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Punk-Festival „Resist to Exist“ in Kremmen

„Einfach zu geil“ Punk-Festival „Resist to Exist“ in Kremmen

Rund 2500 Gäste kamen 2017 zur zweiten Auflage des Punk-Festivals „Resist to Exist“ auf dem Gelände am Oranienburger Weg. Sie wurden von 35 Bands aus der ganzen Welt unterhalten. Das Festival ist eine große Nummer in der Szene, weil es nicht profitorientiert ist. Kremmen bleibt es in den nächsten Jahren erhalten.

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Sonnabend klarte es abends wieder auf, die Matschfläche vor den beiden Bühnen war dann brechend voll.

Quelle: Foto: privat

Kremmen. Es pladdert gnadenlos, ein Punk stürzt sich in den See aus Modder vor der Bühne. Die Lederjacke voller Dreck, das Gesicht reibt er sich ein. Das Partyvolk zieht vorbei und lacht. Auf der Bühne stehen S.U.F.F. aus Leipzig. „Refugees are welcome here/ Jeder braucht mal Hilfe, auch Du, Du, Du“, schnaubt der Sänger ins Mikro.

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Rund 2750 Menschen kamen am vergangenen Wochenende auf die Freifläche am Oranienburger Weg. Die MAZ war dabei.

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Viel ist nicht los am Sonnabendnachmittag auf dem Festival „Resist to Exist“. Viele Fans liegen noch in ihren Zelten oder sind vor dem Regen geflüchtet. Insgesamt rund 2750 Besucher feiern am Wochenende bei der zweiten Auflage des Festivals vom 4. bis 6. August 2017 auf dem Gelände am Oranienburger Weg. Aus den Boxen dröhnt der Sound von 35 Bands – unter ihnen klangvolle Namen wie Bums, Dödelhaie, Popperklopper oder Auf Bewährung. Ohne Flugzeug ging es für einige nicht, sie kommen aus Mexiko, Kolumbien, Großbritannien, Russland.

Das Festival ist eine Hausnummer in der Szene, es gilt als letztes größeres in der Republik, das nicht auf Profit ausgerichtet ist. „Wir sind die einzigen Idioten, die das noch machen“, sagt Thommäs, einer der 20 Organisatoren. Er sitzt in einem Zelt hinter den Bühnen, nippt an einer Pulle Apfelwein. Rund 400 Helfer schwirren auf dem Gelände rum, kümmern sich um Bühne, Technik& Co. Alles für lau. „Auch die Bands gehen mit ihren Gagen weit runter, sonst würde das nicht funktionieren“, sagt der 34-Jährige, der mit seiner Freundin einige Kitas in Berlin betreibt.

Thommäs war schon dabei, als sie das Festival zum ersten Mal organisierten, damals noch mit gut 200 Besuchern im Biesdorfer Park, zwischen den Platten von Marzahn-Hellersdorf. „Damals liefen viele Faschos rum, der Park war unser Rückzugsort.“ Und so machten sich Punks, Rapper&Co. 2003 eben ihr eigenes Festival. Ein Protest – auch gegen die Schließung des Parks. Seit 2016 findet das Festival nun in Kremmen statt, weil es für die Punks keine Flächen in Berlin mehr gibt.„Die Kremmener sind aufgeschlossen, ein paar kommen bei uns vorbei.“ Ärger gibt es nur, weil Taschendiebe auf dem Gelände unterwegs sind. „Das sind ein, zwei Leute unter Tausenden. Das hast du leider überall“, sagt Thommäs.

An diesem Sonnabend klart das Wetter abends auf, die Matschfläche vor der Bühne ist proppevoll. Andi Kulosa (51) aus Duisburg ist mittendrin. Der Frontmann der „Dödelhaie“ stand hier schon am Freitag auf der Bühne, nach hause will er noch nicht. „Das hier ist einfach zu geil, das ist noch von Punks für Punks“ Und: Das Festival bleibt Stadt und Szene in den kommenden Jahren erhalten. „Gerade“, sagt Thommäs, „haben wir einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben.“ Ein gutes Omen außerdem: Am Sonntag kam auf dem Gelände ein Kind zur Welt. „Der hat lebenslang freien Eintritt“, unkt Thommäs.

Von Marco Paetzel

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