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Räuber vor Gericht

Nach Überfall in Schildow Räuber vor Gericht

Seit Montag muss sich ein 56-Jähriger wegen Raubes vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Der gelernte Fleischermeister stand vor dem wirtschaftlichen Aus. Um an Geld zu kommen, überfiel er am 10. Oktober 2015 einen Supermarkt in Schildow, später drei in Berlin und einen Drogeriemarkt in Wandlitz. Am 4. Januar wurde er festgenommen.

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Wegen mehrerer Raubüberfälle unter anderem im Schildow steht ein 56-Jähriger vor dem Landgericht Neuruppin.

Quelle: dpa

Schildow. Er stand mit dem Rücken zur Wand: Sein Betrieb war pleite, sein Haus sollte unter den Hammer, die Rechnungen häuften sich. „Der Druck war so groß und die Geldnot so drängend“, sagte Frank T. Um zu Geld zu kommen, überfiel er zwischen Oktober 2015 und dem 4. Januar dieses Jahres vier Supermärkte, darunter einen in Schildow, und einen Drogeriemarkt in Wandlitz.

Vereinbarung über Strafe für glaubhaftes Geständnis

Seit Montag muss sich der 56-jährige gebürtige Bernauer vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Freimütig gestand er alle Taten. Vorausgegangen war eine Verständigung zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Angeklagtem. Das Gericht sicherte ihm im Gegenzug für ein glaubhaftes Geständnis eine Mindeststrafe von neun und eine Höchststrafe von elf Jahren zu. „Können Sie da mitgehen?“, fragte die Vorsitzende Richterin Grit Burzer. „Habe ich eine Wahl?, “war die Gegenfrage.

Angeklagter gesteht

Er habe damals nicht mehr gewusst, was er machen und woher er noch Geld bekommen sollte. So guckte sich der gelernte Fleischermeister für seinen ersten Überfall am 10. Oktober 2015 den Netto-Markt in Schildow aus. Die jeweiligen Tatorte hatte er zuvor ausgekundschaftet. Das Prozedere war bei allen Taten das gleiche. Ob in Schildow, Wandlitz oder Berlin: Kurz vor Feierabend betrat er die jeweilige Filiale, maskiert und mit einem Gewehr bewaffnet, und verlangte die Kasse heraus. „Ich wollte nur kurz in den Laden, das Geld nehmen und sofort wieder raus.“ Insgesamt erbeutete Frank T. etwas mehr als 10 000 Euro. Teilweise versuchte er, das Geld beim anschließenden Pokerspiel zu vermehren. „Das hat mal geklappt, mal nicht. Aber es war nie so viel, dass es gereicht hätte. So viel konnte ich gar nicht gewinnen“, sagte der Angeklagte. Mit dem Gewehr, das laut seiner Aussage geladen, aber noch gesichert war, wollte er dem Personal nur einen Schrecken einjagen. Das gelang ihm mehr oder weniger.

Tatfolgen für Opfer sehr unterschiedlich

„Ich fand es nicht so schlimm“, sagte ein 32-jähriger Verkäufer aus einem Berliner Netto-Markt. Er habe bereits am nächsten Tag wieder an der Kasse gesessen. Eine Verkäuferin aus einem Markt in Berlin-Buchholz dagegen leidet noch heute unter den Folgen der Tat und ist immer noch in psychologischer Behandlung. Eine 39-jährige Marktleiterin hat sich nach dem Überfall, dem zweiten, den sie innerhalb eines Jahres miterlebt hat, in eine andere Filiale mit Wachschutz versetzen lassen. Sie erlebte den Täter als „ruhig, sicher und entspannt“. Er schien die Lage im Griff zu haben, sagte ein anderer Verkäufer.

Nicht im Griff hatte Frank T. die Situation, als ihn am 15. Oktober ein Polizist in Berlin kontrollieren wollte. T., der keinen Führerschein hatte, lieferte sich mit dem Polizeimotorrad eine Verfolgungsjagd, kollidierte mit einem anderen Fahrzeug, schaffte es aber mit seinem beschädigten Mercedes noch bis nach Hause. Das Fahrzeug verbrannte er dann im Wald. Zwei Monate ruhten seine kriminellen Aktivitäten, dann machte er mit einem geliehenen Auto weiter – bis zum 4. Januar. Da wurde er nach dem letzten Überfall geschnappt.

Mit einem Urteil wird für den 11. Juli gerechnet.

Von Dagmar Simons

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