 600 Euro ausgezahlt bekommen, sagte Eva-Maria Henze. Früher als kaufmännische Assistentin tätig und arbeitslos geworden, hat sie ihre Entscheidung zum beruflichen Umsatteln „auf keinen Fall“ bereut: „Es ist anstrengend, aber die meisten sind sehr dankbar für jede Unterstützung.“

Die Bezahlung ist deutlich zu niedrig“, resümierte auch Dietmar Woidke. Gemeinsam mit den Trägern müsse die Ausbildung kürzer und besser gemacht werden. Aber: „Das darf nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen. Wir brauchen eine Novelle der Pflegeversicherung.“

Von Helge Treichel

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