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Polizei bildet Ermittlungsgruppe

Wohnungseinbrüche in Oberhavel Polizei bildet Ermittlungsgruppe

Die Polizei sei auf wachsame Nachbarn, Bürgerhinweise und Sicherheitspartnerschaften angewiesen, sagt der Leiter der Polizeidirektion Nord mit Blick auf die zwar sinkenden, aber dennoch hohen Einbruchszahlen im Landkreis Oberhavel. Zusätzlich wurde eine Ermittlungskommission gegründet.

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Es gibt viele Wohnungseinbrüche in Oberhavel.

Quelle: dpa

Oberhavel. Sie werden aufgehebelt, angebohrt und eingeschlagen: Fenster sind das bevorzugte Angriffsziel, um in die Wohngebäude zu gelangen, sagt Bernd Halle, Leider der Polizeidirektion Nord. Die Beute: Schmuck, Bargeld, Kreditkarten und hochwertige Computertechnik. Die Vorgehensweise der Täter sei fast überall gleich, sagt der Polizeichef, als er die hiesige Kriminalitätsstatistik des Jahres 2015 präsentiert. Meist werde die Abwesenheit der Bewohner genutzt, aber vielen der meist jungen und sportlichen Täter sei auch egal, ob noch jemand zu Hause ist. Sie haben flinke Beine.

Hoffnung auf die Aussagen von drei Tatverdächtigen gesetzt

Seit dem Höchststand mit 532 Einbrüchen im Jahr 2013 sei die Oberhavel-Zahl zwar leicht gesunken, sagt Bernd Halle. 2014 bearbeitete die Polizei 514, im Jahr 2015 noch 411 Wohnungseinbrüche. Im selben Zeitraum sank aber auch die Aufklärungsquote von 18,2 Prozent (97 Fälle) über 13,8 (71 Fälle) auf nun 13,1 Prozent (54 Fälle). „Wir haben uns entschlossen, besondere Maßnahmen zu ergreifen“, sagt der Direktionsleiter. Deshalb sei eine siebenköpfige Ermittlungskommission gegründet worden. Deren Ziel: die Qualität der Strafanzeigen und Vernehmungen zu verbessern, Zusammenhänge herzustellen und die Zusammenarbeit mit der Ermittlungsgruppe Berlin/Brandenburg zu pflegen.

Nachdem Ende vergangener Woche in Birkenwerder zwei Moldawier und ein Rumäne mit Einbruchswerkzeug in einem gestohlenen BMW erwischt wurden, setzen die Polizisten nun auf die Beschuldigtenvernehmungen. „Wir erhoffen uns Erkenntnisse, mit denen wir Zusammenhänge herstellen und weitere Straftaten aufklären können“, sagt Bernd Halle.

Die konkreten zahlen für Oberhavel

In Birkenwerder gab es im vergangenen Jahr 37 Einbruchsdiebstähle (2014: 30). Eine Steigerung um 23,3 Prozent. In Hohen Neuendorf wurden 2015 sieben Prozent mehr Einbrüche als im Vorjahr polizeilich bearbeitet, 61 statt 57. In den anderen Stadtteilen war die Zahl wiederum gesunken – von 40 auf 17 in Bergfelde (-57,5 %), von 7 auf 5 in Stolpe (-28,6 %) und von 20 auf 8 in Borgsdorf (-60 %). Glienicke hatte knapp 58 Prozent weniger Einbrüche. Die Zahl sank von 64 (2014) auf 27 (2015). Im Mühlenbecker Land sank die Einbruchszahl von 78 auf 43 (-44,9 %), in Leegebruch von 12 auf 9 (-25 %), in Kremmen von 20 auf 15 (-25 %) und im Oranienburger Stadtgebiet mit dem klaren Taten-Schwerpunkt Oranienburg, Lehnitz und Sachsenhausen von 78 auf 57 (-26,9 %). Gegen den Gesamttrend stieg die Zahl der Einbrüche in den beiden Vorjahren in Hennigsdorf von 29 auf 52 (79,3 %) und in Oberkrämer von 28 auf 35 (25 %). Keine Veränderung gab es in Velten mit jeweils 12 Wohnungseinbrüchen pro Jahr. In Summe sind das 379 Wohnungsenbrüche im berlinnahen Raum, zehnmal mehr als im Oberhavel-Norden, wo es laut Statistik lediglich 32 Fälle gab.

Leiter der Polizeidirektion: „Allein die Polizei schafft das nicht.“

„Es gibt hier viel zu tun“, schlussfolgert Bernd Halle. „Aber allein die Polizei schafft das nicht, dazu gibt es zu viele Angriffsobjekte.“ Es sei deshalb erforderlich, sich auf alte Tugenden zu besinnen – auf den wachsamen Nachbarn, Sicherheitspartnerschaften wie in Bärenklau (fünf Einbrüche 2015, zwei 2014) sowie Hinweise aus der Bevölkerung. Die Polizei gebe deshalb auch verstärkt vorbeugende Hilfestellung in Form von Eigenheimberatungen. 460 Veranstaltungen habe es im vergangenen Jahr gegeben, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs.

Auch die Zahl der Einbrüche in Firmen bleibe 2015 mit 354 Fällen auf einem sehr hohen Niveau (68 aufgeklärt – 19,2 Prozent).

Hinweise der Polizei

Polizeisprecherin Dörte Röhrs rät dazu, eine gute Nachbarschaft zu pflegen, dem eigenen Umfeld Aufmerksamkeit zu schenken und auf Auffälligkeiten zu reagieren (Kfz-Kennzeichen und Uhrzeit von verdächtigem Fahrzeug notieren).

Andererseits sei auch jeder selbst verantwortlich und habe sein Eigentum zu schützen: bei Abwesenheit Wohnung abschließen und Fenster nicht offen lassen, Fahrräder anschließen.

Hilfreich kann auch Sicherheitstechnik sein wie zum Beispiel spezielle Fenster und Türen oder eine Alarmanlage. Die Präventionsabteilung der Polizei berät zu diesem Thema (unabhängig und kostenfrei). Kontakt: Lehnitzstraße 36
Tel.
Ansprechpartner: Dirk Collin, E-Mail: dirk.collin@polizei.brandenburg.de

Dörte Röhrs: „Wir können einfach nicht überall und schon gar nicht zur gleichen Zeit sein.“

Von Helge Treichel

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