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Oberhavel Polymere Multitalente
Lokales Oberhavel Polymere Multitalente
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14:17 14.06.2013
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ORANIENBURG

Wochen dauert es, bis die verschieden strukturierten Polymere im Labor hergestellt sind. Wie genau, bleibt Betriebsgeheimnis. Anschließend werden sie in die Edelstahlrohre gepresst. Das Endprodukt. Ob Rotwein, Farben, Insulin oder Cola – bei den Anwendern durchfließt der zu testende Stoff diese Säulen. Zum Schluss ist ablesbar: Welche Bestandteile eine Substanz enthält und in welchem Verhältnis.

Diese Untersuchungen werden in der Qualitätskontrolle ebenso gebraucht wie bei der Reinheitsprüfung von Produkten oder deren korrekter Zusammensetzung. „Das größte Feld ist die Lebensmittelforschung“, so Christian Dauwe, und nennt ein ganz praktisches Beispiel: Weinproduzenten sind zu solchen Identitätsbestimmungen für ihren Rebsaft verpflichtet. „Hinter jeder Prüfnummer auf der Flasche steckt eine Untersuchung im Weinlabor.“ Im Wein stecken die Zucker-sorten Glukose und Fruktose. Aber auch Glyzerin und Ethanol. Doch auch das Verhältnis der Stoffe zueinander muss stimmen, „sonst wird’s verdächtig“, so Dauwe. So komme man Panschern auf die Spur. Denn Nachzuckern ist schließlich verboten. Kunde für die Chromatographiesäulen ist auch der Zoll, der den Wein bei der Einfuhr unter die Lupe nimmt.

Kunden sind Unis, Labors der Pharmaindustrie, die Berliner Charité, das Oranienburger Milchinstitut. Steckt im teuren Akazienhonig aus Australien nicht doch eine kräftige Portion billiger Zucker? Es kommt an den Tag. „Es geht oft um Produktfälschung und Reinheitsnachweise“, so Dauwe.

Es gebe kaum eine Branche, die auf solche Analysewerkzeuge nicht zurückgreift: „Die Farbenindustrie will erreichen, dass die Farbpartikel nicht verkleben, der Farbrest auch nach einem Jahr noch lockerflockig im Eimer ist, die Suspersion stabil bleibt.“ In der Bioforschung gehe es um Nachweise der Reinheit von Insulin. In der Bioethanolgewinnung darum, die Anteile von Holzzucker in Stroh zu ergründen. „Das ist schließlich viel besser als wertvolles Getreide als Grundlage zu verwenden“, so Dauwe.

„2006 habe ich meine erste Säule gepackt. Zu Testzwecken“, erinnert sich Susanne Dauwe. Damals war Ehemann Christian Dauwe noch fest angestellt. 2009 sind sie dann mit AppliChrom mit Chromatographieprodukten auf den Markt gegangen. Es liegt ein langer Weg hinter den Dauwes. Zwei Wissenschaftlerseelen, die so schnell nichts umhaut. Bei der Entwicklung solcher Basistechnologien sei der Weg natürlich auch mit Misserfolgen gepflastert. „Wir haben die Firma nur mit eigenen Kräften, ohne jede Förderung aufgebaut.“ Technik musste angeschafft, das Labor ausgerüstet werden. „Bis heute ist es so, was reinkommt, wird wieder investiert“, sagt die Mutter zweier Kinder.

Geboren wurde Christian Dauwe, der promovierte Chemiker, in Nordrhein-Westfalen, Ehefrau Susanne, Lebensmittelchemikerin und Diplomingenieurin in Bayern. Beim Studium an der Uni Wuppertal fanden sie zueinander. „Ich habe damals schon solche Säulen hergestellt, er hat sie gefüllt.“ Ein Forschungsaufenthalt führte beide für ein paar Jahre nach Griechenland. Acht Jahre arbeitete Christian Dauwe anschließend im Vertrieb derartiger Analysewerkzeuge für ein Unternehmen, zuständig für Ostdeutschland und Russland. 2009 machten sie sich selbstständig. Bis heute als Familienunternehmen. „Forschung hat eine lange Anlaufphase. Jetzt sind wir soweit, dass die Kunden Vertrauen gefasst haben, die Arbeit Spaß macht“, sagt Susanne Dauwe. Ihren Sitz hat AppliChrom an der Germendorfer Allee 20.

Rund 20 Firmen handeln bundesweit mit Chromatographischen Säulen, Partikelhersteller gibt es weltweit nur ganz wenige. Die Mitbewerber sitzen vor allem in den USA. Der Preis für eine Polymersäule hängt von der Größe und dem verwendeten „Packmaterial“ ab. Bei guter Pflege halten sie 5000 Tests durch.

Kunden der Dauwes sind auch Kriminalisten und Forensiker. „Ob es Giftmord war oder nicht, das kriegen sie so raus.“ (Von Heike Bergt)

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