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Oberhavel Polizei kontrolliert vor Schulen
Lokales Oberhavel Polizei kontrolliert vor Schulen
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23:31 04.09.2017
Der Hennigsdorfer Wachenleiter Stefan Boye bei der Geschwindigkeitskontrolle in Hohen Neuendorf. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

Der Polizist hebt die Kelle und winkt die Kraftfahrerin heraus. Die junge Frau war an diesem Morgen auf der Waldstraße in Hohen Neuendorf mit 45 km/h unterwegs. Erlaubt sind 30. Die Ford-Fahrerin zahlt das fällige Verwarngeld von 25 Euro und verspricht dem Beamten, das Tempolimit künftig zu beachten.

Zum Schulbeginn in Brandenburg gab es am Montag flächendeckend Verkehrskontrollen in Oberhavel, wenn auch zeitlich nicht durchgängig. Dabei wurden im Rahmen der Schulwegsicherung 58 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Mit Lasergeräten wurden im Landkreis insgesamt sechs Geschwindigkeitsüberschreitungen nachgewiesen. In zwölf Fällen sei gegen die Gurtpflicht verstoßen worden. In zwei Fällen seien sogar die Kinder nicht angeschnallt gewesen. Achtmal wurde ein Fehlverhalten von Radfahrern registriert, dreimal gab es technische Mängel an den Fahrrädern.

Autofahrer werden herausgewunken. Quelle: Helge Treichel

Im gesamten Land werde die Polizei in den nächsten Wochen verstärkt vor Grundschulen und Kindergärten anzutreffen sein, kündigte Polizeisprecherin Stefanie Klaus an. „Ziel ist es, mit Eltern und Berufspendlern ins Gespräch zu kommen, alle Verkehrsteilnehmer zum Thema Schulstart zu sensibilisieren und Fehlverhalten zu ahnden“, so die Sprecherin. Zudem werde über Facebook und Twitter informiert.

Allerdings wurden nicht alle Kraftfahrer bestraft, die an diesem Montagmorgen herausgewunken wurden. Jörn Herrmann aus Mühlenbeck hatte zum Beispiel alles richtig gemacht, ebenso Jan Alexy aus Bergfelde. Beide bekamen zum Dank eine kleine Schultüte überreicht – vom Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke persönlich. „Ich möchte am ersten Schultag ein Zeichen setzen und einmal den Leuten danken, die sich an die Verkehrsregeln halten“, begründet er seinen morgendlichen Einsatz, der allerdings „auf dem Weg lag“: Mörke ist in Oberhavel zu Hause.

Freude gemacht: Der Polizeipräsident verschenkt Schultüten. Quelle: Helge Treichel

Nicht weniger als 343 Schulwegunfälle habe die Polizei im vergangenen Jahr landesweit aufnehmen müssen, sagte Mörke. In diesem Jahr seien es bis zum 31. Juli bereits 216 und damit rund sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Das Leben und die Gesundheit unserer Kinder ist das Wertvollste, das wir haben“, sagte der Polizeipräsident. Das zu schützen, sei eine „tolle Aufgabe“.

Neben den mit einer Schultüte Beschenkten lobte auch Schulleiter Holger Mittelstädt die Polizeiaktion. „Als Lehrer finde ich den pädagogischen Ansatz gut, auch Lob zu verteilen.“ Allerdings könnten auf den Schulwegen durchaus öfter mal solche Kontrollen stattfinden. Die Zusammenarbeit mit der Polizei lobte Mittelstädt. Gemeinsam gebe es Veranstaltungen zum Ausbilden der Schülerlotsen sowie zum Umgang mit den neuen Medien via Internet.

Informationskampagne der Hohen Neuendorfer CDU: Christian Wolff (l.) erteilt Schulwegpläne.. Quelle: Helge Treichel

Vor der Schule hatten sich zum Schulbeginn der Abc-Schützen zur zweiten Stunde um 8.55 Uhr auch Mitglieder des CDU-Stadtvereins postiert. Im Zuge ihrer Plakataktion „Achtung, Schulanfänger“ verteilten sie vor allen Hohen Neuendorfer Grundschulen die jeweiligen Schulwegpläne an Kinder und ihre Eltern. Auf den ausgedruckten Plänen werden zudem wichtige Tipps gegeben, unter anderem zur Zeitplanung, zu auffälliger Bekleidung und zur Vorbildwirkung der Erwachsenen. Seit zehn Jahren werde dies bereits organisiert, sagte Fraktionsvorsitzender Christian Wolff.

Die Landtagsabgeordnete, der Schulleiter und der Polizeipräsident im Gespräch (v. l.). Quelle: Helge Treichel

Ebenso mit vor Ort: die SPD-Landtagsabgeordnete Inka Gossmann-Reetz, Vorsitzende der SPD Hohen Neuendorf und Vorsitzende des Polizeibeirates in der hiesigen Polizeidirektion Nord. „Ich finde das Verhalten von Eltern vor Schulen zum Teil immer noch erschreckend“, sagte sie. Sie appellierte, Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen, wenigstens aber nicht bis direkt zum Eingang zu fahren, sondern im näheren Umfeld eine Parkgelegenheit zu nutzen.

Zahlen und Fakten

343 Schulwegunfälle wurden 2016 im Land Brandenburg registriert (2015: 434). Dabei wurden 281 Menschen verletzt (378), 49 davon schwer (56).

In der Polizeidirektion Nord (OHV, OPR, PR) wurde vorwiegend präventiv kontrolliert und beraten. Aber es wurden auch insgesamt 92 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet, davon allein 58 in Oberhavel.

Dabei wurde in einer Tempo-30-Zone der Schnellste mit 49 km/h und in einer 50-er Zone in Löwenberg der Schnellste mit 73 km/h gemessen. Folge jeweils: 35 Euro Verwarngeld.

Von Helge Treichel

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