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Oberhavel Rätsel um ein Eisloch und zwei Skifahrer
Lokales Oberhavel Rätsel um ein Eisloch und zwei Skifahrer
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10:37 09.01.2016
Der Taucheinsatz am Freitagvormittag bei Summt. Quelle: Robert Roeske
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Mühlenbeck

Ein Einsatz von Polizeitauchern im Mühlenbecker See bei Summt erbrachte am Freitagvormittag keinen Hinweis auf im Eis eingebrochene und möglicherweise ertrunkene Skiläufer. „Wir können ausschließen, dass im Bereich um das Loch im Eis eine Person im Wasser ist“, sagte Tauchgruppenführer Uwe Czerny nach dem Einsatz.

Während eines 35-minütigen Tauchgangs im vier Grad kalten Wasser hatte einer seiner Männer einen Umkreis von zehn Metern systematisch abgesucht und keinerlei Hinweise auf ein mögliches Unglück entdeckt. „Ansonsten hätten wir auch keine Spuren gefunden, die wieder vom Eisloch wegführen“, sagte der 44-jährige Polizeioberkommissar. Da laut Zeuge ein zweiter Skiwanderer in der Nähe gewesen sein soll, „wäre auch ein zweiter Notruf zu erwarten gewesen“, so der Einatzleiter. Aufgrund dieser Indizien und Spuren sei nicht auszuschließen, dass sich die beobachtete Skiläuferin aus dem Loch retten konnte – möglicherweise mit Hilfe des zweiten Skifahrers.

8. Januar: Ein Einsatz von Polizeitauchern im Mühlenbecker See bei Summt (Oberhavel) erbrachte keinen Hinweis auf im Eis eingebrochene und möglicherweise ertrunkene Skiläufer. Ausgangspunkt der Suche war der Notruf eines Spaziergängers am Nachmittag zuvor. Er hatte beobachtet, wie eine Frau ins Eis eingebrochen war und Hilferufe gehört.

Die Polizei hat unterdessen alle Krankenhäuser in der Umgebung angerufen. Einen Hinweis gab es nicht. Das gelte ebenso für den bereits am Donnerstag veröffentlichten Zeugenaufruf. „Es gibt keinen entscheidenden Hinweis, der uns irgendwie weiterbringt“, sagte Dienstgruppenleiter René In der Rieden am späten Freitagnachmittag.

Es ist also weiter unklar, ob die beiden Personen im See starben oder sich doch noch retten konnten und rasch nach Hause liefen. Falls letzteres zutrifft, bittet die Polizei dringend darum, dass sich die beiden Skiläufer umgehend bei der Polizeiinspektion Oberhavel unter  03301/85 10 melden.

„Ich habe sie noch schreien gehört, dann nichts mehr“

Am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei um 13.29 Uhr den Notruf eines Mannes erhalten. Der Berliner, der mit seinem Hund spazieren war, hatte aus größerer Distanz auf der Eisfläche des Mühlenbecker Sees eine Skiläuferin beobachtet, die gegen 13.20 Uhr plötzlich ins Eis eingebrochen war. „Ich habe sie noch schreien gehört, dann nichts mehr“, sagte er der MAZ während des Taucheinsatzes am Vormittag. Er selbst habe die Eisfläche dann ebenfalls verlassen, um der Frau am Ufer zur Hilfe zu eilen. Dabei habe er noch sehen können, dass sich in einigem Abstand ein zweiter Skiwanderer der Stelle genähert habe. Durch Bäume sei die Unglücksstelle aber aus sein Gesichtsfeld geraten. „Deshalb kann ich keine Angaben machen, was dann passiert ist“, sagt er. Als er nach wenigen Minuten das Loch im Eis erreichte, sei niemand mehr dort gewesen. Er habe lediglich ein Paar Handschuhe gefunden. „Ich habe erst nach den Spuren geschaut und dann die Polizei gerufen“, sagt der Zeuge, der seinen Namen nicht öffentlich nennen wollte. „Ich stand auch unter Schock.“

Such-Einsatz ist am Donnerstag wegen Dunkelheit abgebrochen worden

Der Notruf löste am Donnerstag einen Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst aus. Ein sofort eingesetzter Fährtenhund hatte allerdings keine Spur aufnehmen können. Polizeitaucher waren ab 16.30 Uhr vor Ort. Nachdem Tauchgruppenführer Uwe Czerny die Lage sondiert hatte, wurde der Einsatz jedoch nach einer guten Stunde abgebrochen. Es sei zu dunkel gewesen und das Gelände zu unwegsam, so Czerny.

Die Suche wurde deshalb am Freitagvormittag wieder aufgenommen. Gegen 10.25 Uhr stieg Einsatztaucher Mario Schweiger in das Eisloch. Meter für Meter weitete er seinen Suchradius aus, wurde die Sicherheitsleine nachgegeben. Sichtweite: 50 Zentimeter. Um 11 Uhr stand fest, dass sich im Umkreis von zehn Metern keine Person im Wasser befindet. Da es sich nicht um ein Strömungsgewässer handelt, hätte sich ein lebloser Körper in diesem Bereich befinden müssen, sagt Einsatzleiter Czerny. Deshalb ließ er die Suche beenden, obwohl noch drei weitere Taucher bereitstanden, von denen jeder bis zu einer Stunde hätte unter Wasser bleiben können.

Seine beim Polizeipräsidium Potsdam angesiedelte Abteilung zählt insgesamt elf Mitglieder, sagt der Tauchgruppenführer. Acht davon waren am Mühlenbecker See im Einsatz, darunter zwei speziell ausgebildete Rettungssanitäter. Ihren letzten vorangegangenen Einsatz hatten die Männer ebenfalls in Oberhavel – an der Oranienburger Lehnitzschleuse. Dabei war am 17. Dezember ein toter polnischer Matrose aus dem Wasser geborgen worden.

Von Helge Treichel

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