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Oberhavel Zehdenick: Kein Alarm in der Bleiburg
Lokales Oberhavel Zehdenick: Kein Alarm in der Bleiburg
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21:54 15.09.2015
Allmorgendlich filtert Jens Schmerl fünf Liter Havelwasser. Der 37-Jährige betreut seit 2001 die Messstelle an der Kampbrücke. Quelle: Fotos: Cindy Lüderitz
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Zehdenick

Jeden Morgen zum Dienstbeginn schöpft Jens Schmerl mit einem Fünf-Liter-Eimer Wasser aus der Havel, das er dann durch einen großen Handfilter tropfen lässt. Auf dem weißen Filterpapier setzen sich manchmal kleine grüne oder braune Krümel ab – Schwebstoffe. Wenn die Sportbootsaison in Gange ist, gibt es davon besonders viele. Ansonsten führe die Havel „relativ sauberes Wasser“, sagt der 37-Jährige. Das, wonach Schmerl im Fluss sucht, wäre mit bloßem Auge aber ohnehin nicht zu erkennen.

Der Wasserbauer des Schifffahrtsamtes betreut in der Außenstelle eine von bundesweit 49 Messstellen für Radioaktivität an Bundeswasserstraßen. Die Station in Zehdenick gibt es seit 1996. Die Messwerte und Proben aus der Havel werden an das Bundesamt für Gewässerkunde in Koblenz übermittelt und ausgewertet. Einen alarmierenden Anruf von dort erhielt Schmerl noch nicht. Aber es gibt regelmäßig einen Probedurchlauf für den Fall, dass die Grenzwerte doch überschritten werden. Dann muss Schmerl eine Wasserprobe des aktuellen sowie die des vergangenen Tages bereitstellen und einem Kurier übergeben. Der schnellste Weg nach Koblenz führt über Potsdam und von dort mit dem Intercity nach Rheinland-Pfalz. „Seit Tschernobyl hat es bei uns keine Alarmierung gegeben“, bestätigte Gerhard Löper von Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg. Das Messnetz an den Bundeswasserstraßen wurde in den 1960er Jahren aufgebaut und nach der Reaktorkatastrophe erweitert. Nach der politischen Wende kamen zwölf Messstellen in den neuen Bundesländern dazu.

Im blickdichten Aquarium wird permanent Wasser aus der Havel gehalten und überwacht. Quelle: Cindy Lüderitz

Neben der Schwebstoffprobe, die Jens Schmerl allmorgendlich aus der Havel zieht, existieren weitere Datensammler in dem kleinen Häuschen unterhalb der Kampbrücke. Darunter ein Gerät, das Schmerl auch wegen des Gewichts von einer Tonne „Bleiburg“ nennt. Die Front des Apparates ist komplett mit dem Schwermetall verkleidet, in der Mitte steckt ein Geigerzähler zur Messung der Radioaktivität. Über eine Datenleitung ist das Gerät mit Koblenz verbunden. Zudem werden kontinuierlich und vollautomatisch Proben aus der Havel in kleine Plastikflaschen gepumpt – 50 Milliliter halbstündlich, insgesamt knapp zweieinhalb Liter jeden Tag. Auch diese Flaschen sammelt ein Kurier ein und fährt sie nach Koblenz.

Ein Blick in die Bleiburg, die über einen Geigerzähler verfügt. Quelle: Cindy Lüderitz

Jens Schmerl interessierte sich am Anfang seiner Laufbahn kaum für die Messstelle. Die Neugier kam später und als sein Vorgänger ging, übernahm er 2001 die Überwachung und Pflege der Anlagen. Dazu gehört das Putzen von Leitungen und des blickdichten Aquariums. So nennt Schmerl den grauen Kasten, in den beständig Wasser gepumpt wird. Nach einigen Tagen setzen sich auch dort Schwebstoffe ab. Wenn Schmerl im Sommer das Verdeck öffnet, kommen ihm schon mal Mücken entgegen. Aber lieber die als ein Notruf aus Koblenz.

Von Cindy Lüderitz

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