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Pudes Eck in vierter Generation

Velten Pudes Eck in vierter Generation

Aus dem 1924 in Velten gegründeten Kolonialwarenladen von Matha Lemke ist inzwischen „Pudes Eck – Gasthof zur Alten Weide“ geworden. Dazu gehören ein Hotel, ein Tante-Emma-Laden, ein Partyservice, ein Getränkegroßhandel, ein Restaurant und ein Fitnessclub.

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Denny (l.) und sein Vater Heinz Pude blättern in alten bildhaften Familienerinnerungen.

Quelle: Ulrike Gawande

Velten. Oberstes Prinzip von Denny Pude ist es, nicht stur alte Dinge weiterzumachen, sondern diese weiterzuentwickeln. Aus alten Schuhen herauswachsen. Neues probieren, Nischen suchen. So wurde aus dem 1924 gegründeten Kolonialwarenladen seiner Urgroßmutter Matha Lemke das heutige Unternehmen „Pudes Eck – Gasthof zur Alten Weide“, zu dem nach über 90 Jahren neben rund 25 Mitarbeitern ein Hotel, ein Tante-Emma-Laden, ein Partyservice, ein Getränkegroßhandel, ein Restaurant und der Fitnessclub „Fit und Fun“ gehören.

„Wir sind breit aufgestellt“, erklärt der Veltener, der 2003 als vierte Generation das Familiengeschäft von Vater Heinz übernommen hat. „Jeder Bereich ist ein Standbein. Wenn eines wackelt, kann man es stabilisieren. Der Tante-Emma-Laden alleine könnte heute nicht mehr existieren“, ist der 35-jährige Denny Pude überzeugt. Gemeinsam blättern Vater und Sohn in alten Fotos, auf denen der Kolonialwarenladen in der Veltener Mühlenstraße zu sehen ist. Schon damals stand vor der Tür die namengebende alte Weide. Die erste wurde von Heinz Mutter Ilse Pude mit vier Jahren gepflanzt. Die jetzige 2003 zur letzten Geschäftsübergabe, nachdem die alte Weide zu groß geworden war und abgesägt werden musste.

„Es gab im Kolonialwarenladen nichts, was es nicht gab, egal ob Salzheringe, Scheuermittel oder Wurst“, erinnert sich der 69-jährige Heinz Pude an alte Erzählungen. Aus Milch wurde selbst Butter hergestellt. Alleine fünf Ofenfabriken befanden sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der Straße, die es zu versorgen galt. So gehörte neben Landwirtschaft und Laden auch ein Fuhrgeschäft mit Gespannen zum Betrieb. „Russen, Polen und Franzosen arbeiteten als Kutscher. Es war wie eine große Familie“, weiß Pude Senior zu berichten.

Seit den 50er-Jahren wurde der Laden in zweiter Generation von Ilse Pude mit ihrem Mann, der Fleischer war, geführt. Und ein Jahrzehnt später als Einkaufsquelle Nord und somit als Kommissionshändler der HO verstaatlicht. Als dritte Generation übernahm Ilse Pude 1988 das Geschäft in Velten, das seit 1989 als Früh- und Spätkauf mit Bistro betrieben wurde. Nach der Wende stieg ihr Mann Heinz Pude, der als gelernter Einzelhändler bis dato eine Kaufhalle in Oranienburg geleitet hatte, mit ein. So war schon immer auch am Wochenende geöffnet. Er habe darum kämpfen müssen, so Pude, dass das so blieb. Mit Erfolg. 1997 eröffnete die „Alte Weide“ in ihrer jetzigen Struktur. Es sei nicht immer einfach gewesen, erinnert sich der Senior. Viele Ecken und Kanten galt es zu umschiffen.

Doch nicht nur der Betrieb liegt Pudes am Herzen, sondern auch die Stadt. „Ich möchte etwas für Velten machen, ein vernünftiges Fest für alle Bürger. Ich möchte, dass mein Heimatort etwas bietet, das andere Städte nicht haben“, beschreibt der Junior sein Engagement für das Hafenfest, das erstmals 2010 zum 100. Geburtstag des Veltener Hafens stattfand. „Es soll sich etablieren.“ Im Mai ist es wieder soweit.

Von Ulrike Gawande

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