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Oberhavel Radweg ist kein Muss mehr
Lokales Oberhavel Radweg ist kein Muss mehr
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00:31 15.03.2018
Richter Alexander Oehrke (M.) schaute sich unter anderem mit Sven Krein (r. vorn) und Dezernent Matthias Rink (r. hinten) die Strecke an. Quelle: Foto: Enrico. Kugler
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Velten

Alexander Oerke orderte einen schönen Cappuccino, bevor er die Gerichtsverhandlung eröffnete. Das konnte der Richter des Berliner Oberverwaltungsgerichts auch tun, denn der Rechtsstreit zwischen dem Veltener Sven Krein und Vertretern des Landkreises zur Radwegebenutzungspflicht in der Breiten und Germendorfer Straße fand im Eiscafé Bernecker statt. Eigentlich sollte es in der Ofenstadt am Montag nur eine Ortsbegehung geben, doch dann entschied Richter Oerke, den Fall schnell über die Bühne zu bringen, anstatt sich am Dienstag nochmals in Berlin vor Gericht zu treffen.

Es ging um die Berufung des Landkreises Oberhavel gegen das Urteil des Potsdamer Verwaltungsgerichtes von 2015. Das hatte damals dem Kläger und passionierten Radler Sven Krein Recht gegeben und damit faktisch die Radwegebenutzungspflicht auf der Breiten und Germendorfer Straße gekippt. Sven Krein kämpft seit Jahren mit Verve gegen die Pflicht, auf dem Radweg fahren zu müssen. Zu gefährlich sei es etwa, wenn sich Radler auf dem Radweg Grundstückseinfahrten nähern. „Sie fühlen sich sicher, weil sie auf dem Radweg fahren, und plötzlich kracht es, weil das herausfahrende Auto sie übersehen hat“, sagt der Veltener. In der Viktoriastraße hat er schon obsiegt, dort dürfen Radler überall fahren.

Richter Alexander Oerke befand indes, dass es in der Breiten Straße keine große Gefahr für Radler auf der Fahrbahn gebe. Laut aktueller Schätzungen rollen rund 770 Autos pro Stunde die Straße entlang. Bedenklich wäre aber erst eine Zahl, die um 1200 liegt. Auch die Verkehrsinseln sowie die Breite der Straße sind aus seine Sicht nichts, das Radler, die statt dem Radweg mit dem fließenden Verkehr auf der Straße fahren, gefährden könnte. Eine solche Gefährdung bräuchten es aber, um eine Radwegebenuzungspflicht zu rechtfertigen. Deshalb empfahl Richter Oerke den Vertretern des Landkreises, diese Pflicht von sich aus aufzuheben. Auf ein Urteil verzichtete er indes.

Matthias Rink, Verkehrsdezernent der Kreisverwaltung, war nach der Verhandlung sichtlich angefasst. Er sei weiterhin der Meinung, dass in der Breiten Straße Radler auf dem Radweg besser aufgehoben seien. „Aber wir werden die Radwegebenutzungspflicht nun umgehend aufheben“, so Rink. Sven Krein strahlte nach der Verhandlung, er hatte Recht behalten. „Ich habe auch nichts anderes erwartet“, so der Veltener. Es sei nunmal anhand der Zahlen klar nachweisbar, dass die Straße nicht so stark befahren sei, dass Radler dadurch gefährdet werden könnten.

Auch für die Berliner Straße will Sven Krein nun erreichen, dass Radler wählen können, ob sie auf Radweg oder der Fahrbahn fahren. „Ich hoffe, dass durch das Urteil jetzt auch in der Berliner Straße auch stadtauswärts die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben wird.“

Von Marco Paetzel

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