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Räuber verurteilt

Wensickendorf Räuber verurteilt

Das Landgericht Neuruppin verurteilte am Freitag zwei Männer aus Tschechien wegen schweren Raubes: Tomas K. (35) zu vier Jahren, Radek R. (52) zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Sie hatten mit einem inzwischen gestorbenen Mittäter einen Geschäftsmann in Wensickendorf überfallen, misshandelt und ausgeraubt. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig.

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Das Landgericht Neuruppin verurteilte zwei Räuber zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.

Quelle: dpa

Oranienburg-Wensickendorf. „Es war eine schlechte Sache. Wir haben einen Unschuldigen überfallen“, sagte Radek R. Er wie auch der mitangeklagte Tomas K. entschuldigten sich im Gerichtssaal bei Werner B., dem Mann, den sie beide mit dem inzwischen gestorbenen Waldemar S. am frühen Abend des 13. Januar in seinen Geschäftsräumen in Wensickendorf ausgeraubt und misshandelt hatten.

Mehrjährige Haftstrafen für Räuber

Die erste große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verurteilte die beiden Männer am Freitag wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung: Tomas K. (35) zu vier Jahren, Radek R. (52) zu fünfeinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Bei Radek R. kam noch das Führen einer scharfen Waffe strafschärfend hinzu.

Opfer ganz gezielt ausgesucht

Für das Gericht stand fest, dass die drei Männer am 13. Januar von Tschechien nach Deutschland ganz gezielt zu dem Caravanhandel von Werner B. reisten. Weil dort etwas zu holen sein sollte. Diesen Tipp hatte Waldemar S. bekommen, hatte sein langjähriger Freund Radek R. gesagt. „Von wem er das erfahren hat, wissen wir nicht“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Waldemar S. war es auch, der die beiden Waffen besorgt hatte. „Wir glauben Ihnen, dass abgesprochen war, keine Schusswaffen einzusetzen“, so Lechtermann. Dass sie die aber nicht nur zum Spaß mitgeführt hätten, sondern gegebenenfalls zur Selbstverteidigung, sei auch klar. „Alle wussten, dass es sich nicht um Spielzeugpistolen handelte.“ Und „es ist nicht glaubhaft, dass gar keine Gewalt angewendet werden sollte“, so Richter Lechtermann. Denn kaum hatte Werner B. die Tür geöffnet, weil er noch einen Kunden erwartete, wurde er sogleich gemeinschaftlich von den maskierten Männern malträtiert.

Opfer leistete massive Gegenwehr

Während Waldemar S. den Geschäftsmann in Schach hielt, durchsuchten die beiden anderen die Räume nach Geld und anderen mitnehmenswerten Dingen. Werner B. wehrte sich nach Kräften. Im Verlauf des Handgemenges brach sich Waldemar S. ein Bein. Im Eifer des Gefechts verlor er seine Waffe, nach der Werner B. greifen wollte. Offensichtlich erschien Tomas K. die Situation so bedrohlich, dass er Werner B. mit einem Messer drei Mal ins Bein stach.

Die beiden bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten zollten ihrem Opfer großen Respekt für seine beherzte Gegenwehr. „Er ist ein Held, wir sind die Negativhelden“, sagte Radek R. Das Gericht schloss sich dieser Auffassung nicht an.„Ihr Mut in allen Ehren, aber so etwas kann leicht in Tollkühnheit umschlagen“, sagte Lechtermann. Beim Gericht habe das ein „mulmiges Gefühl“ hinterlassen. Auch die Polizei empfehle, in solchen Fällen „die Füße still zu halten“.

Ein mildes Urteil

Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes. „Die Strafe ist für uns an der untersten Grenze des Vertretbaren.“ Die Angeklagten hätten ein schweres Verbrechen begangen, an dessen Folgen Werner B. noch heute leide. „Sie kommen gut, wenn nicht bestens davon“, sagte Lechtermann.

Das fanden die Angeklagten offensichtlich auch: Sie nahmen das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Von Dagmar Simons

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