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Radler bestimmen das Bild

Tourismus in Liebenwalde Radler bestimmen das Bild

Wer in Liebenwalde keinen Radler sieht, muss entweder blind sein oder einen ganz schlechten Tag erwischt haben. Dank der zahlreichen Routen, die sich in der Stadt am Finowkanal treffen oder beginnen, sind immer Radwanderer und Tagesausflügler unterwegs. Ein wenig Geld spielen sie schon in die Taschen der touritischen Anbieter. Doch viele fahren auch einfach nur durch.

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Die 33 Radler aus Zehdenick sind guter Laune nach einem Zischenstopp im Hafenbistro am Langen Trödel.

Quelle: Fotos: Andrea Kathert

Liebenwalde. Wer sich ein Weilchen am Stadthafen von Liebenwalde aufhält, der bekommt in der Regel mehr Radler als Einheimische zu sehen. Das ist auch am Mittwochvormittag nicht anders, wo es die Sonne mit 24 Grad schon gut meint.

Die verschiedenen Radwege, die durch die Stadt führen, sind ein Segen für den Tourismus im Ort. Der Fernweg von Berlin nach Kopenhagen ist am meisten befahren. Die größte Gruppe an diesem Tag sind die Radwanderer aus Zehdenick. 33 gut gelaunte Frauen und Männer haben ein Päuschen im Hafenbistro eingelegt. „Wir wollen jetzt weiter in die Schorfheide“, ruft einer der Männer. Aller drei bis vier Wochen schwingen sich die Zehdenicker auf ihre Räder.

Barbara Boesiger  (l) und Brigitta Aerni kommen aus der Schweiz

Barbara Boesiger (l.) und Brigitta Aerni kommen aus der Schweiz.

Quelle: Andrea Kathert

In Ete’s Laden haben sich indes Barbara Boesiger und Brigitta Aerni etwas gestärkt. „Wir kommen aus der Schweiz.“ Der schwitzer Dialekt ist nicht zu überhören. Die beiden Frauen sind schwer bepackt, mit Zelt und Schlafsäcken. Aber dank ihrer Pedelecs wird die Tour sicher nicht zur Qual. „Wir wollen drei Wochen unterwegs sein.“ Mit dem Nachtzug sind sie nach Berlin und mit dem Regio weiter nach Oranienburg gefahren. Übernachtet wurde im Stadthotel. „Das können wir nur empfehlen und es liegt direkt am Radweg“, sagt Brigitta Aerni. Nur eine Stunde haben sie bis Liebenwalde gebraucht. „Und es ist alles super ausgeschildert.“

Elli Winter (l) und Simone Stockmann sind aus Frankfurt am Main angereist

Elli Winter (l.) und Simone Stockmann sind aus Frankfurt am Main angereist.

Quelle: Andrea Kathert

Gerade angekommen sind Elli Winter und Simone Stockmann. Die beiden kommen aus Frankfurt am Main und haben zur Anfahrt einen Berlin-Linienbus benutzt. Obwohl die beiden achteinhalb Stunden unterwegs waren, sind sie begeistert. „Wir konnten unsere Räder auf der Ladefläche mitnehmen, das war toll.“ Nicht so toll war es am Dienstag in Oranienburg. Es gäbe keine Übernachtungen mehr, bekamen sie in der Touristeninfo zu hören. Die Pensionen seien überall von Handwerkern ausgebucht, wurde den Frauen gesagt. „Das war natürlich etwas blöd nach 50 Kilometern“, meint Simone Stockmann. Da müsste es für Radler ein größeres Kontingent an Übernachtungen geben“, findet Simone Stockmann. Aber schließlich kamen die beiden noch im „Waldhaus“ unter. Besonders die Strecke zwischen Bernöwe und Kreuzbruch „war traumhaft schön, so mitten durch den Wald“, schwärmen die Frauen. Nun geht es weiter zum Gobenowsee bei Mirow. Dort haben die beiden auf dem Campingplatz eine Hütte gemietet. Diese Nacht ist also gesichert. Wie es dann weitergeht, mal schauen.

Mira Thieler und ihr Freund Georg Lesser stammen aus Eisenach

Mira Thieler und ihr Freund Georg Lesser stammen aus Eisenach.

Quelle: Andrea Kathert

Mit einer besonderen Mission waren vor kurzem Mira Thieler und ihr Freund Georg Lesser unterwegs. „Wir setzen uns für die Natur ein“, sagt der 26-Jährige aus Eisenach in Thüringen. In einer Woche wollen sie die Ostsee erreichen. Aber nicht einfach so. Die beiden treten für die „Save nature group“, eine gemeinnützige Naturschutzorganisation“, in die Pedalen, wollen für Projekte werben, die sich der Erhaltung natürlicher Lebensräume widmen. Die beiden Thüringer machen ihre Radtour vollkommen ohne Geld, um die Umwelt zu schonen. Gegessen wird das, was andere wegwerfen würden. „Das soll eine Vorbildwirkung haben, wie man auch reisen kann“, sagt Georg.

Ein junger Koreaner machte in der Marina Liebenwalde Zwischenstopp

Ein junger Koreaner machte in der Marina Liebenwalde Zwischenstopp.

Quelle: Horst Helbig

In Liebenwalde geht es wirklich ganz international zu. In der Marina von Horst Helbig hat vor kurzem ein Koreaner übernachtet. „Der war von Istanbul mit dem Fahrrad nach Stockholm unterwegs“, erzählt Horst Helbig. Viele Radler machen auch bei ihm mal Rast. Gut für’s Geschäft. Deshalb ist auch der Marina-Betreiber froh über die gute Radwegeanbindung.

Und übrigens Liebenwalde hat noch mehr zu bieten als einen Hafen. In der Touristeninfo gegenüber der Kirche weiß man, wo Zimmer frei sind. Und die Stadt betreibt selbst eine Herberge mit Zimmern. Durch Liebenwalde muss man also nicht nur durchfahren.

Radwege kreuzen die Stadt

In der Stadt Liebenwalde kreuzen sich mehrere große Radwege.

Die bekannteste Route ist die von Berlin nach Kopenhagen. Der internationale Radfernweg führt über 630 Kilometer durch drei idyllische Regionen und ist am meisten befahren. Die Etappe von Oranienburg nach Zehdenick führt direkt durch Liebenwalde.

Der Oder-Havel-Radweg ist 62 Kilometer lang und führt von Liebenwalde oder bereits von Zehdenick aus entlang des Finowkanals über Zerpenschleuse, Finowfurt, das Schiffshebewerk bis nach Hohensaaten.

Der Holländer Radweg ist eine Rundtour von Oranienburg bis Liebenwalde über 50 Kilometer.

Der Regionalradwanderweg Liebenwalde-Angermünde ist eine Verbindung zwischen dem Radfernwegen Berlin-Kopenhagen und Berlin-Usedom und hat eine Länge von 70 Kilometern.

Der Löwenberger Land-Radweg führt vom Radfernweg Berlin-Kopenhagen ab Friedrichsthal nach Lindow und misst 38 Kilometer.

In der Touristeninfo in der Havelstraße 1a erfahren Radler, wo sie übernachten können. Die Info ist in der Saison von 11 bis 18 Uhr geöffnet und unter Tel.  033054/9 07 72  zu erreichen.

Von Andrea Kathert

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