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Raketenunglück vor 40 Jahren

Dannenwalde Raketenunglück vor 40 Jahren

Vor 40 Jahren gingen Raketen von sowjetischen Truppen in Dannenwalde hoch – Experten glauben nicht an neue Erkenntnisse. Dabei würden die Einheimischen gern wissen, was damals genau passierte

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In den vergangenen Jahren stand das Dannenwalder Unglück im Fokus der Berichterstattung.

Quelle: Uwe Halling

Dannenwalde. Das Inferno von Dannenwalde liegt genau 40 Jahre zurück. Am 14. August 1977 schlug im russischen Munitionslager im heutigen Granseer Ortsteil der Blitz ein. Hunderte Katjuscha-Raketen wurden gezündet und flogen durch die nähere Umgebung. Auch wenn Häuser getroffen wurden – Menschen aus der deutschen Zivilbevölkerung kamen nicht ums Leben. Die angegebene Zahl der getöteten sowjetischen Soldaten schwankte von 50 bis 300. So heißt es. Die Angaben beruhen insbesondere auf Zeugenaussagen der Menschen vor Ort. Offizielle Angaben von russischer Seite habe es nie gegeben. Die genauen Umstände würden immer noch geheim gehalten und die korrekte Anzahl der Todesopfer ist nicht bekannt.

Genau das lässt so manchen nicht in Ruhe. Heinz-Dieter Kakuschke zum Beispiel, auf dessen Grundstück an jenem Tag Punkt 14 Uhr eine Rakete eingeschlagen war. „Ich habe großes Interesse daran, zu erfahren, was wirklich passiert ist“, sagt der heutige Ortsvorsteher von Seilershof. Laut seiner Kenntnis lägen die Unterlagen dazu in Moskauer Archiven. Aber nach 40 Jahren müssten sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Also mit dem gestrigen Tag. „Zugänglich gemacht werden können“, präzisiert er.

„Ich glaube nicht, dass die Archive viel Erhellendes hergeben“

Paul Bergner aus Basdorf (Barnim) kennt sich aus mit geschichtlichen Ereignissen, verfasste mehrere Bücher (unter anderem „Befehl Filigran“ über Bunker in Deutschland). „Ich glaube nicht, dass die Archive viel Erhellendes hergeben“, bremst er die Erwartungen all jener, die auf mehr Informationen von dem Unglück hoffen. Er selbst hat die Unterlagen über den Abzug der russischen Truppen aus Dannenwalde. „Da stand über den Vorfall nichts drin.“ Auch der Vertrag zur Übergabe des Geländes sei in seinem Besitz. Der habe schon im Müll gelegen. Unterschrieben hätte ihn damals Rainer Eppelmann, der Minister für Abrüstung und Verteidigung der letzten DDR-Regierung. Militärhistoriker Peter Rentsch weiß von 60 Jahren Geheimhaltungspflicht, wenn es Vorgänge mit Personenbezug zu noch Lebenden gibt. Er bezweifelt, dass bei dem derart schnellen Rückzug der Streitkräfte alle Dokumente tatsächlich im Militärarchiv in Podolsk bei Moskau angekommen sind, zumal zum Zeitpunkt des Unglücks für die Untersuchungen die Militärabwehr der Streitkräfte (im KGB) zuständig war. Ob die Unterlagen dann auch der Nachfolger-Behörde 1992 übergeben wurden, sei für Rentsch sehr fraglich. Er verweist eher auf die russischen Zeitzeugen, die jetzt in verschiedenen Sowjetrepubliken wohnten.

Von Stefan Blumberg

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