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Protest mit der Kettensäge

Oranienburg Protest mit der Kettensäge

Dem großen Weihnachtsbaum auf dem Schlossplatz ging es am Sonntagnachmittag an den Kragen. Zumindest fast. Die Fraktionen von Grünen und Linken protestierten mit der Aktion gegen die bevorstehende Verabschiedung der neuen Baumschutzsatzung der Stadt, „die quasi den Baumschutz abschafft“, so Heiner Klemp.

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Die Kettensäge wurde nur für einen Moment angeschmissen. Dem Weihnachtsbaum drohte nur symbolisch Gefahr.

Oranienburg. Fast wäre der stattlichen Weihnachtsbaum vorm Oranienburger Schloss am Sonntagnachmittag der Kettensäge zum Opfer gefallen. Fast. Die Fraktionen von Grünen und Linken hatten zu der spontanen Protestaktion aufgerufen. Denn es bleibt nicht mehr viel Zeit, um die neue Baumschutzsatzung, die sich Stadt geben will, zu verhindern. Die Stadtverordnetenversammlung tagt am 11. Dezember. Und der Hauptausschuss hatte vor einer Woche eine Empfehlung für den Beschluss ausgesprochen mit sieben Ja-, vier Nein-Stimmen, bei einer Enthaltung.

Der Termin 11. Dezember hängt wie ein Damoklesschwert über allem. Und wird die Satzung beschlossen, so könnte ein Tannenbaum, wie der vorm Schloss, ohne Genehmigung gefällt werden – zumindest auf Grundstücken mit Ein- und Zweifamilienhäusern. Ausgenommen bleiben Eichen, Ulmen, Platanen, Linden und Rotbuchen (MAZ berichtete).

Während SPD und CDU den Oranienburgern die richtige Entscheidung, welche und ob sie Bäume auf ihren Grundstücken fällen wollen, zutrauen möchten, befürchten Grüne und Linke einen schleichenden Prozess des Ansetzens der Säge und, dass die brandenburgtypischen Nadelbäume verschwinden.

„Was jetzt geplant ist, ist quasi die Abschaffung des Baumschutzes in der Stadt“, so Fraktionschef Heiner Klemp. Im Vorfeld der Überarbeitung der Satzung habe die Stadt informiert, „dass in den letzten sechs Jahren 3100 Bäume neu gepflanzt werden mussten. Was beweist, wie viele Bäume auf Grundstücken gefallen sind“, so Klemp. Ersatzpflanzungen sind nach der neuen Satzung nicht mehr Pflicht. Wichtig, so Arnold Krämer von den Grünen sei auch, dass mit den Ersatzpflanzungen eine Beratung von Fachleuten in der Verwaltung verbunden ist: „Damit wird gesteuert, welche Baumarten gesetzt wurden und welche sich wo eignen. Das sollte so bleiben.“

Generell seien Grüne und Linke ja kompromissbereit: „Es gibt eigentlich gar keinen Anlass, die existierende Baumschutzsatzung zu ändern. Und wenn Äste weg müssen oder Bäume zum nah am Haus stehen, das ist doch kein Problem“, findet Heiner Klemp. Den ärgert auch, „dass die Leute zum Urlaub in den Wald fahren und zu Hause die Bäume von Grundstück holen.“

Grüne und Linke hoffen, dass sich mancher von SPD und CDU noch besinnt und seine Meinung ändert: „Wir appellieren an sie, ihre Entscheidung zu überdenken“, so Heiner Klemp.

Von Heike Bergt

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