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Oberhavel Privater Straßenbau soll Schule machen
Lokales Oberhavel Privater Straßenbau soll Schule machen
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22:20 30.06.2016
Der Stolper Weg in seinem jetzigen Zustand. Quelle: Gemeindeverwaltung
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Birkenwerder

Der Stolper Weg in Birkenwerder ist ein Beispiel zum Vorzeigen, zum Weitersagen und vor allen Dingen zum Nachmachen. Diese zentrale und gemeinsame Botschaft vermitteln Bauamtsleiter Jens Kruse und die Projektbeteiligten – die Grundstücksbesitzer aus dieser Straße. 42 von ihnen wollten sich nicht länger mit Pfützen, Schlaglöchern, Staub und Winterglätte abfinden und haben den Straßenbau kurzerhand selbst organisiert. Laut Prioritätenliste der Gemeinde wäre die Straße frühestens 2017 an der Reihe gewesen, sagt Jens Kruse. Es hätte aber gut auch 2019 werden können.

Der Stolper Weg im Januar 2015. Quelle: Gemeindeverwaltung

Einer der Köpfe der Privatinitiative ist Reinhard Landgraf. Zufrieden führt er beim Ortstermin über die Straße. Die war bereits im September offiziell freigegeben worden. Aber erst in der vergangenen Woche erfolgte die Endabnahme, die speziell wegen des Grüns etwas auf sich warten ließ. Jetzt liegen auch die Abrechnungen vor. Auf die Anlieger kommen Kostenbeiträge von 5300 bis zirka 5500 Euro zu, verkündet Anwohner Klaus-Günter Schnur erfreut. Gerechnet wurde im Vorfeld mit Kostenanteilen von rund 6500 bis 7000 Euro pro Grundstück, sagt er. Die Grundstücke seien hier zwischen 750 und 900 Quadratmeter groß.

Triumphiert: Reinhard Landgraf (2. v. l.) und Bürgermeister Stephan Zimniok bei der Straßeneröffnung im September 2015. Quelle: Robert Roeske

Während Jens Kruse beim kommunalen Straßenbau von durchschnittlich rund zehn Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche ausgeht, lag das Projekt im Stolper Weg bei rund 7 Euro pro Quadratmeter. Private Auftraggeber könnten eben mit Baufirmen verhandeln und hätten somit größere Spielräume als kommunale Bauherren, die Vergaberichtlinien unterliegen, begründet Schnur den Preisvorteil. Jens Kruse schränkt allerdings ein, dass konkrete Preisangaben nur auf konkrete Straßen mit konkreten Projekten bezogen werden könnten. Das Vorbild Stolper weg sei somit nicht eins zu eins auf andere Vorhaben übertragbar.

Während der Straßenfreigabe im September. Quelle: Robert Roeske

Wie schwierig es im Einzelfall werden kann, zeigt der dritte Bauabschnitt des Stolper Weges. Rund 120 Meter der Straße sind noch unbefestigt. Und auch der geplante Wendehammer wurde nicht realisiert, weil es keine Mehrheit der zwölf Anwohner für das Projekt gab. Jetzt allerdings seien bereits Stimmen zu hören, die das bereuen. Ähnlich steinig ist der Weg In der Niederheide. Für diese Straße hatten die Anwohner bereits einen Vorschuss eingezahlt. Dann scheiterten das Projekt und die Einigkeit der Anlieger an einer Bauminsel, deren Erhalt einen erhöhten Kostenaufwand nach sich gezogen hätte. Deshalb bleibt es auch dort (vorerst) beim Sandweg. „Wir kriegen das Problem aber noch gelöst“, zeigt sich der Bauamtsleiter zuversichtlich.

Die Initiative im Stolper Weg, deren Anlieger zu 97 Prozent für den Ausbau gestimmt hatten, hat indes ihr Ziel erreicht. Die eigens für das Projekt gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kann aufgelöst werden, sagt Reinhard Landgraf. Das werde bis spätestens August der Fall sein. Der Stolper Weg gehe zuvor in die Baulast der Kommune über, sagt Jens Kruse. Allerdings gelte eine insgesamt vierjährige Bürgschaftsphase für eventuelle Baumängel.

Ein Bonus zum Straßenbau: die neue Boule-Anlage. Quelle: Helge Treichel

Das gemeinsame Projekt sorge nicht nur für eine höhere Identifikation mit dem Geschaffenen (und eine sorgfältigere Pflege), sondern habe die Nachbarschaft auch zusammenschweißt. Reinhard Landgraf führt Straßenfeste und Straßentrödel an. Und noch ein Nebenprodukt entstand: An der Kreuzung Stolper Weg/ In der Niederheide haben sich die Anwohner auf einer Gemeindefläche, die zuvor verwildert war und zwischenzeitlich von der Baufirma genutzt worden war, eine Boulebahn gebaut und eine Bank aufgestellt – alles in Eigeninitiative und mit privaten Mitteln.

„Die Gemeinde unterstützt privat organisierten Straßenbau“, sagt Jens Kruse und setzt einen drauf: „Der hat sogar Vorrang.“

Von Helge Treichel

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