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Poststreik: Viele Sendungen bleiben liegen

Im Havelland und Oberhavel kommt die Post verzögert Poststreik: Viele Sendungen bleiben liegen

Gelbe Autos wohin das Auge reicht. Auf der Fahrt von Hennigsdorf nach Falkensee scheint es, als würde das Thema Poststreik in der Region keine Rolle spielen. Und doch wurde der Streik am Montag auch in Brandenburg ausgeweitet.

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Der Streik geht weiter: Bald könnten auch das Paketzentrum Börnicke betroffen sein.

Quelle: dpa

Havelland/Oberhavel. Gelbe Autos wohin das Auge reicht. Auf der Fahrt von Hennigsdorf nach Falkensee scheint es, als würde das Thema Poststreik in der Region keine Rolle spielen. Und doch wurde der Streik am Montag auch in Brandenburg ausgeweitet.

„Man merkt schon, dass nicht mehr so viel Post kommt. Zwar habe ich bis jetzt alle wichtigen Sendungen erhalten, aber es dauert wesentlich länger“, sagt Manuela Koenig aus Hennigsdorf. Ähnlich geht es auch der 78-jährigen Ursula Strauch aus Falkensee: „Es kommt sehr wenig an. Ein Glück warte ich nicht auf eine wichtige Lieferung.“

Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck auf die Deutsche Post AG. In dem Tarifkonflikt geht es um die Arbeitsbedingungen von bundesweit rund 140.000 Beschäftigten. Hauptstreitpunkt ist die schlechtere Bezahlung bei 49 neu gegründeten regionalen Gesellschaften, in denen mittlerweile mehr als 6.000 Menschen beschäftigt sind. „Im Briefverteilzentrum in Hennigsdorf streiken mittlerweile etwa 100 Kollegen. Das ist der Großteil der Stammbelegschaft“, sagte Benita Unger am Dienstag gegenüber der MAZ. Die Verdi-Postdienst-Expertin für Berlin und Brandenburg schätzt zudem, dass etwa zwei Drittel aller Briefsendungen liegen bleiben. „In Hennigsdorf werden normalerweise rund 700.000 Briefe pro Tag bearbeitet. Ich denke nicht, dass das ohne die Stammleute zu schaffen ist“, so Unger. Aufgrund der erneuten Ausweitung des Streiks sei es außerdem nur eine Frage der Zeit, bis auch im Paketverteilzentrum in Börnicke die Arbeit niedergelegt werden wird.

Noch bekommen viele Menschen in der Region jedoch pünktlich ihre Sendungen. Nach Aussage der Deutschen Post AG sollen trotz des Streiks sogar rund 85 Prozent der Briefsendungen und 75 Prozent aller Pakete ankommen. „Freiwillige aus Verwaltung und Vertrieb kommen zum Einsatz, aber auch externe Kräfte. Zudem haben wir noch etwa 40.000 Beamte im Unternehmen, die nicht streiken dürfen“, so Postsprecher Markus Wohsmann. Trotzdem kommt es im Havelland und Oberhavel auch immer wieder zu unangenehmen Situationen. „Ich warte schon länger auf meine Krankenkassenkarte. Ich brauche sie dringend für wichtige Unterlagen“, sagt Tim Hempel aus Oranienburg. Für versäumte Fristen oder verspätete Kündigungen ist jedoch jeder selbst verantwortlich. „Wer sichergehen will, sollte den Express-Versand wählen, der ist nicht vom Streik betroffen“, so Postsprecherin Tina Birke.

Von Laura Sander

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