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Premiere des Seefahrts-Musicals Chimborasso

Glienicke Premiere des Seefahrts-Musicals Chimborasso

Keiner würde seekrank werden, hatte Katrin Schrader, Autorin und Regisseurin des neuesten Stückes „Chimborasso“ der Musicalgruppe Glienicke, den Zuschauern versprochen. Und hielt Wort. Stattdessen gab es gute Laune, tolle Musik, sehenswerte Tanzeinlagen und viel Humor. Drei Stunden musikalische Weltreise vom allerfeinsten.

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Captain Willy Grahl singt La Paloma, in der Version von Achim Reichel.

Quelle: Ulrike Gawande

Glienicke. Die Chimborasso ist ein alter Frachter auf der letzten Fahrt nach Kuba, wo sie abgewrackt werden soll. Der Kapitän ist ein ordentlicher Seemann mit Bart, ganz so wie in dem alten Shanty besungen. Doch als er in Glienicke mit der Chimborasso im gleichnamigen Musical auf große Fahrt gehen will, sind auch Diven, Sportlerinnen und blinde Passagiere Teil seiner Mannschaft beim Aufführungsstapellaufs der „Chimborasso“, die am Freitag in der Glienicker Turnhalle zur Premiere in See stach.

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Erfolgreicher Stapellauf des Seefahrts-Musicals „Chimborasso“ der Musicalgruppe Glienicke. Man sticht in den nächsten Tagen zu weiteren Vorstellungen in See. www.musicalgruppe-glienicke.de

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Keiner würde seekrank werden, hatte Katrin Schrader, Autorin und Regisseurin des neuesten Stückes der Musicalgruppe Glienicke, den Zuschauern versprochen. Und hielt Wort. Stattdessen gab es gute Laune, tolle Musik, sehenswerte Tanzeinlagen (Einstudierung: Katja Schrader) und viel Humor. Drei Stunden musikalische Weltreise, vom Einschiffen in Hamburg, mit Stopps in England, Indien, Südafrika und Jamaika, bis zum Zielhafen Havanna vergingen wie im Fluge. „Es war eine gute Mischung verschiedener Musikstile, die auf den jeweiligen Hafen einstimmten.“ Glienickes Bürgermeister Hans Günther Oberlack ist sichtlich zufrieden. Besonders begeistert haben ihn die Spannungsbögen, mit Überraschungen in jedem Hafen.

Constanze Lindner als Contessa

Constanze Lindner als Contessa

Quelle: Ulrike Gawande

So stöckelt in Southampton eine Contessa an Bord (schauspielerisch und musikalisch ein Erlebnis: Constanze Lindner), mit englischem Akzent und auf der Suche nach der großen Liebesgeschichte ihrer Vorfahren. In Mumbai begibt sich Passagierin Biggy (überzeugend Franziska Rennspieß) in die schimmernde Bollywood-Welt Indiens. „Shakalaka“ (toll gesungen von Laura Göritz) aus Andrew-Lloyd-Webbers Musical „Bombay Dreams“ bildet den passenden musikalischen Rahmen. Und in Kapstadt überzeugt Justine Lucks als blinde Passagierin Miriam mit dem Miriam-Makeba-Klassiker „Pata Pata“ aus dem Jahre 1967. Am liebsten würde man seinen Seesack greifen, um auch an Bord der Chimborasso zu gehen.

Justine Lucks als blinder Passagier Miriam

Justine Lucks als blinder Passagier Miriam

Quelle: Ulrike Gawande

Während der Zeit auf See wird die Bühne zum Vordeck des Schiffes mit Kommandobrücke. Im Hafen dient ein schlichter Vorhang mit Kranmotiv als jeweilige Stadtkulisse. Die entsprechend gehisste Flagge signalisiert das jeweilige Land – wenn es musikalisch nicht schon längst zu erkennen war. „Beeindruckend mit welch wenigen Mitteln das Bühnenbild geschaffen wurde.“ Monika Tabatt ist vor allem von der Detailtreue überrascht. „Perfekt.“ Vielfältig und immer passend zum Land, lobt Barbara Stragies. Lediglich das Aufschießen der Leinen könnte verbessert werden, hat Martin Beyer aus Glienicke anzumerken. Der gebürtige Hamburger ist gelernter Takler und jahrelang auf einem Bergungsschlepper zur See gefahren. Ansonsten war Peter Hoffmann, Ehemann der Regisseurin und Kapitän eines Containerschiffes, ein überaus fachkundiger und seemännisch genauer Berater.

Finale beim Captains-Dinner

Finale beim Captains-Dinner

Quelle: Ulrike Gawande

So ist jeder Mitspieler der Musicalgruppe in die Geschichte integriert. „Jeder hat seine eigene große oder kleine Hauptrolle. Niemand ist unwichtig“, hat Barbara Stragies beobachtet. Neben den gestandenen Mitgliedern der Musicalgruppe, die vor über zwanzig Jahren an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule entstanden ist, sind auch die nachwachsenden Schüler so ein wichtiger Teil des Musical-Gesamtpakets. Ob als singende, tanzende Matrosen oder als neugieriger Nachwuchs, den Willy Grahl als Captain mit Seemannsgarn nicht hinterm Ofen hervorlocken kann.

Zu der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ wird getanzt

Zu der Filmmusik von „Fluch der Karibik“ wird getanzt.

Quelle: Ulrike Gawande

Till Schrader ist ein Chief Mate (Erster Offizier) mit Liebe zum Cuba Libre und kubanischer Musik. Er legt in jede Note seiner Rumba „Dos Gardenias – Zwei Gardenien“, des Buena-Vista-Social-Hits von Ibrahim Ferrer ebenso viel Emotion, wie Schwester Katja Schrader (Stewardess) Melancholie in Veronika Fischers „Übers Meer“. Die Musik ist eine gelungene Mischung aus Seemannsliedern und landestypischen Welthits.

auf der Kommandobrücke der Chimborasso

auf der Kommandobrücke der Chimborasso

Quelle: Ulrike Gawande

Gerne würde man eine Verlängerung des Törns buchen. Ahoi!

weitere Vorstellungen in Glienicke am 4., 6., 8. und 9. Juli um 19 Uhr. Eintritt frei

Von Ulrike Gawande

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