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Oberhavel Postkarte braucht 36 Jahre bis Grüneberg
Lokales Oberhavel Postkarte braucht 36 Jahre bis Grüneberg
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02:16 17.08.2015
Späte Post: In Grüneberg kamen Karten aus vier Jahrzehnten an   Quelle: Bernd Gartenschläger
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Grüneberg

 Es ist vermutlich die größte Post-Panne der vergangenen Jahre in Oberhavel. Die Grünebergerin Renate Dieckhoff zog an vier verschiedenen Tagen Post aus ihrem Briefkasten, die nicht mehr ganz taufrisch war. Insgesamt sechs Postkarten stellte ihr die Postbotin zu. Am längsten unterwegs war eine Karte aus den Vereinigten Staaten von Amerika: unglaubliche 36 Jahre!

 „Zuerst hatte ich eine Karte von meiner Enkelin Sophie aus Oranienburg in der Hand. Sie schrieb ’Liebe Oma, lieber Opa ...’ Das wunderte mich, weil mein Mann ja schon verstorben ist.“ Erst als sie sah, dass die Karte aus Kanada einflog, wurde ihr einiges klar. In Kanada weilte ihre Enkelin 2008. Von dort schickte sie die Post nach Deutschland. Sieben Jahre ist das jetzt her. Auch die Karte von einer inzwischen verstorbenen Dame erreichte ihren Adressaten mindestens fünf Jahre zu spät. Genau zu erkennen war das nicht mehr. Eindeutig lesbar hingegen waren die Poststempel auf den Karten, die sie einen Tag später, am 31. Juli, in ihrem Kasten fand. Die eine kam von Freunden aus Schwedt, die seinerzeit Urlaub in Nizza machten. Das war 2003. Die andere schickten Freunde 2005 von ihrer Radtour in Colmar in Frankreich. Es kam noch besser. Am 3. August überraschte sie ihre Hamburger Verwandtschaft mit einer Urlaubskarte aus Paris. Die war in der französischen Metropole jedoch schon vor 30 Jahren eingesteckt, 1985, worden.

Die Post und der Versand

Die Deutsche Post ist das größte Postunternehmen Europas und stellt allein in Deutschland an jedem Werktag mehr als 64 Millionen Briefe zu.

Der Briefmarkt ist seit Anfang 2008 vollständig liberalisiert. So hat sich der Wettbewerb deutlich verschärft. Zugleich schrumpft der nationale Briefmarkt, weil zunehmend elektronisch kommuniziert wird.

Genaue Zahlen über verschwundene Briefe – gestohlen oder verschollen – gibt es nicht. Verbraucherschützer schätzten die Zahl verschwundener Briefe vor Jahren auf 70 000 täglich.

 Als verloren gilt bei der Post eine Sendung erst, wenn sie nicht innerhalb von 20 Tagen nach Einlieferung an den Empfänger zugestellt wurde und ihr Verbleib nicht ermittelt werden kann.

Noch etwas länger brauchte die Karte, die am 5. August den Weg nach Grüneberg fand: 36 Jahre. „Dass diese Karte jetzt erst ankam, hat mich sehr geärgert“, sagte Renate Dieckhoff. Sie stammte von einer jungen Verwandten, die damals Austauschschülerin in den USA war. „Sie hatte extra deutlich ihre Adresse vermerkt und wartete vermutlich auf eine Antwort. Aber sie verstarb leider sehr früh“, erzählt die Grünebergerin, so dass das Zustell-Malheur nicht mehr aufzuklären ist.

Für Renate Dieckhoff ist die späte Zustellung der Post ein Rätsel. Ihre frühere Adresse sei auf allen Sendungen richtig vermerkt worden. „Toll, dass die Postbotin die Karten jetzt trotzdem zu mir an die neue Adresse gebracht hat. Andere hätten sie vielleicht weggeschmissen. Ich hatte vermutet, dass die Stasi die ältere Post zurückhielt, weil mein Mann eine leitende Stelle hatte. Wer weiß!“

Tina Birke, Pressesprecherin der Post, zuckt mit den Schultern. „Das kann man nicht erklären. Da waren auch ausländische Postdienstleister involviert, eine Sendungsverfolgung gibt es nicht.“ Spekulieren, wo die Post über all die Jahre gelagert haben könnte, wollte sie nicht.

Von Stefan Blumberg

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