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RB 12: Fahrgäste sind bedient

Ärger über Ersatzverkehr mit Bussen RB 12: Fahrgäste sind bedient

Aufgrund von Bauarbeiten fallen seit einer Woche alle Züge der Regionalbahn 12 auf dem Abschnitt Löwenberg bis Lichtenberg aus, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Der Frust der Pendler ist hoch: Beklagt werden zu früh, zu spät und gar nicht kommende Busse.

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Baustelle in der Nähe des Bahnhofes Sachsenhausen Richtung Nassenheide. Ein Gleis ist abmontiert.

Quelle: Robert Roeske

Neulöwenberg/Oranienburg. Die Volksseele der Bahnfahrer kocht derzeit – vor allem die der RB 12-Fahrgäste. Aufgrund von Bauarbeiten der Deutschen Bahn fallen seit dem vergangenen Sonnabend alle Züge auf dem Abschnitt Löwenberg bis Lichtenberg aus. Der Frust der Pendler ist hoch. Beklagt werden beim Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Löwenberg (Mark) zu früh kommende, zu spät kommende oder gar nicht kommende Busse. „Ich finde es grauenhaft, was da im Moment passiert. Man kommt zu spät zur Arbeit, teilweise muss man ewig warten“, schreibt eine MAZ-Leserin. Am Montag sollte um 6.52 Uhr von Grüneberg ein SEV Richtung Oranienburg fahren. Da es aber neue Fahrzeiten gegeben hätte, sei zu der Zeit kein Bus gekommen. Von der Auskunft der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), die die Strecke bedient, habe sie für den Nachmittag auch noch eine falsche Abfahrtszeit erhalten. Um 15.28 Uhr sollte demnach ein Bus nach Löwenberg fahren. „Aber nach einer Stunde ließ ich mich abholen, weil kein Bus kam.“

Matthias Hoffmann ist Ansprechpartner für die Reisenden auf dem Bahnhof in Oranienburg

Matthias Hoffmann ist Ansprechpartner für die Reisenden auf dem Bahnhof in Oranienburg.

Quelle: Robert Roeske

Fahrgäste erklärten Busfahrern ihr Dilemma

Tony Sieg aus Grüneberg muss jeden Tag zu seiner Ausbildungsstätte und nutzt den RB 12; in der vergangenen Woche fuhr er zwangsläufig mit dem Schienenersatzverkehr. Er bekam das Tohuwabohu am eigenen Leib mit. „Der Gipfel war am Freitagmorgen“, sagte er. „Wir wollten um 5.28 Uhr von Grüneberg losfahren, der Bus kam aber nicht.“ Dabei rollten in der Zwischenzeit zwei Busse zum Bahnhof in Neulöwenberg. Aber die Busfahrer hätten sich, so Tony Sieg, geweigert, loszufahren. Sie sahen offenbar den nächsten Fahrzeittakt als ihre Abfahrtszeit an. „Ich denke, auch sie waren nicht informiert“, so Tony Sieg. Die Fahrgäste erklärten ihnen die Situation. Vergeblich. Erst als sie sich geballt vor dem Bus aufbauten, habe sich einer der Fahrer erweichen lassen. „Bei der Ankunft in Oranienburg war gerade die S-Bahn weg“, sagt der Grüneberger.

„Vermutlich Verwechslungen“

Holger Reimann ist Pressesprecher der NEB. „Man kann natürlich nie genug informieren. Auf unserer Homepage, im Zug und an den Stationen hängen die Fahrpläne aus. Auch das Kundentelefon steht bereit“, sagt er. Die Missverständnisse bei den „falschen“ Fahrzeiten erklärt er sich so: „Es gibt Fahrpläne für zwei Ersatzverkehre: den bislang gültigen und den für die jetzt zu Ende gehende Woche. Beide hängen am Mast und sind vermutlich öfter verwechselt worden.“

Sie sind auf dem Weg von Oranienburg nach Gransee und hoffen, dass alles glatt geht

Sie sind auf dem Weg von Oranienburg nach Gransee und hoffen, dass alles glatt geht.

Quelle: Robert Roeske

Tony Sieg kam in dieser Woche ein weiteres Mal zu spät in seinen Ausbildungsbetrieb. „Gut, dass ich in Gleitzeit arbeite. Aber nacharbeiten muss ich die verpasste Zeit natürlich auch. Ohne Gleitzeit hätte ich die Kündigung schon erhalten.“ Er kritisiert die mangelnde Information seitens der Niederbarnimer Eisenbahn. Nicht nur er, sondern auch viele Fahrgäste hätten sich zum Beispiel auf die Bus&Bahn-App verlassen und erhielten darüber falsche Abfahrtszeiten. Dort stehen noch die anderen Fahrzeiten, die erst wieder ab Montag gelten. Holger Reimann bestätigt das: „Hier gab es beim Hochladen Probleme, weil parallel eine Wartung stattgefunden hat.“

Auch Celina Rath kann ein Lied vom Schienenersatzverkehr Oranienburg-Grüneberg singen. „Seit einem Jahr geht das so. Ein-, zweimal in der Woche wird der Fahrplan geändert. Zuletzt war es so, dass der Bus um 23.24 Uhr fahren sollte, gekommen ist er um 0.35 Uhr.“

Holger Reimann tut es leid, wenn es nicht läuft. „Wir versuchen, einen vernünftigen Ersatzverkehr zu organisieren. Durch die Bauarbeiten in Nassenheide ist der Abschnitt Oranienburg-Löwenberg heute noch voll gesperrt. Ab morgen fahren die Züge wieder fünfmal täglich, unterstützt werden sie aber weiter von Bussen, die den Abschnitt Oranienburg-Löwenberg zwischen den Zug-Taktungen bedienen.“

Von Stefan Blumberg

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