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Punk-Festival gegen Faschismus

Kremmen Punk-Festival gegen Faschismus

Es wird ziemlich laut: Vom 5. bis 7. August veranstaltet ein 20-köpfiges Team das „Resist To Exist“-Festival in Kremmen mit 40 Bands. 3000 Besucher werden erwartet. Im MAZ-Gespräch erzählt ein Veranstalter von der Historie und Moral des Events.

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Menschen aller Couleur versammeln sich seit 13 Jahren auf dem Festival. Das Event steht für Weltoffenheit und setzt ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung.

Quelle: privat

Kremmen. Alarmsignal, Fuckin Faces, Turbobier, Abbruch, The Real McKenzies, Los Fastidios, Redska, Telekoma, Distemper. Während Mutti am Frühstückstisch jetzt vielleicht die Goudascheibe vom Knäckebrot fällt, stellt sich bei alternativen Punk-, Ska- und Hardcorefans der obligatorische Irokese automatisch auf. Vom 5. bis 7. August kommt das Festival „Resist To Exist“ nach Kremmen, genauer: auf das Gelände der Orion Agrar GmbH am Oranienburger Weg.

Momentan steckt das Projekt mitten in den Vorbereitungen. Die Kühe sind auf der Sommerwiese, Fladen entfernt, der Boden geebnet und begrünt.

Seit 13 Jahren gibt es das Event. 2003 startete alles als Protestveranstaltung im Biesdorfer Schlosspark in Berlin-Marzahn. „Sie richtete sich gegen die damals stetig zunehmenden Kürzungen im Jugendbereich und dem damit verbundenen Wegfall von alternativen Freiräumen in den Ostberliner Randbezirken“, so Thommäs vom 20-köpfigen Organisationsteam. Das Festival wuchs in den kommenden Jahren, wechselte den Veranstaltungsort, etablierte sich mit bis zu 3000 Besuchern.

Do it yourself – alles im Ehrenamt

Die letzte Location am Hornoer Ring in Marzahn fiel schließlich wegen zu starker Bebauung flach. Neuland musste her. Stausberg, Werneuchen, Eberswalde? Probleme hier und da. Kremmen bot ideale Bedingungen: Autobahndreieck und Bahnhof vor der Tür, Spargel, Freibad, Supermärkte, große Fläche fernab von Bewohnern – und Christoph Brunner. Beim Kremmener Abgeordneten und Geschäftsführer von Orion Agrar rannten die Hardcore-Enthusiasten offene Türen ein. Besonders das ehrenamtliche Konzept imponierte ihm.

Denn: Das gesamte Konzept fußt auf einem nicht kommerziellen Konzept. Von Jugendlichen für Jugendliche, von der Szene für die Szene. Motto: Do it yourself. Unabhängigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung. Niemand wird für seine Arbeit entlohnt. Agenturen, Plattenfirmen, Parteien – keiner gibt einen Cent. Während der Festival-Zeit helfen rund 400 Freiwillige. „Damit unterscheiden wir uns aktiv von herkömmlichen Festivals, die primär aus finanziellem Antrieb heraus veranstaltet werden. Uns ist Ideal und Haltung hinter dem Event deutlich wichtiger als die Zahl unterm Strich.“

Zusammenarbeit mit der Region

Das Festival setzt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Faschismus, Sexismus, Homophobie und Diskriminierung. Als politische Plattform will es aber nicht missbraucht werden. Es geht eher um Weltoffenheit. Trotz dieser wird es eines nicht geben: Schlager. Im Gepäck haben die Veranstalter Ska, Punk, Streetcore, Folk und die finnische Variante des Foxtrotts: Humppa. Dabei wird auch mit der Region zusammen gearbeitet. Supermärkte und Imbiss am Freibad sind informiert, Draisinenbahn und Spargelhof beworben, Zimmer für einige Bandmitglieder gemietet; Abfallentsorger kommen aus der Region.

Wenn das Festival ein Erfolg wird, können sich die Organisatoren vorstellen, noch stärker mit Unternehmen in der Region zu kooperieren.

Während Mutti sich jetzt mit den ungewöhnlichen Bandnamen arrangiert hat, weist Thommäs noch einmal auf Folgendes hin: „Auch wenn unsere Besucher bunter und durchgeknallter aussehen mögen als der gemeine Durchschnittsbürger, stehen sie am Ende für ein gesundes Miteinander und Menschlichkeit ein. Alles super liebe Typen! Vielleicht etwas verrückt, vielleicht etwas schräg, aber wenn man sich auf sie einlässt super, super lieb und freundlich!“

Karten fürs RTE-Festival

„Resist To Exist“ heißt übersetzt so viel wie „Widerstehen um zu existieren“. Das Festival wird auch mit „RTE“ abgekürzt.

Veranstaltet wird es von Freitag, 5. August, bis Sonntag, 7. August in Kremmen. Es gibt an diesen drei Tagen zwei Bühnen, zahlreiche Zelt- und Parkplätze (voneinander getrennt), Catering, einen 24-Stunden-Tresen.

Festivalbesucher dürfen weder Waffen noch Glas mitbringen. Getränke in Plastikflaschen, Tetrapaks und Dosen sind auf dem Zeltgelände jedoch erlaubt. Duschmöglichkeiten gibt es allerdings nicht. Feuerstellen sind verboten.

Zu den Highlights zählen die kanadische Folk-Band „The Real McKenzies“ mit Dudelsack-Rock, „Los Fastidios“ aus Italien, die russische Band „Distemper“. Neben der Musik gibt es sogar ein kleines Kinoprogramm auf dem Festivalgelände. Sonnabend gibt es eine Live-Punkrock-Karaoke-Party.

Das Tagesticket kostet 20 Euro, eine Karte für die kompletten drei Tage 42 Euro. Wer die ehrenamtlichen Veranstalter unterstützen möchte, kauf ein Soli-Ticket für 49 Euro. Weitere Informationen unter www.resisttoexist.com.

Von Marco Winkler

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