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Polizist Lothar Meinke verabschiedet

Gransee Polizist Lothar Meinke verabschiedet

Lothar Meinke war zuletzt acht Jahre Revierpolizist in Gransee und darf sich nun Ruheständler nennen. Vom Amt Gransee und Gemeinden wurde er am Mittwoch verabschiedet. Sein Rückzug wurde bedauert, aber er habe sich ihn verdient, hieß es bei der kleinen Abschiedszeremonie.

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Ex-Polizist Lothar Meinke (Mitte) in Zivil. Amtsdirektor Frank Stege (l.) und Ex-Kollege Thomas Schröder verabschieden ihn.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. 1976, als er von der Armee kam, wollte Lothar Meinke eigentlich nie wieder eine Uniform anziehen. Aber es kam alles anders. Der Baufacharbeiter wurde Polizist und die Uniform – bis auf einen kleinen Zeitraum – seine zweite Haut. Jetzt aber, nach 39 Jahren, gab er sie für immer zurück. Lothar Meinke, bis zuletzt Revierpolizist im Amt Gransee und Gemeinden, meldete sich vom Dienst ab und ging in den Ruhestand. Am Mittwoch dankte Amtsdirektor Frank Stege dem 60-Jährigen für die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit. „Zwischen Polizei und Ordnungsamt passte kein Blatt Papier. Wir hatten immer ein enges Verhältnis zur Polizei, sind getrennt marschiert und haben gemeinsam geschossen“. Für Frank Stege sei Meinke mit ein Garant dafür gewesen, dass es in der Granseer Region sehr sicher ist.

Am 1. Juli 1978 fing er in Gransee bei der Polizei an, drückte in Magdeburg die Schulbank, war Verkehrspolizist, ging auf Streife, arbeitete in Löwenberg sowie am Grenzübergang Stolpe, im Transitverkehr, als Fahrerlaubnisprüfer, organisierte den Führerscheintausch und hatte nach der Wende die Möglichkeit, zur Dekra zu gehen. „Aber ich zog die Uniform wieder an und machte als Polizist weiter.“ 2006 wurde er Revierpolizist in Fürstenberg, vor etwa acht Jahren zog er gemeinsam mit Thomas Schröder von der Wasserstadt nach Gransee. Hier übernahmen sie die Aufgaben der Revierpolizisten; Lothar Meinke in den Gemeinden, Thomas Schröder in der Stadt. Und jetzt ist Schluss. „Verlängern stand für mich nicht zur Debatte.“ Wohl auch deshalb, „weil es seit der Wende nicht mehr unbedingt der Traumjob war. Zu DDR-Zeiten wurde man mehr akzeptiert.“ Thomas Schröder bedauert, dass sein Kollege weg ist. „Zwei, drei Jahre länger hätte er schon machen können. Wir haben so lange zusammengearbeitet, dass er schon fehlt.“

Am Ende seines Polizistenseins gehen dem zweifachen Familienvater (eine seiner zwei Töchter ist auch Polizistin), manche Situationen nicht aus dem Kopf; alle geschahen auf der B 96. Eine Trabi-Fahrerin am Abzweig Grüneberg in ihrem Auto verbrannt. Ein Linkenpolitiker fuhr vor Jahren gegen einen Baum und starb, drei Tote gab es bei einem Lkw-Unfall. Andererseits kann er sich auch noch an einen Einsatz in Meseberg erinnern, als der damalige Bundeskanzler Gerd Schröder nach seiner Ankunft auf die Schulter klopfte und fragte, wie es ihm gehe.

Darum müssen sich jetzt andere kümmern (einen Nachfolger gibt es noch nicht). „Ich werde jetzt die Dinge machen, die ich vorher nicht geschafft habe.“ Seine Frau werde ihm schon einige Hinweise geben.

Von Stefan Blumberg

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