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Prämie bringt Markt in Bewegung

Nachfrage bei Händlern von Elektroautos Prämie bringt Markt in Bewegung

Etwas gestiegen ist die Nachfrage bei Autohändlern in Oberhavel nach Elektroautos seit Beschluss der Bundesregierung, eine Kaufprämie für diese Autos zu gewähren. Doch kritisiert wird die geringe Anzahl von öffentlichen Ladestationen für solche Autos. Das halte die Kunden davon ab, sich ein reines Elektrofahrzeug zu kaufen.

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Christoph Haerter, Carsten Breuer, Marcus Hey und René Tausch (v. l.) mit Elektroautos und Ladekabeln auf dem Gelände der Oranienburger Dekra. Die E-Mobility Messe findet in diesem Jahr am 18. Juni bei der Dekra in Oranienburg statt.

Quelle: Enrico Kugler

Oberhavel. Um nichts in der Welt würden Veronika (47) und Stephan Hohl (50)  aus Borgsdorf ihr Elektroauto, einen Renault Zoe, wieder hergeben. Es ist das Zweitauto des Paares und Stephan Hohl freut sich, wenn er es mal fahren darf. Denn der Zoe „geht richtig ab und zieht an PS-stärkeren Autos vorbei“, schwärmt Hohl. Seine Frau fährt täglich von Borgsdorf nach Oranienburg zur Arbeit, ab und zu auch nach Potsdam oder Eberswalde und zurück. Ideale Entfernungen für ein Elektroauto mit ausgewiesener Reichweite von 210 Kilometern. Die Hohls nutzten die vom Hersteller gewährte Ersparnis von 5000 Euro und kauften sich damit 2015 ihr Elektroauto zu einem Preis, „der mit herkömmlichen Autos vergleichbar“ war. In ihrer Garage ließen sie eine eigene Ladestation anbringen. In zwei bis drei Stunden sei das Auto wieder voll geladen, berichtet Hohl und fügt hinzu: „Die Ladestation kostete 1500 Euro, doch diese einmalige Investition rechnet sich.“

Stephan Hohl fährt noch ein mit Diesel betriebenes größeres Auto und räumt ein, dieses für lange Fahrten insbesondere in den Urlaub zu nutzen. Er kann auch nachvollziehen, dass sich Kunden lieber für einen sehr viel preiswerteren Kleinwagen entscheiden. Aus seiner Sicht müssten zwei Dinge verbessert werden, um Elektroautos am Markt zu etablieren: Die Akkus müssten sich schneller laden lassen. Und die Elektroautos müssten Privilegien haben, zum Beispiel auf der Busspur fahren dürfen. Die Hohls ließen sich bei ihrer Entscheidung für das Elek-troauto vom Umweltschutzgedanken leiten. Und Stephan Hohl räumt ein: „Finanziell muss man für einen solchen Versuch gesetzt sein. Mit 25 hätte ich nicht den Mut dazu gehabt.“

Dennoch hat die jetzt von der Bundesregierung beschlossene Prämie in Höhe von 4000 Euro für ein reines E-Auto „Bewegung in den Markt“ gebracht. Das schätzt der Oranienburger Unternehmer und Veranstalter der alternativen Fahrzeugmesse e/motion, René Tausch, ein. Diese findet am 18. Juni von 10 bis 16 Uhr wieder bei der Dekra an der Walther-Bo-the-Straße statt. Doch Tausch hätte sich gewünscht, dass statt einer Prämie Geld in die Lade-Infrastruktur gesteckt worden wäre. Seit Jahren schlägt er vor, an einem Lichtmast auf dem P-&-R-Parkplatz am alten Busbahnhof eine Ladestation anzubringen und einen Stellplatz für ein Elektroauto zu schaffen. Doch die Stadt Oranienburg reagiere nicht.

Auch die Autohändler wie Nissan in Oranienburg und Renault in Borgsdorf bemängeln das Fehlen von öffentlichen Ladestationen für E-Autos in Oranienburg. „Und die Wohnungsunternehmen müssten ebenfalls Stationen anbieten, zum Beispiel in Tiefgaragen“, sagt Renault-Verkaufsleiter Marcus Hey. Er verzeichnet ebenso wie Nissan-Händler Christoph Haerter mehr Nachfragen nach Elektroautos. Beide Händler betonen: „Das Rechnen lohnt sich. 68 Prozent aller Deutschen fahren am Tag weniger als 60 Kilometer.“

Von Marion Bergsdorf

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