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Praktiker-Zukunft ungewiss

Nun spricht der Preis Praktiker-Zukunft ungewiss

Wie es mit der Baumarktkette Praktiker weitergeht, ist ungewiss. Betroffen davon auch der Oranienburger Markt neben dem Kaufland. Im Herbst sollte er zum Max-Bahr-Markt aufgewertet werden. Nun kam die Insolvenz dazwischen. 

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Bei Praktiker geht das Geschäft vorerst weiter.

Quelle: Jennifer Krumkühler

Oranienburg. "Der Verkauf geht normal weiter", versichert Harald Günter, Pressesprecher der Praktiker-Zentrale in Hamburg. Das ist gestern auch im Oranienburger Baumarkt an der Friedensallee zu spüren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger Kunden als an einem gewöhnlichen Wochentag suchen ihn auf. Lediglich ein kleiner Aufsteller hinter dem Kassenbereich informiert darüber, dass "aus insolvenzrechtlichen Gründen" keine Ware zurückgenommen wird, die vor dem 11. Juli 2013 gekauft wurde. An jenem Tag hatte das Unternehmen die Insolvenz beantragt. Der Oranienburger Marktleiter war gestern ebenso wie seine Kollegen aus den anderen Filialen in Deutschland nach Frankfurt am Main gereist. Für die Öffentlichkeit waren die Ergebnisse dieser Zentralen Marktleitersitzung allerdings nicht bestimmt. "Eine interne Informationsveranstaltung, auf der die vorläufigen Insolvenzverwalter sich vorstellen konnten und über grundlegende Dinge im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren informierten", beschreibt es Harald Günter.

Wie es mit den Baumärkten weitergeht, liegt jetzt ohnehin in der Entscheidungsgewalt der vorläufigen Insolvenzverwalter. Deren Ziel ist es, die Baumarktkette als Ganzes an einen Investor zu verkaufen. Das möchte die größte Gläubiger-Gruppe, in der sowohl Hedgefonds wie auch Kleinanleger vertreten sind, gern verhindern. Sie befürchten einen zu geringen Verkaufspreis und sind deshalb sogar zu weiteren Kapitalspritzen bereit, berichtet die "Wirtschaftswoche". Zudem fordern sie eine Fortsetzung des 2011 eingeleiteten Konzernumbaus.

Das würde auch den Markt in Oranienburg mit seinen 45 Mitarbeitern betreffen. Der nämlich sollte eigentlich im Herbst aufgewertet werden zu einem Max-Bahr-Markt, dem Premiumsegment im Praktiker-Konzern. "Darüber muss nun der vorläufige Insolvenzverwalter entscheiden", sagt Harald Günter.

Mutter und Töchter in der Insolvenz

  • Die Baumarktkette Praktiker stellt am 11. Juli Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hamburg.
  • Der Anwalt Christopher Seagon ist vorläufiger Insolvenzverwalter der acht inländischen Tochtergesellschaften.
  • Die Praktiker AG als Dachgesellschaft meldet am 12. Juli Insolvenz an.
  • Vorläufiger Insolvenzverwalter ist hier Udo Groner.
  • Europaweit betreibt der Praktiker-Konzern rund 440 Märkte und hat knapp 20 000 Mitarbeiter.
  • In Deutschland gibt es 170 Praktikermärkte mit 12 000 Beschäftigten.
  • Die Premium-Marke Max Bahr ist an 132 Standorten vertreten.

Die Kunden sehen die Entwicklung eher gelassen. "Die Insolvenz war vorauszusehen", meint Ronald Semmler aus Oranienburg. Auf die ständigen Rabattaktionen sei er nicht hereingefallen. Schließlich würden die Preisnachlässe bei anderen Waren aufgeschlagen. Auch für Torsten Hesse rangiert Praktiker eher unter teurer und mit kleinerem Sortiment. "Die Konkurrenz ist groß und der nächste Baumarkt ist nicht weit", sagt er. In der Tat hat die Region zwischen Oranienburg und Hennigsdorf eine außergewöhnlich hohe Baumarktdichte. Dass vor wenigen Wochen Obi in Hohen Neuendorf schließen musste, ist zwischen Hellweg, Bauhaus und Globus kaum aufgefallen.

Von Ulrich Bergt

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